Kapitel 7: Marcel

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Kurzer Autorin-Eintrag: judged mich nicht für mein Mario-Kart-Fan-Dasein


Ich gab ein anerkennendes Pfeifen von mir. „Wladi, du hast es tatsächlich geschafft, dein Krempel wegzuräumen", sagte ich lachend. Er grummelte, musste aber dennoch lachen. Ich war Feuer und Flamme und beschloss, meine Gedanken aus der Dusche hintenanzustellen und einfach abzuwarten, was kam. Mario Kart war einfach das beste Spiel auf dem Planeten, nach Fußball natürlich. Lukasz klickte sich durch das Programm, bis wir unsere Fahrer:innen aussuchen konnten. 

Ich fuhr immer mit Joshi, dem orangenen, weil der einfach cool war. Lu wechselte immer durch, weil er niemanden vernachlässigen wollte, was ich schon immer super süß an ihm fand. Wir wählten 150ccm. Ich nahm ein Kart, was mir gut gefiel, und was mir das Gefühl gab, dem Rennen gut Stand zu halten. „Man Schmelle", beschwerte sich mein bester Freund, „wie oft muss ich dir sagen, dass du ein Bike nehmen musst". „Nein man", antwortete ich, „Bikes sind scheiße". „Du bist scheiße", lachte er. „Im Fahren mit Bikes vielleicht aber ich mach dich trotzdem platt", ich rollte mit den Augen. „Das werden wir ja sehen", sagte Lu angriffslustig. „Deal", sagte ich. Wir wählten den Stern-Cup, den mochten wir beide am meisten. 

Während des Rennens fluchten wir, lachten wir, schrieen wir und beklagten uns. Es machte wahnsinnig Spaß. Trotzdem verlor keiner von uns die Platzierung aus dem Auge. Wir waren Freunde, aber trotzdem Sportler. Beim ersten Rennen gewann ich, was mich schadenfroh in die zweite Runde starten ließ. Das Karma holte mich schnell ein, indem er mich im zweiten Rennen schonungslos abfuhr. Trotzdem wurde ich zweiter. Das dritte Rennen ging ganz knapp auch an ihn. Beim Start des letzten Rennens klopfte mein Herz. Ich musste gewinnen, um Lukasz nicht den alleinigen Sieg zu überlassen. Das Rennen war spannend und wir lieferten uns ein Kopf an Kopf rennen. Auf der letzten Zielgerade aber traf mich ein roter Panzer, und Lu überholte mich. Ich war fuchsteufelswild. 

„Man Wladi, du Arsch", schimpfte ich beleidigt. „Tja, wer sagts denn", ärgerte er mich weiter. „Pff nur wegen dem Panzer, sonst kannst du auch nichts", schnaubte ich. „Trotzdem hab ich gewonnen", sagte er schadenfroh. „Gut gespielt Schmelle", sagte er und reichte mir die Hand. „Pff", gab ich von mir doch ich schlug ein. Während Lu den Fernseher ausschaltete, bekam ich mich langsam wieder ein. 

Bis mich Lukasz angrinste und ich darauf ebenfalls ein Lächeln erwiderte. Er warf sich aufs Bett, wo ich noch saß. „Schmelle, ich glaub du musst noch auspacken", lachte er und streckte sich. „Stimmt", sagte ich und stand sogleich auf. Mir machte es zum Glück nichts aus, auszupacken. Außerdem war sowieso schon alles sortiert in meinem Koffer, sodass ich die Bündel nur noch rausholen musste. Nach kaum einmal fünf Minuten warf ich mich wieder aufs Bett. „Fertig", grinste ich. Er sagte nichts, doch seine Mundwinkel hoben sich. „Ey sag doch was", forderte ich ihn auf. „Nö", sagte er lachend. 

Dann schwiegen wir kurz. Was nicht schlimm war, denn wir wussten beide, dass auch eine Stille etwas Gutes haben konnte. Bis ... 

„Sag mal Wladi, war das dein Magen?", ich drehte meinen Kopf und zog eine Augenbraue hoch. „Gar nicht wahr, das war deiner", gab der zurück. „Laber kein Mist", sagte ich. Ich setzte mich auf. „Komm, lass uns essen gehen, es ist sogar Zeit". Ich sah auf die Uhr: wir waren etwas spät dran, aber noch voll in der Zeit. Ich stand auf, zog meine Nikeletten an und wir traten auf den Gang. Ich war überrascht, wie sorglos ich die Zeit nach meiner Dusche überstanden hatte. Ich betrachtete das Profil meines großen Freundes neben mir. Er war wirklich übernatürlich schön. Ob er das wusste, war mir allerdings schleierhaft. 

„Müde?", fragte ich ihn, da er etwas ruhiger geworden war, seit wir das Zimmer verlassen hatten. Was aber immer wieder vorkam. Er war mein Ruhepol und konnte auch mal Zeit ohne komplette Eskalation verbringen. „Ja schon", antwortete er mir. „Dann lass uns nach dem Essen direkt schlafen gehen, morgen haben wir früh Training", sagte ich. "Gute Idee", sagte er. So gingen wir Richtung Essenssaal. 

Auf dem Weg gabelten wir ein paar der anderen Jungs auf. Wir unterhielten uns ein wenig, lachten, scherzten.

Kurzgeschichte Lukasz x MarcelWo Geschichten leben. Entdecke jetzt