Bonuskapitel 15.2

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Aayanas Sicht

Die Wochen, in denen ich nicht glücklicher hätte sein können, zogen nur so an mir vorbei und so waren Vincent und ich mittlerweile fast seit drei Monaten zusammen. 

Bis auf die Tatsache, dass sich Viktors Zustand immer noch nicht gebessert hatte, war eigentlich alles perfekt und auch, wenn ich versuchte immer für Viktor da zu sein, spürte ich wie er drohte mir zu entgleiten. 

Die Anderen hatten Viktors enormen Wandel auch mitbekommen und sorgten sich um ihn, doch schien er davon selbst gar nichts wahrzunehmen. 

Stattdessen redete er sich immer mehr ein, dass es keinen anderen Ausweg gab als das Mobbing in der Schule einfach so hinzunehmen und sich selbst zu belügen. 

Er würde nie ein Fußballer wie seine Brüder sein, nein, er war ein Künstler des Herzen und das war auch vollkommen okay, das machte ihn aus. 


Wie von alleine seufzte ich traurig auf als ich an Viktor dachte und zog damit die Aufmerksamkeit von Timo, einem Jungen aus meinem Jahrgang, dem ich auf Wunsch meiner Mathelehrerin seit kurzer Zeit Nachhilfe gab, auf mich. 

,,Alles gut, Aayana?'' Timo schien wirklich nett zu sein, zumindest war seine Gesellschaft nicht ganz so unangenehm, denn fragte er mich nicht alle zwei Minuten über Vincent, seine Freunde oder unsere Beziehung aus. 

,,Ja alles gut. Ich hab nur daran gedacht, dass Zuhause noch ein Stapel Hausaufgaben auf mich wartet'' 

Mittlerweile bezeichnete ich das Haus der Collister sogar als mein Zuhause, aber das auch nur, weil die anderen mir mehr als deutlich gemacht hatten, dass ich bei ihnen Zuhause war und zur Familie gehörte. 

Am Anfang hatte ich mich gewiss gegen diesen Gedanken gewährt, alleine, weil ich mich ihnen nicht aufzwingen oder aufdrängen wollte, doch fühlte ich mich mittlerweile so wohl bei ihnen, dass ich es mir gar nicht mehr ohne sie vorstellen konnte. 

Natürlich trieb mich Valentin oft in den Wahnsinn und zog mich mit allem möglichen auf, doch selbst ein Leben ohne ihn könnte ich mir nicht mehr vorstellen. 

Dazu war mir mein Chaot von bester Freund einfach zu nah ans Herz gewachsen. 

Ihm das direkt sagen würde ich aber nie, denn erstens wusste er das sowieso und zweitens gehörte das irgendwie einfach zu uns. Unsere Beziehung konnte man einfach nicht mit Worten beschreiben. 

,,Sollen wir schluss machen? Ich glaube ich hab das Thema jetzt verstanden'' Timos Stimme riss mich wieder aus meinen Gedanken und nachdem ich die Aufgaben, die er bis gerade eben noch gemacht hatte, überprüft hatte, nickte ich einverstanden, denn schien er das Thema wirklich verstanden zu haben. 

Gemeinsam verließen wir die Bibliothek und gerade als ich mich von ihm verabschieden wollte hielt er mich nochmal auf. 

,,Ich bin mit dem Auto hier. Soll ich dich mitnehmen? Dann musst du nicht laufen'' etwas überrascht blickte ich ihn an und brauchte einen Moment, um mich wieder zu fassen. 

,,Danke fürs Angebot, aber Vincent nimmt mich mit. Er hat noch Fußballtraining'' lehnte ich sein Angebot ab und ließ ihn kurz das Gesicht verziehen. 

,,Soll ich dich noch begleiten? Ich habs nicht so eilig nach Hause zu kommen'' etwas verwundert, dass er tatsächlich freiwillig mit mir Zeit verbringen wollte, nickte ich schließlich zögerlich und lief so mit ihm zum Fußballplatz. 

Sobald wir den Platz betraten hielt ich Ausschau nach Vincent, den ich auch gleich dabei entdeckte wie er gemeinsam mit Valentin einen Spieler nach dem anderen austrickste. Die beiden waren wirklich einmalig, einmalig als Team zusammen. 

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