Extra 2.Grüne Augen

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Taps, Taps.
Die Pfoten eines Hundes machten leise Geräusche auf dem steinigen Untergrund. Er bewegte sich geschwind zwischen den großen Trümmern umher. Den Kopf gesenkt, schnüffelnd, schien er einer Spur zu folgen.

Rechts, Links, und wieder zurück. Solange bis er einen kleinen Spalt zwischen ein paar großen Steinbrocken erreicht hatte. Er bellte laut, als wolle er jemanden rufen.

Dann Tapste er in den Zwischenraum. Er war so klein sodass, ein erwachsener man darin nicht aufrecht stehen könnte. Der Hund schnüffelte den Boden ab. Bei einem großen bräunlichen Fleck in der Ecke, direkt neben einem großen Haufen Stein, schnüffelte er besonders lange. Nun galt sein Interesse der kleinen Masse auf der gegenüberliegenden Seite. Er stupste und Leckte die Masse ab, aber es gab keine Reaktion.

Schwere Schritte kamen dem Zwischenraum näher.
Der Hund begann wieder zu Bellen und lief zum Eingang zurück.

Ein großer Mann in Uniform traf der Hund dort an " Keebo, was machst Du denn hier?" Fragte der Mann während er den Hund lächelnd kraulte. " Du weißt doch das es gefährlich ist hier lang zu laufen."
Der Hund bellte nochmal. " Na anscheinend verstehst du nicht was ich sage." Der Mann seufzte. " Hast du was Gefunden?" Es erschien ihm komisch das sein Hund einfach so hierhin gelaufen war. Das tat er sonst nie. Der Hund bellte nochmal, diesmal als wolle er dies bestätigen.  Dannach lief er wieder in den Zwischenraum zurück.

Der Mann folgte ihm hinein. Er verstand warum sein Hund ihn hergeführt hatte. Der beißende Geruch musste die Ursache sein. Gebückt näherte er sich der Masse die nur aus Haut und Knochen bestand. Vorsicht berührte er den kalten Körper:" Hey, hörst du mich?" Sagte er mit ruhiger Stimme. Ganz langsam. In Zeitlupe hob sich der kleine Kopf. Genau so langsam öffneten sich die Augen. Bis ihre grauen Augen in die leuchtend grünen Augen des Mannes sahen.

Er wusste das sie nicht antworten würde.
Ihr Blick ging zur gegenüberliegenden Seite des dunklen Zwischenraumes. Der Mann folgte ihrem Blick und sah wie der Hund wieder den bräunlichen Fleck beschnüffelte. Sie schloss wieder die Augen und legte den Kopf auf ihre Knie, die sie fest an ihre Körper angezogen hatte.
Einen Moment herrschte Stille zwischen den Beiden.
" Ich werde dich mit zu mir nach Hause nehmen." Sagte Er und wartete auf eine Reaktion von ihr. Auch wenn sie keine zeigte hielt ihn das nicht auf sie aufzunehmen und sie aus dem Zwischenraum hinaus, ins Tageslicht, zu tragen. Der Hund folgte dem Mann.
Stumm lag sie in seinen Armen und ließ sich forttragen. Während sie seine grünen Augen betrachtete.

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