Herzklopfen

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~*~ Izuku PoV ~*~

Laut gähnte ich und spürte die Tränen in meine Augen aufsteigen. Gott, ich bin so müde. Jeder aus unserer Band hat einen Job, auch ich. Aber ich muss sagen, ich hatte den anstrengendsten. Warum hatte ich mir kein Job in einen Café als Kellner oder so etwas gesucht? Nein, du musst dir natürlich ein Job suchen, bei dem du die halbe Nacht wach bist. Und überhaupt, ich weiß gar nicht mehr wie ich eigentlich hier gelandet war.

„Midoriya~ Magst du mir einmal helfen?", eine leicht bekleidete Frau drehte mir ihren Rücken zu und deutete auf den Reißverschluss in ihrem Nacken. Seufzend zog ich das Metallstück nach unten und sie konnte sich aus dem engen Cocktailkleid schälen. „Danke~", säuselte sie und verschwand.

Ich trat aus dem Backstagebereich und mir schlug stickige Luft entgegen. Mein Blick ging zu der Tanzfläche, der Vorhang war noch zu, aber gleich müsste die nächste Show starten. Ich nickte meinem Kollegen hinter der Bar zu und gesellte mich zu ihm. „Endlich! Komm die Leute drehen wieder durch, gleich ist Momo dran.", empfing er mich. „Bin schon da.", ich wandte mich der langen Liste an Bestellungen zu.

Der Schuppen hier ist nicht groß, aber ein absoluter Geheimtipp. Daher gab es auch, obwohl es Montag war, keinen freien Platz mehr und unsere Kellnerinnen mussten ordentlich durch die Gegend huschen. „Sicher, dass du mein Angebot nicht annehmen willst?", eine weibliche Stimme direkt neben mir ließ mich zusammen schrecken. „Heilige, Midnight!", ich fasste mir ans Herz. Midnight war die Besitzerin des Ladens, ihren richtigen Namen kannte ich nicht. „Ja, ich bin mir sicher. Mir reicht es schon was ich jetzt anhab.", antwortete ich ihr und widmete mich wieder meiner Arbeit.

Ich trug eine enge schwarze Jeans, ein enges schwarzes Top mit Kragen und darüber ein etwas lockeres dunkel grünes Top mit großem Ausschnitt. Und natürlich hatte ich auch meine Bandage auf meinem rechten Oberarm, die Haut dort war auch nach Jahren immer noch empfindlich und die Narbe sah einfach nicht schön aus (Titelbild). Ich mochte keine Tops, bin eher der T-Shirt Mensch und enge Sachen möchte ich schon einmal gar nicht. Aber das ist hier nunmal die Arbeitskleidung.

Zur kurzen Erklärung, dass hier ist kein Strippclub sondern eine Laden, indem Burlesque aufgeführt wird. Das ist etwas völlig anderes und viel schöner anzusehen, als die Weiber die sich an diesen ekligen Stangen räkeln. Ich bin hier Barceeper, zumindest für die Abende an denen ich keinen Auftritt mit meiner Band hatte. Und ansonsten half ich hier auch Tagsüber, um die Shows vorzubereiten. Das heißt, wenn ich nicht frei hatte, war ich eigentlich ständig hier. Und was Midnight eben meinte war, dass sie unbedingt will, dass ich als Tänzer auf diese Bühne steige. Singen und Gitarre spielen liebend gerne, aber in knappen Aufzügen tanzen, nie im Leben!

„Och komm schon. Du bist so ein Hübscher.", versuchte sie es wieder. „Dir würden alle Frauen sofort verfallen ... und bestimmt auch einige Männer.", versuchte sie mich zu ködern. Ich ließ meine Arbeit kurz stehen und wandte mich meiner Chefin zu. Sie hatte sich derweile auf die andere Seite des Tresens auf einen Hocker gesetzt. Ihren Kopf legte sie verführerisch auf ihren Hände ab und schenkte mir einen umwerfenden Blick. Schade für sie das ich schwul bin, aber das wusste sie. „Midnight.", raunte ich und lehnte mich zu ihr, kam ihrem Gesichte nahe und umspielte mit meinen Fingern ihren langen rechten Ohrring. Ich steifte ihr Ohrläppchen.

„Ich brauche nicht zu tanzen, denn wenn ich etwas will ...", meine Finger glitten ihr Kinn entlang und ich sah ihre Gänsehaut. „... dann nehme ich es mir einfach.", unsere Gesichter waren nur wenige Millimeter von einander getrennt. „Und was willst du jetzt?", sprach sie nicht weniger verführerisch als ich. „Dich auf diesen Tresen schmeißen, dir deine Klamotten vom Leib reißen ... und über dich herfallen wie ein hungriges Tier.", schnurrte ich und unterstrich mein Gesagtes, indem ich sie mit meiner freien Hand an der Schulter packte und schon halb auf den Tresen zog.

„Midoriya! Midnight! Hört auf euch anzusexen! Das hält man ja nicht aus.", keifte uns mein Kollege von der Seite an. „Neito, du bist so ein Spielverderber.", ich rückte von meiner Chefin ab und fing an zu kichern. Anhand von Midnights Gesicht, war sie sich gerade anscheint nicht mehr ganz so sicher, dass ich wirklich nur schwul bin. „Beim nächsten Mal kann dich keiner vor mir retten.", raunte ich ihr noch zu bevor ich mich wieder meiner Arbeit widmete.

Mein Kollege stierte mich böse an. „Was denn?", fragte ich unschuldig. „Sowas kannst auch echt nur du dir mit der Chefin erlauben.", sagte er. „Neidisch?", stichelte ich grinsend. „Pah, als ob ich auf sowas wie dich neidisch sein könnte.", konterte er und klang leicht herablassend. „Jaja, belüg dich ruhig weiter.", lachte ich und arbeitete die Bestellungen ab. Der Lade lief heute wieder grandios und lag zum Teil auch an Momo. Sie hat eine Art zu tanzen, die viele Leute einfach in den Bann zog.

Mein Handy vibrierte und ich stellte mich kurz an die Seite, um rauf zu schauen. Mein Herzschlag setzte kurz aus, es war Katsuki. Er hat tatsächlich auf meine Nachricht geantwortet, wobei es muss keine gute Antwort sein. Ich öffnete unseren Chat.

Freitag

Komm zurück
14:37✔️✔️

Soll ich immer noch?
21:34 ✔️✔️

Montag

Ja
20:11 ✔️✔️

Es war nur ein einziges Wort und dennoch warf es mich völlig aus der Bahn. Ich hielt mir die Hand vor den Mund, um mein dämliches Grinsen zu verstecken. Kurz überlegte ich, was ich antworten sollte. Heute wird es zu spät, so lange ist er bestimmt nicht auf. Mit klopfendem Herzen tippte ich dann meine Nachricht in mein Handy.

Ich hol dich morgen von der Schule ab
20:16✔️✔️

Ich wollte mein Handy gerade wieder wegstecken, da vibrierte es wieder. Hat er so schnell geantwortet?

15.30
20:17✔️✔️

Meine Mundwinkel zuckten und ich freute mich gerade wie ein Kleinkind. Er will mich wirklich wiedersehen!

Just a Onenightstand?Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt