Pov.-(Y/N)
Der zweite Tag des Trainingscamps hier in Tokio war angebrochen.
Gestern Abend ist nicht mehr viel passiert außer, dass Komori bei meinem Bruder und mir im Zimmer war. Wir haben viel miteinander geredet, zum Glück über Dinge die mal nichts mit Volleyball zutun hatten.
Eine weitere Ausfragung bezüglich meines Fußgelenks hätte ich auch nicht ausgehalten. Kiyoomi war die meiste Zeit über still und lauschte mehr unserem Cousin und mir, als sich wirklich an dem Gespräch zu beteiligen. Ich erzählte ihnen wie es mir an der Karasuno gefällt und von den neuen Leuten, die ich dort kennengelernt hatte.
Kageyama und ich hatten uns zum Frühstück wieder getroffen, wobei es mich förmlich in den Raum der Mensa zog in dem es wundervoll nach Toast, Rührei und Tee duftete. Auf meinem Tablett landete als erstes eine Tasse mit dem heißen Gebräu. Zwei Scheiben Toastbrot und etwas Aufstrich nahm ich mir ebenfalls auf einen Teller, bevor ich mich zu meinem Teamkollegen an einen runden Tisch setzte. Wir saßen weiter abseits von den anderen Spielern, die langsam den Raum füllten.
Der Schwarzhaarige und ich begrüßten uns nur mit einem stummen Nicken. Wir waren wohl beide nicht die Art von Mensch, die morgens viel miteinander sprach. Mit beiden Händen umfasste ich das aus Keramik geformte Gefäß und hielt den Tee unter meine Nase, um die heißen Dämpfe aufzunehmen. Camellia sinensis, die Pflanze aus der grüner Tee hergestellt wird und deren Duft meine Geruchsknospen gerade aufsaugen, als wäre es das einzige was mich an diesem Morgen wach halten würde. Grüner Tee war vielleicht nicht meine Lieblingssorte, aber es genügt um mich zufriedenzustellen.
Ich nahm einen Schluck und ließ die heiße Flüssigkeit auf meiner Zunge zergehen, wobei bestimmt ein paar meiner Geschmacksknospen dran glauben mussten. Ein leicht bitterer Geschmack breitete sich aus und meine Laune stieg ein wenig.
"Ich hab noch nie jemanden Tee so genießen sehen.", ertönt plötzlich die Stimme der Krähe neben mir. Seine ozeanblauen Augen mustern mich eindringlich, wobei ich aufpassen musste nicht von ihnen in die dunkle Tiefe gezogen zu werden. "Sagt der Junge, der gefühlt nur Milch und Trinkjoghurts verdrückt.", erwidere ich trocken zurück, wie das Stück Toast von dem ich in der nächsten Sekunde abbeiße. Eigentlich frühstücke ich nie, aber unter Mittag werden wir nicht viel zum Essen kommen. Kags und ich gleichen uns in einer Sache sehr, Ehrgeiz. Also werden wir die meiste Zeit trainieren verbringen.
Mein Blick fällt auf den Blondschopf von der Inarizaki High, als dieser den Raum betritt. Seine Ausstrahlung gleicht fast der von Oikawa, als ich diesen zum ersten Mal getroffen habe. Wie ein König, der zufrieden sein Reich und seine Untergebenen darin mustert. Er bewegt sich selbstsicher und galant auf diesem Gebiet, wissend dass er einer der Besten ist oder sich wohlmöglich für den Besten hält. Irgendjemand musste ihn von seinem Thron stoßen.
Nachdenklich betrachte ich ihn weiter, analysierte seine Bewegungen haargenau. Was ist eigentlich wenn ich mich in ihm täusche und zu schnell Schlüsse ziehe? Wenn er außerhalb von Volleyball ganz anders ist? Vielleicht ist er ja doch ganz...
"Hey, weibliches Wesen!", hörte ich plötzlich seine Stimme mir mit gespielter Fröhlichkeit entgegen rufen, als Blondie mich bemerkte. Bei seiner absichtlich gewählten Tonlage konnte einem echt der Appetit vergehen. Sofort schluckte ich das Wort auf meiner Zunge wieder herunter und verbannte es ganz tief in meinem Inneren. Ich lag mit meinen voreiligen Schlüssen wohl doch richtig.
"Ich bin weg.", flüsterte ich Kageyama zu, bevor ich den Stuhl über den Boden schaben ließ als ich fast schon ruckartig aufstand, vorbei an dem Blondschopf ging und ihn extra mit meiner Schulter anstieß.
Meine Füße trugen mich zurück in mein vorläufiges Zimmer, in dem ich mir meine Sportklamotten überzog. Frühzeitiges Training kann nicht schaden, außerdem würde ich die Halle für ein paar Minuten noch ganz allein für mich haben. Mein Blick fällt auf mein Fußgelenk. Nachdenklich drehe ich es hin und her, vielleicht würde Tape ein wenig helfen das Gelenk zu unterstützen. Also ging ich zur Tasche meines Bruders, da ich mir sicher war, dass er immer in irgendeinem Seitenfach eine Rolle Tape für Notfälle aufbewahrte. ich wurde nicht enttäuscht, als ich tatsächlich eine blaue kleine Rolle aus dem tiefsten der Sporttasche meines Bruders fischte. Ich ließ mich auf dem kühlen Boden nieder, streifte mir den Strumpf vom Fuß und begann meinen Fuß mit dem Tape an bestimmten Stellen zu bekleben. "Das sollte funktionieren.", meinte ich mit einem zufriedenen Nicken, zog mir Strumpf und Schuhe wieder über, bevor ich das Zimmer verließ und mich auf den Weg zur Halle machte.
Als ich diese betrat war sie wie zu erwarten leergefegt. Still imponierte ihr riesiger Anblick den Rest vom Gebäude. Eine ähnliche Ausstrahlung, wie die von Blondie prallte von den Wänden ab, doch hier störte es mich nicht im Geringsten. Jeder meiner Fußschritte hallte in der Ruhe wieder und erinnerte mich bei jedem Schritt daran, dass ich die Schuldige bin die diese Stille unterbricht. Beinahe anklagend quietschte das Tor zum Geräteraum, als ich dieses nach oben aus dem Weg schob. Ich holte alles heraus, was ich brauchte um eines der Netze aufzubauen und hatte diese Aufgabe auch innerhalb weniger Handgriffe bewältigt. Ich holte mir noch einen Ballwagen, den ich in der Nähe des Netzes platzierte und griff nach einem der weiche Lederbälle von der Marke Mikasa. Diesen drehte ich kurz zwischen meinen Handflächen, aber in der nächsten Sekunde richteten sich meine Augen schon auf das Netz, welches nur darauf wartete benutzt zu werden.
Den Ball warf ich hoch, streckte meinen Körper in die Höhe, sodass meine Fußspitzen allerdings fest auf dem Boden blieben wie angeklebt, versuchte mit meinem Arm an den Ball heranzureichen und schleuderte ihn auf die Seite, als er nur für den Bruchteil einer Sekunde meine Hand berührte. Ein lauter Aufschlag hallte von den Wänden des Raumes wieder, als das gebundene Leder auf dem Boden aufkam. Knapp vor der hinteren Linie des Feldes. Ein guter Libero hätte diesen sicher aufhalten können, dennoch zucken meine Mundwinkel leicht in die Höhe. Meine neue Technik ist nicht die Beste, erhöht definitiv nicht die Erfolgschancen meines Teams oder würde viele Punkte erzielen, da dafür meine Schlagkraft und Höhe durch den fehlenden Sprung nicht ausreicht, aber sie funktioniert. Sie funktioniert für mich und ist mein ganz eigener Weg, das weiterzumachen was ich liebe.
"Hol mehr Schwung aus deinen Knien.", die vertraute Stimme meines Teamkameraden tauchte hinter mir auf und mit einem kleinen Lächeln sah ich zu ihm. Meine Augen ließen ein wenig Herausforderung mit einfließen, als ich ihm stumm einen Ball hinhielt. Zeig es mir.
Kageyama zögerte keine weitere Sekunde, nahm ihn mir aus der Hand und stellte sich neben mich, bereit die Lederkugel auf die andere Seite zu befördern. Meine Augen verfolgten dabei seine Vorgänge, die Anspannung seiner Muskeln, wie er in die Knie geht sich wieder aufrichtet als hätte er vor zu springen, dies aber nicht tut und mit dem rechten Arm ausholt.
So schnell wie der Ball seine Handfläche berührt hatte, so schnell ist er auch schon wieder weg und verkündet nur mit einem dumpfen Knall auf den Boden, dass er auf der anderen Seite ist. Ich würdige diesem allerdings keinen Blick, sondern bleibe mit meinen Augen lieber an der Krähe hängen. Seine Lippen umspielt ein selbstgefälliges Lächeln, worauf ich gespielt meine Augen verdrehe. "So würde ich es gern von dir sehen."
Meine Hände greifen nach einem weiteren Ball, vor meinem geistigen Auge wiederholen sich Kags Bewegungen und ich versuche mein Bestes es ihm nachzuahmen.
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Shattered ~ Kageyama x Reader
Fiksi PenggemarSakusa (Y/N) ist ebenso wie ihr Bruder bekannt in der Sportart Volleyball. Bisher ist sie das einzige Mädchen das in einem Jungenteam mitgespielt hat. Dadurch machte ihr Name schnell die Runde, doch allein daran lag es nicht. Sie war zudem auch ziem...
