Ungewollt muss ich lachen und Sebastian lehnt sich wieder zurück. Die Fotografen umhüllen uns mit Blitzlicht und rufen uns Dinge zu. Die Londonpremiere lief bisher ganz gut.
"Lass uns jetzt für 5 Minuten professionell sein." sage ich grinsend und er lacht.
"Sind wir das nicht immer?"
Er nimmt seinen Arm von meiner Hüfte, damit wir zu den Interview Leuten gehen können.
Wir beantworten ein paar Fragen und dann ist es soweit. Wir sehen den Film. Am Anfang wirkt es tatsächlich wie eine Romanze.
"Die Szenen sehen so realistisch aus." sagt mein Vater leise und Antonia grinst diabolisch.
"Weil sie das auch sind."
Ich ramme ihr meinen Ellenbogen fest in die Seite und sie keucht auf. Doch auch der Rest vom Film kommt gut an und ich muss lachen da Antonia weint, als Sebastian mich tot in der Küche findet.
"Du hättest mich vorwarnen müssen." sagt sie vorwurfsvoll.
"Das habe ich. Als ich euch in Deutschland besucht habe."
"Das habe ich doch schon längst wieder vergessen."
"Dein Pech." erwidere ich lachend und sie zeigt mir ihren Mittelfinger.
Als Sebastian mit seiner Mutter und seinem Stiefvater dazu kommt, reden alle durcheinander.
"Sebastian du warst unglaublich." sagt mein Vater lächelnd und haut ihm auf die Schulter.
"Danke Sir."
"Sind sie nicht wirklich ein schönes Paar?" fragt Sebastians Mama und ich spüre wie meine Wangen heiß werden.
"Allerdings." sagt Antonia ernst und meine Wangen werden noch heißer, während Sebastian peinlich berührt auf den Boden guckt.
Verdammt wir sind Erwachsen und keine Teenager mehr.
Danach gehen wir auf die Aftershow Party und ein paar Stunden später kommt Antonia zu mir. Sebastian und ich saßen die ganze Zeit alleine am Tisch, da unsere Eltern sich irgendwo unterhielten und Antonia überall und nirgends war.
"Diese Party ist so cool. Und sowas habt ihr immer?"
"Nein nicht immer. Manchmal machen die Veranstalter keine oder wir bleiben sowieso nicht lange."
"Stimmt ja. Du betrinkst dich ja lieber alleine im Hotelzimmer und fällst vom Bett." sagt sie sarkastisch und ich hebe mein Glas.
"Amen Schwester."
Antonia grinst und schmeißt sich auf den Stuhl neben mir.
"Das Kleid nervt mich. Es ist so schwer." sage ich und fummle an meinem Dekolleté rum.
"Willst du nach Hause?" fragt Sebastian und ich schüttle mit dem Kopf.
"Wir können unsere Familien doch nicht einfach hier lassen."
"Na klar."
"Ich kümmere mich um die Eltern." sagt Antonia lächelnd und ich stehe auf.
"Sorgst du bitte dafür, dass die heile nach Hause kommen?"
Meine Mama und seine Mama trinken gerade um die Wette während unsere Väter sich unterhalten.
"Versprochen."
"Danke dir."
Ich hake mich mit meinem rechten Arm bei Sebastian unter und mit meiner linken Hand hebe ich mein Kleid an.
"Brauchst du Hilfe?"
"Nein danke. Alles gut."
Wir lächeln uns an und dann bleibe ich kurz stehen um meine hohen Schuhe auszuziehen.
"Gib her ich trag sie." sagt er und ich reiche ihm meine Schuhe.
"Danke."
Beim laufen lehne ich meinen Kopf gegen seinen Arm.
"Du siehst wirklich wunderschön aus."
"Danke. Du siehst immer gut aus. Egal ob du raus geputzt bist oder gerade erst aufgestanden. Egal ob verschlafen oder hellwach."
"Hast du zu viel getrunken?" fragt er belustigt doch dann wird sein Blick sanfter. "Danke für das Kompliment."
Wir laufen schweigend durch den großen Kinosaal. Mir fällt ein Zitat ein, welches ich vor ein paar Tagen in einem Buch gelesen habe.
We never had to force love.
We were drowning in it
The moment we met
Schweigend gehen wir nebeneinander raus und steigen in eines der Taxis welche draußen vor der Tür stehen.
In meiner Wohnung angekommen ziehe ich direkt das Kleid aus und gehe duschen. 3 Stunden später liege ich immer noch wach und starre an die Decke. Antonia liegt leise atmend neben mir und schläft tief und fest.
Ich höre meine Eltern nebenan im Gästezimmer noch kichern und lachen. Wieso kann ich nicht schlafen? Nach langem hin und her wälzen, ziehe ich mir einen Kapuzenpullover und eine Leggings an, bevor ich mir mein Skateboard schnappe und mit Handy und Kopfhörern meine Wohnung verlasse.
Nach ein paar Minuten habe ich den Dreh wieder raus und fahre ohne das Gefühl zu haben, dass ich zur Seite kippe. Ich fahre viel zu wenig mit meinen Skateboard.
Tatsächlich hilft die kühle Nachtluft mir einen klaren Kopf zu kriegen. Die Musik geht kurz aus und mein Handy piept.
Es ist Sebastian.
Ich kann nicht schlafen.
Margarita hat mich gerade angerufen.
Bist du villeicht auch wach? Können wir uns treffen?
Kurz überlege ich was ich am besten antworte.
Bin gerade im Hyde Park.
Komm doch zu mir.
Sebastian
H
ast du Hunger?
Nein ich glaube nicht.
*location*
Ich schicke ihm meinen Standort und setze mich dann auf eine nahgelegene Bank. Um halb 5 ist der Park komplett leer und ruhig. Jetzt wo ich hier sitze und nicht fahre, ist es echt gruselig.
Doch 10 Minuten später lässt sich Sebastian auf die Bank fallen und ich bin nicht mehr alleine.
"Bist du okay?" fragt er und ich sehe ihn an.
"Ja wieso?"
"Weil du mitten in der Nacht alleine im Hyde Park rum läufst."
"Eigentlich war ich am fahren."
Sebastian grinst und seufzt dann. Wie aus dem nichts hält er mir einen Burger hin.
"Habe ich mir bei McDonalds geholt und schaffe ihn nicht mehr."
"Lügner. Danke dir."
Langsam wickle ich ihn aus und merke wie viel Hunger ich habe.
"Ich wusste es." sagt er lächelnd und ich stupse ihn mit meiner Schulter an.
"Was wollte Margarita?"
"Ein Treffen. Ich habe sie abgewiesen."
"Wieso?"
"Ich will nicht mehr mit ihr zusammen sein."
"Oh."
"Ich habe schon eine anstrengende Freundin das reicht."
"Ich bin doch nicht anstrengend." sage ich lachend.
"Oh doch. Du bist wie Whisky in einer Teetasse."
"Oh ach so."
Und so sitzen wir nebeneinander auf der Bank. Bis 6 Uhr morgens und lachen bis uns der Bauch wehtut.
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Actress (Sebastian Stan FF)
FanfictionEkaterina ist Schauspielerin. Die 25 Jährige Britin liebt ihr Leben. Doch da sind einige Menschen in ihrem Leben die es noch besser machen.
