10: Gefühlschaos

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Nachdem Gespräch mit Jerky fühlte ich mich irgendwie... Besser? Seine Nervosität hatte ich irgendwie als niedlich empfunden. Und das er sich bedankt hatte, hatte mir viel bedeutet. Ich glaube, dass er mich nun mochte? Konnte das sein? Eines wusste ich auf jeden fall. Ich mochte ihn. Ein Kribbeln im Bauch deutete doch darauf hin das man jemanden mochte, oder nicht?

Ich hatte nun direkt einen eigenen Platz neben Wabou bekommen. Zwar konnte ich von da aus noch nicht das Raumschiff steuern, aber ich hatte bereits schon vieles über das Universum gelernt. Wo wir uns befanden, und wo auch noch andere Planeten lagen. Ich staunte immer wieder über die Sachen die es hier draußen gab. Was mein Dorf alles verpasste. Es wäre der Wahnsinn, könnte ich Dad das hier zeigen. Bei dem Gedanken an zu Hause, lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Ich vermisste meine Familie, meine Leute, sehr aber was wenn das hier meine Bestimmung war, und nicht als eine Anführerin in meinem Dorf jeden Tag zu regieren, jeden Tag das selbe zu sehen und zu machen, was sollte ich ihm dann sagen? Er würde es sicherloch nicht verstehen.

Erschöpft ließ ich mich in meinen Sessel fallen und bemerkte wie Wabou traurig auf seinen Arm schaute. Ich erkannte ein dünnes, grünes Armband an seinem Handgelenk, welches er mit der anderen Hand zärtlich anfasste und herumdrehte.

"Wabou? Warum schaust du so traurig?" fragte ich sanft und lehnte mich zu ihm nach vorne. Er guckte ich mit emotionalen Augen an. "Das Armband hab ich von dem Captain, wir waren immer beste Freunde, wabouuu" ich legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Was auch immer da vorgefallen ist, er meinte es sicherlich nicht so. Du solltest nicht zu hart zu ihm sein, vielleicht gehst du mal auf ihn zu, und er wird sich bestimmt von selbst bei dir entschuldigen..." meinte ich und Wabou nickte zufrieden und lächelte auch schon wieder. Er stand auf und ging schon durch die graue Tür in den Gang.

Ich hatte ein Bett in einem kleinen Raum ganz unten im Raumschiff bekommen. Dort schliefen auch noch andere Ehrenmänner der Crew, und ich fühlte mich echt fast schon wie ein komplettes Mitglied, was Jerky sowieso nie erlaube würde, denke ich. Ich setzte mich auf die weiche Matratze und legte mich zurück. Keine Minute später war ich auch schon weggedöst und in meinem Kopf drehte sich etwas, was vorher noch nie passiert war. Ich war wie weggetreten und meine Gedanken wurden wie ein Spielfilm angespielt, den ich nicht beeinflussen konnte.

Ich trug die rot/ blaue Uniform, mit der Rakete an der linken Brust, das Zeichen der Ehrenmänner. Ich stand in der Mitte des Raumes, schaute zufrieden auf die Crew. Vor mir saß Jerky auf seinem Sessel, der sich kurz danach umdrehte. Er saß breitbeinig und lächelte mich charmant an. Als seine Augen meine trafen, stand ich wie angewurzelt da und bewegte keinen Muskel. Mein Fokus lag nun nur auf ihm. Plötzlich war der ganze Raum leer, keiner der Crew war mehr in der Nähe, und selbst die Sessel und Bildschirme waren weg. Es waren nur noch er und ich da. Sein Lächeln verschwand leicht und er stand auf, und kam langsam auf mich zu. Mein Herz schlug so schnell das ich den Puls an meinem Hals deutlich zu spüren bekam. Er kam immer näher, und näher... Ich bewegte mich immer noch nicht von der Stelle. Unser Augenkontakt bestand die ganze Zeit, und keiner von uns traute sich ihn zu unterbrechen.

Er blieb stehen als und nur noch ein paar Zentimeter trennten. Er war einen Kopf größer als ich, deshalb schaute er ein wenig auf mich herunter. Er atmete aus, ich öffnete den Mund etwas. Sein Atem berührte mein Gesicht, und meinen Hals. Auf meiner Haut entfaltete sich eine leichte Gänsehaut. Würde es gleich passieren? Oh ja... Wie sehr ich es wollte...

Er bewegte seinen linken Arm und fuhr mit seiner Hand ganz langsam an meiner Hüfte und an meinem Bauch entlang. Ich beobachtete seine Augen, die meinen Körper verlangend anschauten. Jerky öffnete seine Lippen und kam näher an mein Ohr und meine Wange, doch er berührte mich nicht. Er brachte mich echt um den Verstand. Ich legte meine Arme um ihn und drückte ihn näher an mich. Sein Geruch steig mir sofort in die Nase und ich nahm einen tiefen Zug... Seine Hand wanderte weiter, an meinem Oberschenkel entlang. Jetzt berührte er meine Haut und wanderte weiter nach innen... Ich seufzte auf und ich merkte wie ich es langsam nicht mehr aushalten konnte. Er strich langsam mit seinen Fingern weiter, tiefer und dann endlich an meinem Eingang angekommen...

"ACH DU SCHEIßE!" rief ich als ich aufwachte und bemerkte wie sich wirklich eine Gänsehaut auf meiner Haut gebildet hatte. "Was zur Hölle? War das ein Traum? Nein, das kann nicht sein... Es hatte sich so realistisch angefühlt... Zu realistisch" ich fasste mich fassungslos an die Stirn und wischte mir einmal mit meinen Händen durch die Haare. Konnte es eine Vision gewesen sein? Mein Dad hatte mir mal erklärt das diese die ersten Anzeichen dafür waren, dass ich bald in die Zukunft schauen könnte. Die Visionen fingen klein an, werden dann doch immer bedeutsamer und auch gefährlicher, deshalb brauchte man Training, welches er mir nie gegeben hatte. Was für ein schlechtes Timing, dass es jetzt damit anfing und ich nicht zu Hause war.

Ich seufzte und bemerkte, als ich mich wieder aufsetzte, wie es in meiner Mitte auffällig feucht war. Ich fühlte mich eklig. "So eine scheiße..." fluchte ich und dachte daran, dass ich gerade echt eine Sex Vision von Jerky hatte? Was war denn nur in mich gefahren, er hatte mich doch nur zwei mal angelächelt, und schon war ich angetan? Oh man, aber dieses Lächeln war wirklich einfach der Wahnsinn...

𝓓𝓾 𝓫𝓲𝓼𝓽 𝓶𝓮𝓲𝓷 𝓢𝓬𝓱𝓲𝓬𝓴𝓼𝓪𝓵  ~ Captain Jerky / Julien Bam FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt