Kapitel 9

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Fast eine ganze Woche war seit dem Picknick vergangen. Paige fühlte sich nun sogar noch wohler in der Gruppe und so wurde die tägliche Mittagspause nie langweilig. Sie wurde in alle Gespräche mit eingebunden, als gehöre sie schon seit Jahren zu der Freundesgruppe. Sogar Landon schien sie mittlerweile akzeptiert zu haben oder wenigstens zu dulden. Zumindest hatte er sich in den Pausen zu ihnen gesetzt, ohne irgendwelche unangebrachten Kommentare in ihre Richtung zu äußern. Einmal hätte sie sogar schwören können, er habe sie angelächelt.

„Paige, sollten Sie nicht schon längst in der Kantine sein? Wagen Sie es ja nicht, Ihre Pausen nicht zu nehmen! Was sollen denn die Leute denken, wenn es so aussieht, als überarbeite ich hier junge Frauen wie sie." Lieutenant Gregsons Stimme klang autoritär, doch das Lächeln auf seinen Lippen verriet ihn. Überrascht sah die Brünette auf den kleinen Wecker, der auf ihrem Schreibtisch stand. Tatsächlich hätte sie schon längst in ihre Mittagspause gehen sollen.
Dankbar sah sie zu ihrem Boss, der sie mit einem Hauch väterlicher Sorge ansah. „Sollte ich nicht lieber diesen Bericht fertigstellen?" Grübelnd blickte sie zwischen dem Stapel Papiere neben der Schreibmaschine und der Uhr hin und her. Sie hasste es, ihre Arbeit mittendrin zu unterbrechen.

Doch ein lautes Knurren ließ sie ihre Meinung im Bruchteil einer Sekunde ändern. Beschämt hielt sie sich die Hand auf den Bauch und blickte schüchtern zum Lieutenant. Doch der fing nur an, herzlich zu lachen.
„Auf keinen Fall! Los, gehen Sie und genießen Ihre Pause. Ich kann mir vorstellen, dass man sie schon vermisst." Zustimmend nickte Paige und verabschiedete sich kurz, ehe sie das Büro verließ und in Richtung der Kantine ging. Sie war so sehr in ihre Arbeit vertieft gewesen, dass sie gar nicht bemerkt hatte, wie hungrig sie mittlerweile war.

Mit ihrem Tablett voller Leckereien ging die 27-Jährige zum Stammtisch der ganzen Gruppe. Schon von weitem war deren lautstarkes Lachen zu hören und als sie endlich dort ankam, musste Paige feststellen, dass Landon diesmal anwesend war und somit alle Plätze belegt waren. Bevor sie jedoch eine Lösung für dieses Problem fand, entdeckte Wyatt sie und winkte ihr fröhlich zu.
„Miss Morecote, wir würden uns freuen, wenn Sie an unserer Tafel Platz nehmen!" Als wäre es das lustigste, das er jemals gehört hatte, fing er daraufhin an, wie ein Kleinkind über seinen eigenen Witz zu lachen. Während ein paar von ihnen in sein Lachen miteinfielen, konnten sie anderen über dieses kindische Verhalten nur die Augen verdrehen. Auch Paige zählte sich zu letzteren, doch auf ihren Lippen lag ein glückliches Lächeln. Sie hatte sich noch nie so zugehörig und akzeptiert gefühlt.

Kurz sah es so aus, als wolle Abe etwas sagen, doch in derselben Sekunde stand Landon auf und deutete auf seinen Platz. „Ich bin bereits fertig mit Essen. Setz dich gerne." Überrascht sah Paige ihn an und auch die anderen sahen erstaunt zu ihrem Anführer. Zwar war er die letzten Tage etwas freundlicher zu ihr gewesen, doch das direkte Gespräch mit ihr hatte er weiterhin vermieden. „Landon, bitte sag nicht du willst schon wieder abhauen, nur weil..."
Ein strenger Blick des Schwarzhaarigen ließ den Jüngeren mitten im Satz innehalten. Dann drehte er sich um und ging ohne ein weiteres Wort weg. Paige hingegen blieb wie angewurzelt stehen, ihr Tablett immer noch in den Händen. Mit einem dumpfen Laut stellte sie es auf dem Tisch ab und ließ sich dann langsam auf den frei gewordenen Platz gleiten. Es war totenstill, keiner am Tisch traute sich, auch nur ein Wort zu sagen.

Am liebsten hätte Paige in diesem Moment geweint. Sie hatte gedacht, dass ihr Verhältnis zu Landon sich seit dem Picknick gebessert hatte. Sie fühlte sich wohl in der Freundesgruppe und dazu gehörte nun mal auch Landon. Deswegen und weil sie wusste, wie viel es Abe bedeutete, hatte sie sich die größte Mühe gegeben, Landon eine zweite Chance zu geben und ihre ersten Begegnungen zu vergessen.
Ein lautes Quietschen riss sie aus ihren Gedanken und erschrocken hob sie den Blick. Landon hatte einen Stuhl ans Kopfende des Tisches gestellt und ließ sich mit einem Seufzen darauf nieder. Lächelnd wendete er sich an die Brünette und ignorierte dabei die verwirrten Blicke der anderen. „Also, wie konntest du dem Lieutenant entwischen?"

Timeless Love - Liebe kennt keine ZeitGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt