Das Gefühl, was einem ein einfacher Schuh geben kann, war absolut unerwartet. High Heels, schwarz, hoher Absatz und doch wunderschön, im Gegensatz zu den Gefühlen die dieser in mir verursachte.
Eine schlimme Vorahnung machte sich in mir breit. Ein Schuh, welcher definitiv nicht mir gehörte, lag in meinem Flur. Im Flur von Max und meiner Wohnung. Meine Knie begannen zu zittern und ein eisiger Schauer zog sich über meinem gesamten Körper. Die Gänsehaut, die sich daraus entfachte, ließ mich ein paar mal kurz zucken.
Ein paar Schritte zogen mich in Richtung des Wohnzimmers. Mit einer schlimmen Vorahnung kam ich in den Raum, indem ich so viele Momente meines Lebens genoss. Die vielen Erinnerung die ich dort gesammelt habe, vorallem mit Max.
Als ich dann Max dort sah, öffnete sich mein Mund und meine Augen erweiterten sich. Doch er war allein. Sein Blick ging in meine Richtung, ohne irgendetwas zu sagen.
Schweigend drehte ich mich um und machte mich auf die Suche. Auf die Suche nach der Wahrheit. Auch wenn ich diese schon kannte, brauchte ich die Bestätigung, denn ein kleiner Funke Hoffnung schimmerte weiterhin in mir drin. Kräftig öffnete ich Badezimmertür und da stand sie da.
Meine Vermutung verwirklichte sich innerhalb einer sekunde. Eine Frau. Eine unbekannte Frau stand in meinem Badezimmer. Mit aufgeknöpftem Hemd blickte sie mich an. Ich konnte es einfach nicht glauben. Nach all den Jahren betrog er mich einfach. Wie konnte er das tun? Ein Stechen breitete sich in meiner Herzgegend aus und etwas feuchtes rollte meine Wange hinab. Wütend trat ich einen Schritt näher an die Unbekannte heran. Doch seltsamer Weise konnte ich ihr nicht böse sein. Sie war nicht dafür verantwortlich, dass mein Freund mich betrügt. Vielleicht wusste sie es ja nicht einmal. Doch wusste sie es? Ich stürmte in den Flur nahm ihre Schuhe und schmiss sie durch die Tür. ,,Raus hier", kam es mit einem lauten Ton aus mir heraus. Ihre Blicke schweiftem zwischen Max und mir hin und her. Anschließen blieben sie bei mir hängen. Ein unsicheres Schweigen ließ sie die Wohnung verlassen. Die Tür knallte ich zu, nachdem sie die Schwelle übertreten hatte.
Mein starrer Gesichtsausdruck richtete sich in die Richtung des Mannes, welcher mich an diesem Abend betrogen hatte. Eine Angst entwich deutlich seinem Körper und sein schuldbewusstes Auftreten machten es mir schwer sauer auf ihn zu sein. Aber ich war es sehr. Ich war extrem wütend auf ihn.
Nach langem Schweigen zwischen uns begann ich: ,,Wie konntest du das tun?" Mit einer Zerbrechlichkeit in seiner Stimme begann er: ,,Lena, es tut mir so unendlich leid. Ich... ich... wir haben zu viel getrunken und eins führte zum anderen. Aber bitte glaub mir: Das war ein Fehler. Ich hätte das nicht tun dürfen. Die Sache ist.... es läuft nicht mehr so zwischen uns. Das wissen wir beide." ,,Das gibt dir noch lange nicht das Recht sowas zu tun." Eine weitere Träne bahnte sich den Weg zu meinem Kinn. Er wusste das er einen Fehler gemacht hatte. ,,Ich weiß...ich weiß. Es tut mir leid." ,,Weißt du ich bin eigentlich hergekommen, damit wir reden können. Ich wollte über unsere Probleme reden. Aber das hat sich ja jetzt erledigt", entgegnete ich ihm. Ohne auf seine Antwort zu warten rannte ich zum Schlafzimmer, schnappte mir einen großen Koffer und packte meine Sachen hinein. Alles was ich so schnell finden konnte, landete im Koffer. Max folgte mir und versuchte auf mich einzureden, doch ich ignorierte ihn geziehlt. Mit ihm reden konnte ich nicht. Nicht nach dem was er getan hat. Als ich mit dem Koffer in Richtung Haustür ging griff Max meinen Arm und zwang mich mich umzudrehen. ,,Du kannst jetzt nicht einfach gehen." ,,Max.. es ist vorbei." Tränenüberlaufen zog ich meinen Arm aus seiner Hand. Sein Versuch er diesen erneut festzuhalten endete in einer Ohrfeige, die ich ihm wohlentschlossen verpasste. Meine Wut wurde einfach zu groß in diesem Moment.
Ich verließ die Wohnung mit einer Wut und gleichzeitiger Tauer und endete in den dunklen Straßen Berlins. Diese letzte Stunde flog noch einmal durch meinen Kopf, wie ein Lied in 10facher Geschwindigkeit. War das nun das Ende? Nach neun Jahren sollte es also so enden. Der andauernde Schmerz in meinem Herzen war weiterhin dort. Egal wie schlimm die Situation auch war, ich war irgendwie erleichtert über das Ende der Beziehung. Allerdings nicht darüber, wie diese Reise geendet hat.
Plötzlich kam mir ein Gedanke: Kiwi. Fuck. Wie konnte ich sie nur vergessen. Sie war immernoch bei Mark. Ich hatte sie da gelassen, nachdem ich bei ihm war. Kiwi liebte ich über alles. Das tat ich. Aber durch den extremen Stress und den Aufregungen der letzten zwei Stunden kam sie mir einfach nicht in den Sinn. Sofort machte ich mich in auf den Weg zu Marks Wohnung.
Auf dem Weg, welcher etwa 10 Minuten dauerte, versuchte ich mir die Tränen aus dem Gesichte zu wischen. Er sollte nicht unbedingt merken, wie schlecht es mir ging. Zusätzlich schrieb ich Bella noch eine Nachricht:
Lena: Hey! Ich hab meine Sachen noch in deinem Wagen vergessen. Ich hol sie morgen ab, wenn es dir passt.
Bella: Natürlich. Hast du alles geklärt mit Max?
Lena: Sowas in der Art. Wir reden morgen.
Bella: Okay. Bis morgen.
Als ich gerade eine weitere Nachricht in mein Handy zu tippen versuchte, stieß eine Person mir gegen die Schulter, weshalb ich dieses fallen ließ. Schnell bückte ich mich nach meinem Handy um es aufzuheben. Die Person tat es mir gleich und entschuldigte sich bei mir: ,,Tut mir leid. Das wollte ich nicht." Seltsamerweise kam mir diese Stimme bekannt vor.
Wer ist wohl die Person, die sie plötzlich trifft?
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My Favorite Mistake
FanficSchon seit einiger Zeit geht Lenas Beziehung in die falsche Richtung und sie weiß nicht, ob sie es noch wert ist. Einige Freunde stehen ihr dabei die ganze Zeit zu zur Seite- einer ganz besonders. Wird er es auch, wenn etwas passiert, was niemand he...