Aayanas Sicht
,,Valentin, stehst du jetzt endlich mal auf?"
Durch laute Stimmen im Haus wurde ich Samstag morgens geweckt und nicht anders als erwartet schlich sich wie von alleine ein kleines Lächeln auf meine Lippen als ich nach rechts blickte und Vincent entdeckte, der noch friedlich vor sich hin schlief.
Zwei Wochen waren wir jetzt schon zusammen.
Zwei Wochen, die nicht hätten perfekter sein können.
Natürlich hatte es sich irgendwie anders angefühlt gehabt als ich nach dem Fußballspiel mit den Collister zu ihnen nach Hause gefahren war, was vielleicht auch daran lag, dass Vincent unmittelbar meine Hand in seine genommen hatte und das Valentin alle zwei Minuten erwähnte, dass er von Anfang an gewusst hätte, dass wir irgendwann zusammen kommen.
Seit diesem Tag hatte ich tatsächlich auch jede Nacht bei Vincent geschlafen, auch, wenn ich angeboten hatte, auch ruhig Zuhause schlafen zu können, doch hatte Vincent das strikt abgelehnt, was mich aber keinesfalls gestört hatte.
Ich konnte getrost darauf verzichten auf Lucy oder meine Mutter zu treffen. Mir hatte die eine Begegnung gereicht als ich kurz nach Hause gefahren war, um mir Klamotten zu holen.
Das Vincent und ich jetzt offiziell zusammen waren hatte sich natürlich auch binnen Sekunden herum gesprochen, sodass es mich auch nicht wirklich wunderte, dass am nächsten Schultag nur uns so die Blicke verfolgten und die Leute tratschten.
Tatsächlich wurde ich sogar im Laufe der letzten zwei Wochen mehrfach von Mädchen angesprochen, die mich nicht nur über Vincent ausfragten und wie er so als Freund war, nein, teilweise fragten sie mich sogar, ob ich ihnen Tipps geben könnte, wie sie es schaffen, dass sich zum Beispiel Valentin, oder auch Max oder Josh in sie verliebt oder ob ich nicht gleich ein gutes Wort bei den Jungs einlegen könnte.
Das es sich dabei sogar um Mädchen handelte, die mich die Jahre zuvor in den Gängen umgerannt haben, machte das ganze nur noch lächerlicher.
Von ein auf die andere Sekunde hatte sich mein Ruf einfach geändert und das nur, weil ich jetzt mit Vincent zusammen war, dabei war ich doch nach wie vor immer noch dieselbe.
Ein Arm, der sich um meine Taille schlang, riss mich aus meinen Gedanken und das angenehme Kribbeln genießend drehte ich mich zu Vincent, der jetzt wach war.
,,Morgen'' die Gänsehaut, die Vincents raue Morgenstimme hinterließ, versuchte ich zu ignorieren während ich seine Worte erwiderte und dann glücklich die Augen schloss als Vincent seine Lippen auf meine Stirn drückte.
,,Valentin Collister, hör auf dich schlafend zu stellen. Ich weiß genau, dass du wach bist'' hörten wir im nächsten Moment Maria schreien und nicht anders als erwartet stöhnte Vincent genervt auf während er sich zurück in die Matratze legte und seinen Arm über seine Augen fallen ließ.
,,Kann man denn nicht einmal friedlich den Morgen verbringen?'' schmunzelnd erwiderte ich ein „Nicht in diesem Haus" und gerade als Vincent was sagen wollte, hörte man Valentins Stimme.
,,Au au au, Mama hör auf mich mit dem Handtuch zu hauen. Ich steh ja schon auf''
,,Das wird aber auch mal Zeit, junger Mann. Und wo wir schon dabei sind. Kannst du mir mal den Saustall in der Küche erklären?'' die nächsten Worte von Valentin verstanden wir nicht mehr, wahrscheinlich redeten sie jetzt in normaler Lautstärke miteinander.
,,Na endlich'' zufrieden atmete Vincent aus und gerade als er mich zu sich ziehen wollte, ertönte wieder Marias energische Stimme.
,,Vincent Collister, das gleiche gilt für dich. Schwing deinen Hintern aus dem Bett und hilf deiner armen Mutter in der Küche'' spätestens als ich Vincents fassungsloses Gesicht sah konnte ich nicht anders als los zu lachen.
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