Same Old Lang Syne- Dan Fogelberg

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Es war ein wenig unangenehm in diesem Moment. Ich zeigte ihm den Weg zur Coach und er setzte sich, während ich mich ein paar Meter weiter hinsetzte. Da ich mittlerweile meine eigene Wohnung hatte, wusste er nicht wo sich alles befindet. Auch Mark und ich hatten uns vorerst für getrennte Wohnungen entschieden um das ganze nicht zu überstürzen.

„Wie geht es dir so?" „Max..", unterbrach ich ihn, „bitte nicht." Er wusste sofort wovon ich rede und zog seine Frage zurück. „Es tut mir leid. Und ich rede nicht nur davon, dass ich unaufgefordert hier auftauche. Ich mein alles. Das was da damals passiert ist tut mir einfach nur noch leid." Mein Blick senkte sich und ich schwieg. Er redete weiter: „Es ist viel passiert in den letzten paar Monaten. Es ging mir einfach nicht mehr gut und ich bin in ein Loch gefallen. Und so schnell kam ich da nicht wieder raus. Aber ich bin jetzt in Therapie."

Dabei stieg mein Blick erneut an. Ich wusste nicht, dass es ihm so schlecht ging und das tat mir dann auch wirklich leid.

„Mir geht es langsam echt besser und durch die Therapie hab ich eine ganze Menge erkannt. Und zwar auch bezüglich dir und mir. Lena, ich weiß ich hab dich verletzt. Es tut mir leid. Aber was ich dir sagen will. Ich liebe dich. Ich hab dich immer geliebt."

Bei diesem Satz fehlten mir die Worte. Was sagt man seinem Ex-Freund, der einen betrogen hat, wenn er sagt er liebt dich? Auf diese Frage hatte ich selber keine Antwort. Mehr als ein Ähm verließ zunächst nicht meinen Mund. Was ist gerade passiert? „Max...ich..." Plötzlich unterbrach er mich: „Lass mich ausreden." Daraufhin schwieg ich, damit er sagen konnte, was er wollte. „Ich liebe dich. Das tu ich wirklich. Aber mir ist klar, dass das nicht funktioniert. Du bist besser ohne mich dran. Ich bin nicht gut genug für dich. Das war ich noch nie. Du bist glücklich. Zumindest glaube ich das. Und ich möchte nichts anderes, als dass du glücklich bist. Aber ich musste dir das einfach sagen um endlich damit abzuschließen. Ich wünschte ich könnte dich jetzt fragen, ob wir weiterhin Freunde sein können, doch ich weiß, dass ich das niemals könnte. Also werde ich dich nicht anlügen und ehrlich mit dir sein, wenn ich sage dass wir keine Freunde sein sollten."

Seine Worte verwirrten mich. Dennoch stieg ein wenig Faszination in mir auf. Die Art wie er mit mir redete. Ich wusste er meinte es ernst.
Allerdings konnte ich nur Lächeln. Ich war tatsächlich glücklich. Aber die Liebe zu Max fühlte ich schon lange nicht mehr. Er wusste es. Mit einem leisen „Danke", von mir. Und mit diesem Wort war das Gespräch beendet.

„Also seid ihr zwei...?", er stellte die Frage nicht zu Ende, da ich wusste was er meinte. „Ja." „Und macht er dich glücklich?", fragte er. „Ja, unglaublich glücklich." Meine Worte taten ihm ein wenig weh. Dennoch antwortete er: „Das freut mich." Auch wenn es eine Lüge war, war ein Fünkchen Wahrheit dabei.

Wir redeten und redeten und redeten. Es war wie damals und es fühlte sich einfach wieder gut an. Diese Vertrautheit hat uns bis zu diesem Moment nicht verlassen. Auch wenn es nicht wie früher war.

„Ich sollte besser gehen." Nun stand er vom Sofa auf und ging Richtung Tür. Ich folgte ihm, öffnete ihm die Tür und wir verabschiedeten uns. Es schien für uns der letzte Abschied gewesen zu sein. Für immer.

Nachdem er die Tür verließ, verließ mich auch die letzte Wut die auf ihm lastete. Ich wünschte ihm nur noch das allerbeste, trotzdessen was er getan hatte.

Langsam schloss ich die Tür und begab mich zurück ins Wohnzimmer, wo Kiwi mittlerweile gierig auf mich wartete. Wenn sie einmal nicht pünktlich ihr Futter bekommt, flippt sie schon fast aus. Dieser Hund erfüllt mein Herz und meine Seele aber ist trotzdem ein kleiner Quängelgeist. „Na geh schon. Komm mit", lotste ich sie hinter mir her zu ihrem Futternapf. Nachdem Kiwi versorgt war, beschloss ich mir selbst noch etwas zu kochen. Denn Essen kam für mich heute breits viel zu kurz. Mark würde heute vermutlich nicht mehr kommen, weshalb ich nur für eine Person kochen musste.

Mit meinem Essen und Kiwi im Schlepptau machte ich mich auf den Weg zum Sofa. Ich schaltete eine meiner Lieblingsserien an und ließ es mir mal richtig gut gehen, bevor mein letzter richtiger freier Tag vorerst zu Ende geht.

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