Saphiras Sicht
Eine weitere Stunde verging, in der ich nur alles am Rande mitbekam, doch fiel schließlich das Ergebnis, was mich erleichtert ausatmen ließ.
Er würde für immer im Gefängnis bleiben, meine Mutter hatte eine Bestrafung auf Bewährung bekommen während mein Vater die nächsten Jahre im Gefängnis verbringen würde und beide durften sie sich mir nicht mehr nähern.
Joel würde zunächst zwar noch bei unserer Mutter wohnen, doch würde ich ihn da so schnell wie möglichst befreien, denn sah ich ihm an, dass ihn das ganze mehr als getroffen hatte und er nicht glauben konnte, was damals wirklich passiert war.
,,Wir sehen uns in der Hölle, kleine Schlampe'' seine Stimme ließ mich wie von alleine auf zucken, doch ohne ihm Beachtung zu schenken lehnte ich weiter an Vito, der mir beruhigend über den Rücken strich und mir dabei den Halt gab, den ich gerade dringend brauchte.
,,Er wird dir nie wieder was tun, Juwel. Keiner wird die je wieder was tun. Es ist endlich vorbei, sie bekommen alle die Strafe, die sie verdient haben. Und du kannst endlich abschließen und mit der Hilfe von Viktor und uns anderen lernen zu vergessen. Ich liebe dich, Juwel'' glücklich vor mich hin lächelnd sah ich schließlich zu ihm hoch und legte dann kurz meine Lippen auf seine.
,,Ich liebe dich auch, Vito. Und ich bin dir so unendlich dankbar für alles'' Vito selbst fing auch an zu lächeln ehe er wieder unsere Lippen miteinander verband und mich einen Moment lang alles um uns herum vergessen ließ.
All die harschen Worte von ihm, dass ich seine Schläge und seine Berührungen doch genossen hätte und ich mich jetzt nicht so unschuldig stellen sollte, all die verlogenen Worte meiner Eltern.
In diesem Moment zählte nur Vito, der Junge mit dem strahlenden Lächeln, dass mein anfangs so kaputtes Herz so stark gemacht hatte.
***
Mittlerweile hatten wir schon späten Abend und nach einem gemeinsamen Abendessen waren die anderen relativ schnell gegangen. Ohne das sie etwas sagen mussten sah ich ihnen an wie sehr es sie doch alle mitgenommen hatte, all das heute zu hören. Natürlich kannten sie alle das Offensichtliche, doch so genau hatte ich es nicht mal unbedingt in dem Buch nieder geschrieben gehabt.
So sah ich auch Vito an, dass er es kaum wagte mich los zu lassen und er mir genaustens hinter her sah als ich im Bad verschwand, um baden zu gehen.
Nachdem ich das Wasser angemacht hatte, passierte es wie von alleine, dass ich keine Minute später verkrampft und nur in Unterwäsche vor dem Spiegel stand und nicht verhindern konnte, dass beim Anblick all der Narben mir Tränen in die Augen stiegen.
Es würde nie enden, diese Dämonen würden nie verschwinden, alleine, weil mich jede einzelne Narbe an all den Schmerz erinnerte.
Wie sollte ich je mit all dem abschließen, wenn mein Körper mit all diesen Erinnerungen übersät war.
,,Juwel?'' erklang plötzlich Vitos Stimme, doch ohne sie richtig wahrzunehmen starrte ich weiter mein Spiegelbild an.
,,Ich hab Klamotten für dich geholt, Juwel. Soll ich sie vor die Tür legen?'' mein Mund öffnete sich leicht, doch statt das ich seine Frage beantwortete kam nur ein leises Wimmern über meine Lippen.
,,Juwel?'' jetzt erst recht besorgt erklang Vitos Stimme, und sobald das nächste Wimmern meinen Mund verließ öffnete sich auch schon die Tür und Vito erschien im Badezimmer.
Seine Augen weiteten sich unwillkürlich etwas als er bemerkte, dass ich nur in Unterwäsche vor ihm stand, denn obwohl Vito und ich uns in letzter Zeit wirklich nah gekommen waren, hatte er mich so noch nicht gesehen, alleine, weil ich wusste, dass es kein schöner Anblick war und ich ihn nicht verschrecken wollte.
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Bonuskapitel-Buch
ChickLitIn diesem Buch werden alle von euch gewünschten Bonuskapitel der ,,...ins Herz'' Reihe kommen. Ihr könnt euch entweder Kapitel aus anderen Sichten wünschen oder Momente aus den Zukunften oder Vergangenheiten der Protagonisten. Natürlich könnt ihr e...
