Es ist dunkel... Es ist kalt... Ich sehe rein gar nichts... Es ist unheimlich still hier und ich will weg.
Vorsicht setze ich einen Fuß, nach den anderen. Meine Beine tragen mich langsam über den kalten Boden. Ich habe keine Ahnung, wo ich überhaubt hingehe. Ich habe keine Ahnung, wo ich überhaubt bin.
Ich trage nicht wie immer meine schwarzen Converse, oder meinen grauen Hoodie. Ich laufe barfuß, in T-shirt und Boxer durch die kalte, unbekannte Gegend.
'Warum habe ich Schlafsachen an?! War ich nicht gerade noch in der Schule?'
Ich höre plötzlich Stimmen. Ich kann nicht erkennen, was sie sagen. Sie reden undeutlich durcheinander.
Die ganzen Stimmen bereiten mir Kopfschmerzen und ich versuche auszumachen, von wo sie kommen. Doch ich sehe nichts.
Es ist einfach Schwarz... Oder dunkelgrau?
Orientierungslos laufe ich weiter durch die Gegend. Die Stimmen scheinen leiser zu werden. Es ist schon fast wieder unheimlich still...
Vor mir ist etwas. Ich sehe schwach die Umrisse einer Person. Sie ist klein, oder einfach nur gebückt.
Ich will nach ihr rufen, doch ich bekomme keinen Ton raus.
Ich gehe etwas schneller, will sie erreichen. Dann bewegte sie sich. Es scheint, als würde sie direkt in meine Richtung blicken. Ich kann lange Haare ausmachen.
Das einzige, was ich jetzt noch höre ist ihr Kichern. Diese Stimme...
Es könnte Einbildung sein, doch ich glaube, dass sie mir zuwinkt.
Ich gehe doch wieder etwas langsamer und bleibe schließlich stehen.
"Hallo."
Diese Stimme kommt mir wirklich bekannt vor...
"Äh... Hey... Wo sind wir und... wer bist du?"
Sie kichert wieder. Ich fühlte mich unwohl.
"Erinnerst du dich nicht an mich? Wie schade...
Dabei soll man aus seinen Fehlern lernen und sie nicht vergessen."
'Das kann doch nicht... Heilige Scheiße....'
Ich will hier weg. Ich will dieses Mädchen nicht sehen, nicht an diesen Abend denken. Doch wie sagt man so schön? Die Vergangenheit lässt sich nicht begraben...
Ich will mich umdrehen und gehen , doch ich bin nicht in der Lage mich zu bewegen. Ich starre sie einfach nur fassungslos an. Das Mädchen, das tot sein müsste...
"Ach sieh an... Du scheinst dich ja doch zu erinnern."
Sie kommt näher und ich kann sie nun perfekt erkennen. Sie sieht nicht aus wie damals. Das kleine, süße Mädchen ist weg.
Kein Leuchten in ihren Augen..
Keine Unsicherheit in ihrer Stimme...
Keine Angst, vor nichts....
Ihre Pupillen sind schrecklich klein.
An ihren Mundwinkeln hängt Blut.
Sie spricht plötzlich weiter, aber in einer grausamen, männlichen Stimme.
"Netter Versuch, aber ich will nicht irgendeine mickrige Sehle, die mich besänftigen soll! Ich dachte die Menscheit hätte aus ihren Fehlern gelernt und begeht sie nicht nochmal. Du bist ein gutes Beispiel für die menschliche Dummheit! Opfergaben sind nutzlos! Trau dich es zu beenden!" Ich habe Angst. Ich bin gezwungen in ihre Augen zu sehen. Sie ist nur ein Medium, aber trotzdem habe ich riesige Angst vor ihr!
Sie, oder Es, spricht weiter, doch ihre Worte gleiten an mir vorbei. Plötzlich höre ich ein lautes Klatschen. Ich sehe noch das Mädchen lächeln und wie sie verschwommen auf mich zu-...
Ich schreckte hoch und hörte viel Gelächter. Total verwirrt rieb ich mir über die Augen und versuchte mich zu orientieren.
Hab ich etwa geschlafen? War das nur ein Traum?
"Es tut mir sehr leid dich gestört zu haben, Christian, doch schlafen sollte man nachts in seinem Bett und nicht im Unterricht!"
Es war mein Mathelehrer, der seine Hand auf meinen Tisch geschlagen hatte, um mich zu wecken.
Ich bin noch nie im Unterricht eingeschlafen...
Mein Lehrer blickte mich fragend an und ich tat es ihm gleich, da ich keine Ahnung hatte, was er von mir wollte.
"Hörst du mir überhaupt zu?!"
Sieht es so aus?
"J-jaa?... Nein, tut mir leid, was sagten sie?"
"Ob du wenigstens die Aufgaben ausrechnen könntest?"
Ungeduldig deutete er auf eine Aufgabe im Buch. Sie sah wirklich leicht aus, doch ich hatte nicht wirklich Lust an die Tafel zu gehen und zu rechnen... Dieser Traum beschäftigte mich zu sehr.
"Ne, sorry..."
Die anderen lachten und ich erhielt noch eine Prädigt von meinem Lehrer. Ich sah rüber zu Ben, welcher diese Situation komischer Weise nicht wirklich lustig fand. Er sah mich eher mitleidig an.
Ich lächelte ihm kurz zu, um ihn zu zeigen, dass es mir gut ging woraufhin er kurz nickte und sich dann wieder den Aufgaben im Buch widmete.
Ich tat, als würde ich mich ebenfalls dafür interessieren, war mit meinen Gedanken aber bei meinem Traum.
Seit wann kann ich mich so genau an meine Träume erinnern? Oder seit wann kann ich meine Träume selbst steuern?! Das war so real... Ich hab die kälte vom Boden gefühlt...
Die Schule war vorbei und ich begab mich direkt nach Hause. Ich wollte niemanden sehen, oder hören. Ich hatte furchtbare Kopfschmerzen, da dieser Traum sich in meinem Hirn festzusetzen schien.
Manchmal wünschte ich, dass meine Eltern nicht so viel Arbeiten würden. Ohne sie war es so leer im Haus und ich musste mich alleine gruseln...
Ich ging direkt in mein Zimmer und legte mich auf mein Bett. Ich wollte nicht schlafen, aber ich wollte auch nicht wach bleiben.
Ständig bildete ich mir ein, das Mädchen zu sehen.
Ständig überlegte ich, wie ich dem ganzen hier ein Ende setzen könnte.
Ich fühlte mich schrecklich. Ich war noch nie so lange so niedergeschlagen.
Ich schrieb Ben an, da eine Frage wie verrückt in meinem Kopf rum spukte.
Sollte ich das Spiel vielleicht doch wiederholen?
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Das Mitternachtsspiel
HorrorAnzeichen, dass ER näher kommt: Elf Es wird kälter, wenn er kommt. Zwölf Meine Kerze erlischt, wenn er kommt. Dreizehn Ich sehe vielleicht einen menschlichen, schwarzen Umriss, wenn er kommt. Vierzehn Irgendeine Strategie? Fünfzehn Wenn ich merke, d...
