Es ist die Fortsetzung vom 5. Kapitel ;) nur weil ich die zwei richtig süß zusammen finden würde (was eigentlich nicht unmöglich ist...)
Es war ein schöner Herbsttag in Barcelona und Marta war früh aufgestanden, sehr früh, eigentlich sogar zu früh, wenn man darüber nachdachte, dass sie frei hatte. Aber heute kam Caro zurück aus der Länderspielpause, und da konnte Marta nicht einfach weiter im Bett liegen und warten. Sie war schon am Tag davor den ganzen Nachmittag fröhlich gewesen, so sehr, dass ein paar Mädchen, die nicht für irgendeine Nationalmannschaft spielten und deswegen in Barcelona geblieben waren, neugierig geworden waren. Alexia war dennoch die einzige, die dazu Fragen gestellt hatte. Nach dem Training war sie zu Marta mitgegangen, denn sie wollten zusammen essen. Alexia kam gerade von einer Verletzung zurück, konnte noch keine 90. Minuten mitspielen und war deshalb nicht mitgereizt.
- Welches Spiel sollen wir heute Abend noch schauen? fragte die Kapitänin der spanischen Nationalmannschaft.
- Du willst doch bestimmt das Spiel von Spanien schauen, oder? antwortete Marta mit eine andere Frage.
- Im Prinzip schon, aber ich glaube, du würdest lieber Norwegen gucken, die spielen doch gleichzeitig.
- Warum glaubst du das?
Marta war leicht rot geworden. Ihre Beziehung zu Caro war eigentlich nicht öffentlich.
- Naja... Da spielt schließlich eine süße Stürmerin, mit der du in den letzten Wochen, nein, Monate, ziemlich viel Zeit verbracht hast...
Marta wurde noch roter, wenn es möglich war.
- Ich mach schon mal den Fernseher an, sagte Alexia mit einem Lachen. Ist ja irgendwie süß, wie ihr versucht, so zu tun, als wäre da nichts.
- Jaaaaaa! schrie Marta auf, als Caro den Ball ins Netz schoss.
Sie sprang auf.
- Was? fragte sie, als sie Alexias Blick sah.
- Nichts. Sagte ich doch, süß. Bist du deswegen schon den ganzen Tag fröhlich, weil sie morgen wieder nach Hause kommt?
- Wer?
- Man Marta, tue nicht so! Ich weiß doch, dass ihr zusammen seid, Caro und du! Wir sind beste Freundinnen, mir kannst du es doch sagen!
- Ja, ich bin glücklich, dass sie morgen wieder da ist! Ich finde es schrecklich, wenn sie so drei Wochen weg ist, noch mehr seit wir zusammen sind. Und ja, ich bin gerade richtig stolz auf sie, weil sie gerade ein Tor und einen Assist geschossen hat! Bist du jetzt zufrieden?
Alexia strahlte.
- Sehr. Wie lange dauert es schon?
- Seit dem Spiel in Wolfsburg.
- WAS!? Fünf Monate??? Und wer weiß es?
- Naja... Caro, ich und jetzt du. Und unsere Eltern und Caros Bruder.
- Wow. Ich hätte nie gedacht, dass ihr es so lange geheim halten könntet.
- Bist du jetzt sauer?
- Quatsch! Ich bin so froh für euch! Ihr verdient es, glücklich zu sein.
- Sie macht mich glücklich, gab Marta leise zu.
Marta stand im Flughafen, Caro würde jeden Moment aufkreuzen. Mapi wartete mit ihr, da sie Ingrid abholte. Sie hatte gelächelt, als sie Marta auch da gesehen hatte und hatte "dachte ich mir schon" gemurmelt.
Die ersten Reizenden kamen raus, Leute mit großen Lächeln, Familien, und auch ein paar Touristen.
Ingrid sprach mit jemandem, der gleich hinter ihr lief, aber als sie Mapi sah, sprang sie ihrer Freundin in die Arme.
Und... da war sie, Caro. Sie trug ein grünes Hemd, ihre Haare waren offen und sie sah müde aus, aber ihr Gesicht leuchtete sich auf, als sie Marta sah. Sie ging mit großen Schritten auf sie zu und nahm sie in den Arm. Marta ließ sie tun, es war selten, dass Caro jemanden umarmte, außer, es war Marta. Sie hielten sich lange einfach fest, bis die Ältere den Koffer nahm und sie beide zum Auto gingen.
- Wo gehen wir? fragte Caro, ohne ihre Hand loszulassen.
- Nach Hause. Oder soll ich dich irgendwohin bringen? Musst du noch was machen?
- Nein nein.
- Warum fragst du dann?
- Weil ich es genieße, wenn du "nach Hause" sagst.
Marta musste lachen.
Sofort als die Tür zuging, drückte Caro Marta gegen diese und schaute auf sie hinunter. Die Kapitänin von Barcelona überkreuzte die letzten Zentimeter, um ihre Lippen gegen die ihrer Freundin zu drücken. Caro seufzte leise und lächelte gegen Martas Lippen.
- Ist alles okay bei dir? fragte die Ältere.
- Ja, klar.
- Du hast gestern richtig gut gespielt, ich war, nein, ich bin so stolz auf dich.
- Naja, ging so.
- Wie, "ging so"? Du hast ein Tor und einen Assist geschossen und 90. Minuten lang Vollgas gegeben! Ich fand dich umwerfend.
- Es war eben passabel.
- Caro! Wa soll das?
- Ach, nichts. Ich bin einfach müde. Ich hätte gestern eigentlich nicht das ganze Spiel spielen sollen. Ich weiß nicht mal, ob es das Ärzteteam überhaupt erlaubt hätte.
- Was?! Du bist verletzt? Man Caro, was ist los?
- Können wir ins Bett? Und dann erkläre ich dir auch alles, es ist auch nichts schlimmes. Nur... Es nervt.
Sie gingen ins Schlafzimmer und Marta war sich erstmal nicht sicher, was Caro genau machen wollte. Die größere zog einfach ihre Sachen aus und nahm sich eins von Martas Shirts. Diese tat es ihrer Freundin gleich und legte sich dann zu ihr ins Bett.
- Also, was war los?
- Du weißt doch, dass ich vor vier Tagen ein bisschen krank war, das habe ich dir erzählt. Ich habe dir aber nicht erzählt, dass es eigentlich nicht besser geworden ist vor gestern Morgen. Und selbst da hatte ich noch Kopfschmerzen und konnte am Frühstück kaum was essen.
- Und sie haben dich spielen lassen?
- Ich sollte eine Halbzeit machen, ein kleines bisschen mehr. Aber dann hat sich Ada verletzt und sie haben den letzten Wechsel für sie benutzt und ich musste bis zum Ende des Spiels auf dem Platz bleiben. Und jetzt bin ich so müde... Es war alles ein bisschen zu viel.
- Ich weiß. Schlaf Ruhig.
- Kannst du mich festhalten?
- Immer.
Marta rückte näher, um Caro umarmen zu können. Sie drückte ihrer Freundin noch einen Kuss auf die Stirn, bevor diese einschlief.
Eine Woche später war es wieder Spieltag mit Barcelona. Marta stand in der Startelf und Caro wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Es war ein gutes Spiel, wie oft. Caro schoss in der 78. Minute das fünf zu Null, mit einem Assist von Marta. Nach dem Spiel bleiben sie immer in der Nähe voneinander. Es war irgendwie immer so, sie klatschten alle ab, blieben aber wenige Meter voneinander entfernt. Diesmal war es noch schlimmer als sonst. Caro war noch einen Teil der Woche krank gewesen und Marta war zu froh, sie endlich wieder lachen zu sehen.
- Mapi hat gefragt, ob ich noch mit ihr und ein paar anderen Mädchen aus gehen will, sagte Marta.
- Geh ruhig, wenn du willst.
- Ich bleibe lieber bei dir. Du bist noch nicht in bester Form und... Ich will ganz viel Zeit mit dir verbringen, so viel wie möglich.
- Müssen wir es der Mannschaft nicht irgendwann sagen?
Sie standen sich so nahe, dass sich ihre Schultern trafen. Caro musste gegen den Willen kämpfen, nicht Martas Hand in ihre zu nehmen.
- Naja...
- Was? fragte die Norwegerin.
- Alexia weiß es.
Caro seufzte.
- Es tut mir leid.
- Muss es nicht. Es ist nur, ich nehme an, dass es jetzt die ganze Mannschaft weiß, wie ich Alexia kenne.
- Wäre es so schlimm?
- Nein. Ich hätte es einfach lieber selbst gesagt.
Als sie sich umsehen, sahen sie, dass ein paar Mädchen sie tatsächlich angrinzten.
- Wenn es so ist, kann ich dich doch bestimmt auch jetzt schon küssen, oder soll ich warte, dass wir zu Hause sind.
Statt eine Antwort zu geben, schlang Marta ihre Arme um Caros Hals, um sie zu sich runter ziehen und zu küssen.
- Na das war jeter ziemlich klar, lachte Caro.
- Du genießt es doch genau so wie ich!
Caro küsste sie gleich nochmal.
Als sie ein bisschen später in der Kabine ankamen, waren fast alle Mädchen schon da.
- Na endlich, sagte Patri. Wir dachten schon, ihr sagt es uns nie!
- Wie lange wisst ihr es schon?
- Lange, so wie ihr nach jedem Spiel aneinander klebt!
Marta lag in Caros Armen, den Kopf auf ihre Brust gelegt, sie spürte gefühlt jeden Zentimeter von der Haut ihrer Freundin.
- Du Caro?
- Hmm?
- Ich liebe dich.
Es war eine Weile still, und Marta dachte schon, sie wäre eingeschlafen.
- Ich liebe dich auch.
