„Können wir los?" Voller Tatendrang beantwortete Paige seine Frage nur mit einem Nicken und verließ mit einem Lächeln und voller Tatendrang die Wohnung. Abe folgte ihr und nachdem er die Tür abgeschlossen hatte, machten die beiden sich auf den Weg. Nach dem Picknick gestern, hatten sie beschlossen, sich gemeinsam die Stadt anzusehen. Der Soldat wollte ihr zeigen, wie sie in diesem Jahrhundert aussah, immerhin hatte sie trotz der langen Zeit, die sie schon hier war, noch nicht viel davon gesehen. Im Gegenzug sollte sie ihm erzählen, wie es in ihrer Zeit aussah.
Sie hatten am gestrigen Abend noch lange über das Thema Zeitreisen gesprochen und Abe hatte sie gebeten, vollkommen ehrlich mit ihm zu sein und nichts an Informationen zurückzuhalten, nur weil sie Angst haben könnte, er würde ihr nicht glauben. Obwohl Paige dies gefreut hatte, zweifelte sie daran, ob es ihr gelang, die modernen Erfindungen ihrer Zeit gebührend zu umschreiben. Dennoch wollte sie es versuchen, ohne ihren Freund zu überfordern.
So gingen sie kurz darauf ein Stück die Straße ihrer Wohnung entlang, über alles Mögliche diskutierend. Einen Teil kannte Paige immerhin schon; sie wusste, dass die Gasse schräg links gegenüber ihres neuen Zuhauses geradewegs zu ihrer und Abes Arbeit führte. Gingen sie jedoch rechts bis zum Ende der Straße, kamen sie geradewegs zu dem großen Marktplatz, an dem sie sich das erste Mal gesehen hatten, sowie zu dem kleinen Park mit dem Brunnen, welcher der Treffpunkt ihrer Picknicks war.
„Wo möchtest du als erstes hin?" Fragend wurde sie von dem Älteren angesehen und überlegte einen Moment. „Was gibt es hier denn alles zu sehen?"
Ein Lächeln legte sich auf Abes Lippen; „Touché!"
Nun überlegte er kurz, ehe er sich ein wenig von ihr wegdrehte, um in die verschiedenen Richtungen zu deuten. „Da hinten, am Park vorbei und dann durch ein kleines Wohnviertel liegen verschiedene Bauernhöfe. Wenn wir hingegen hier links langgehen, kommen wir irgendwann auf dem Übungsplatz an, wo die Jungs und ich immer trainieren. Ich denke, das wäre sogar die bessere Wahl, dann können wir eine Art Rundgang machen, vorbei an der Kirche und Schule." Abwartend sah er sie an und bekam als Antwort ein zustimmendes Nicken.
Ohne dass es einen von ihnen störte, legten sie die nächsten Meter schweigend zurück. Paige hing ihren eigenen Gedanken nach; sie verglich alles, was sie sah mit den Eindrücken aus ihrer Zeit. Kaum etwas von den normalen Wohnhäusern war übriggeblieben, in ein paar hundert Jahren würde hier alles voller Mehrfamilienhäuser mit mindestens vier Etagen stehen und im Hintergrund würde man die Spitzen der nächstgelegenen Wolkenkratzer sehen.
Ein wenig Trauer überkam sie; die Häuser, die sie jetzt sah, hatten viel mehr Charakter als die Betonklötze, die sie kannte und so war das Gesamtbild in dieser Zeit viel schöner. Während Paige darüber nachdachte, wie viel lieber sie diesen alten Baustil hatte, bemerkte sie nicht, wie Abes Blick immer wieder zu ihr herüberhuschte. Doch schlagartig wurde sie aus ihren Gedanken gerissen. „Verzeihung!"
Den Schreck noch in den Knochen, sah sie irritiert dem Fremden hinterher, der eilig an ihnen vorbeigelaufen war. Doch dann glitt ihr Blick zu ihrer Hand herunter, die fest umschlossen war. Abe hatte sie an die Hand genommen und zur Seite gezogen, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Ein Rotschimmer legte sich auf ihre Wangen und als der Ältere ihrem Blick folgte, ließ er ihre Hand so schnell los, wie eine heiße Kartoffel. Er hatte aus Reflex nach ihrer Hand gegriffen und war sich dessen, was er da tat, gar nicht wirklich bewusst gewesen.
„Danke." Peinlich berührt senkte Paige ihren Kopf, ihre Stimme nicht mehr als ein Flüstern. Das war mal wieder typisch für sie, in Tagträumen vertieft ihre Umgebung zu vergessen. Stumm liefen sie nebeneinanderher, der Weg wurde jedoch plötzlich deutlich schmaler und so rückten sie ein wenig dichter zusammen. Alle paar Sekunden berührten sich so, wie zufällig, ihre Fingerspitzen. Jede einzelne Berührung löste ein angenehmes Kribbeln in ihrer Hand aus, das sich in ihrem ganzen Körper verbreitete und ihre Knie weich werden ließ.
Innerlich musste Paige anfangen zu kichern. Sie hätte sich selbst nie als eines der Mädchen eingeschätzt, die eine solch klischeehafte Situation genießen würde. In ihre Bücher hatten diese schon immer besser gepasst als in ihr wirkliches Leben. Bevor sie jedoch noch weiter darüber nachdenken konnte, griff Abe auf einmal nach ihrer Hand und verschränkte ihre Finger miteinander.
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Timeless Love - Liebe kennt keine Zeit
FantasyAls Summer Davis nach einem Unfall wieder zu sich kommt, findet sie sich in einer anderen Zeit wieder. Von ständiger Angst begleitet, versucht sie nicht aufzufallen und sucht gleichzeitig nach einem Weg, in ihre eigene Zeit zurückzukehren. Als sie e...
