3. Die Frau namens Kyoshi

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Damals lernte ich eine Frau kennen und es fiel mir lange schwer sie loszulassen.
Das erste Mal traf ich sie in meiner Lehre. Sie war eine Gesellen und half mir und meinen Kollegen mich in den Job rein zu finden. Schon von der ersten Sekunde an hatte ich ein gutes Gefühl bei ihr. Ihr Name war Frau Kyoshi. Es ist nicht ihr echte Name, aber es beschreibt wer sie war.
Schon nach wenigen Wochen in der Lehre, hatte ich Probleme bei meinem großen Projekt. Ich schrieb meine Sorgen in fünf Briefen nieder und gab diese Frau Kyoshi. Sie versuchte mir daraufhin bei dem großen Projekt zu helfen.
So begann diese einseitige Beziehung. Oft blieb ich nach Feierabend noch etwas länger, um sie um Rat zu fragen, falls Frau Kyoshis Zeit es zuließ.
Sie bewegte etwas in mir, so wie kaum jemand es vor ihrer tat. Gefühle regten sich, die ich nur zu gern vergessen wollte. Sie waren stark und blüten förmlich, aber es war mir zuwider. Also wollte ich es stoppen. Einmal schrieb ich mir einen kompletten Text auf. Indem ich Frau Kyoshi darum bat mich zu ignorieren. Ich nahm ihn mit zur Arbeit und wollte ihn ihr geben. Allerdings konnte ich mich nie dazu überwinden. Ich wusste, wie einseitig diese Beziehung war und trotzdem wollte ich sie nicht gehen lassen. Also versuchte ich, meine Gefühle zu akzeptieren. Langsam schien ich auch bei meinem großen Projekt voranzukommen. Alles ging ins Alltägliche über und der Winter kam.
  Frau Kyoshi hatte sich einen ganzen Monat Urlaub genommen. Es fehlte mir etwas, wo ich sie solange nicht um Rat fragen konnte. Aber je mehr Zeit verging, desto mehr konnte ich sie beiseite schieben und mich meinen Aufgaben zuwenden.
  Doch der Monat ging vorbei und sie kam wieder. Und mit ihr die Gefühle, die ich schon fast vergessen hatte. Ein weiteres Mal blieb ich nach Feierabend und wir unterhielten uns über eine meiner Geschichten. Die Zeit verstrich und ich fuhr allein nach Haus. Mein Herz voller Trauer und Angst. Ich schätzte Frau Kyoshi sehr dafür, wie sie mir Rat gab und versuchte mich zu unterstützen. Doch hatte ich Angst zu weit zu gehen. Zu viel von dieser einseitigen Beziehung zu verlangen. Dass sie sauer auf mich werden würde. Niemals sprach ich es aus und so schrieb ich nieder:
»Sollten Frau Kyoshis Augen jemals diese Aufschrift erblicken, dann möchte ich sie bitten, mir zu verzeihen. Ich möchte nicht zerstören, was sie mir gaben.« Zumindest hätte ich es damals so geschrieben. Nach zwei Jahren wechselte sie den Beruf, auch sie hatte an ihrem großen Projekt gearbeitet. Sie, wie auch ich und jeder andere in diesen zwei Jahren. Noch heute fällt mir noch so mancher Rat von ihr ein. Auch wenn sie schon lange fort ist, werden mich meine Erinnerungen und Gefühle an sie nicht verlassen. Im Gegenteil sie werden mich weiterhin füllen und Anspornen damit ich gut an meinem großen Projekt arbeiten kann.
Vielen Dank für alles Frau Kyoshi.

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