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Yoongi POV

Nach ungefähr 10 Minuten komme ich an der Lichtung, wo wir uns das erste mal getroffen haben, an. Namjoon steht am Rand des Abgrunds und beobachtet den Sonnenuntergang. Langsam gehe ich auf ihn zu und irgendwann höre ich bereits sein Schluchzen. Als ich direkt hinter ihm stehe, geht er plötzlich einen Schritt nach vorne. Sofort greife ich nach seiner Hand und halte ihn fest. Überrascht schaut er zu mir hoch. "E-eure-" "Halt den Mund." Gemeinsam schaffen wir es, dass er wieder auf dem sicheren Boden steht. Sofort ziehe ich ihn einige Meter von der Klippe weg.

Wütend drehe ich mich zu ihn um. "Schau mich an." Sofort richtet er seinen Blick auf mich und Tränen fließen unaufhörlich über seine Wangen. "Ich habe dein Tagebuch gefunden." Er schluckt und sofort schließe ich ihn in eine Umarmung. Weinend krallt er sich in meine Schulter und gemeinsam lassen wir uns auf den Boden nieder.

Nachdem er sich beruhigt hat, lösen wir uns. "Versprich mir, dass du mir in Zukunft sagst, wenn es dir nicht gut geht." Namjoon schweigt und schaut zu Boden. "Namjoon, versprich es mir." "Warum?" "Was?" "Warum habt Ihr mein Tagebuch gelesen? Warum habt Ihr mich gerettet? Warum soll ich es Euch erzählen?" Schockiert sehe ich ihn an. "Weil du mir wichtig bist, Namjoon. Das alles ist meine Schuld. Wäre ich ein besserer Freund gewesen, hättest du mir alles anvertraut und nicht einem Buch. Es tut mir leid, wirklich. Auch, dass ich dich allein gelassen habe, ohne dich alles erklären zu lassen. Also versprich mir bitte, dass du mir in Zukunft alles erzählst."

Mit Tränen in den Augen blickt er mich an. "Majestät, Ihr müsst Euch nicht entschuldigen, denn Ihr habt nichts falsch gemacht. Ich habe mich geweigert Euch etwas zu sagen. Früher war ich noch zu jung und jetzt wollte ich meine Freundschaft zu Euch nicht ausnutzen und zerstören." Ich seufze. "Namjoon?" "Ja, Eure Majestät?" "Vergiss, was ich heute Morgen gesagt habe und nenne mich Yoongi." Überrascht sieht meine Wache mich an, doch lächelt dann. "Okay, Eu- Yoongi."

Gemeinsam gehen wir zurück zum Schloss, wo wir Seokjin begegnen. "Geh zu ihm. Immerhin könnt ihr ab morgen eine legale Beziehung ohne Druck führen." Dankbar lächelt er mich an, verbeugt sich und läuft zu den Jungen, den er liebt. Auch wenn ich ihn nicht mag, wenn Namjoon glücklich ist, muss ich das wohl akzeptieren.

Erschöpft gehe ich in mein Zimmer und lege mich in mein Bett. Ich habe mich heute mit meinem besten Freund gestritten, habe ihn dann vor dem Tod gerettet und habe ich über ihn Dinge erfahren, die ich noch nicht gewusst habe. Kurz bevor ich einschlafe, wandern meine Gedanken zu den Jungen. Seine schwarzen, zerzausten Haare, seine perfekte, mit Schmutz verdreckte Haut und seine strahlen, braunen Augen. Sein zierlicher Körper und seine kleinen Hände, die sanft über meine Narbe fahren. Langsam wandert meine Hand zu meinem Auge. Mochte er sie oder hat sie ihn gestört?

Am nächsten Morgen werde ich von lauten Geräuschen geweckt. Genervt mache ich mich fertig und gehe in den Thronsaal. "Was ist da draußen los?!" frage ich meine Berater gereizt. Niemand von ihnen antwortet, weshalb Namjoon das Wort ergreift. "Sie protestieren, wegen der Abschaffung des Gesetzes gegen Homosexualität." "Was können wir dagegen tun?" fragt nun Herr So. "Sagt denen, alle, die sich beschweren wollen, sollen zu mir kommen, der Rest soll nach Hause gehen. Wir werden sehen, wie viele noch protestieren werden." meine ich in dem Wissen, dass sich niemand mit gesundem Menschenverstand trauen würde, gegen meine Entscheidungen zu protestieren, wenn derjenige vor mir steht. "Aber wäre es nicht einfacher, wenn Ihr den Befehl zurück nehmt? Es war doch nichts falsch daran, das Land von diesem Abschaum zu befreien."

Majesty || YoonminGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt