Kapitel 3

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Gemütlich saßen Abe und Summer auf dem kleinen roten Sofa. Beide hatten jeweils ein Buch in der Hand, in das sie vertieft waren. Doch Summer erwischte sich immer wieder dabei, wie sie einzelne Sätze ein zweites oder gar drittes Mal lesen musste, da sie sich einfach nicht auf deren Inhalt konzentrieren konnte. Zu sehr war sie in ihre Gedanken rund um das schwarze Buch und ihre Entdeckung vertieft.
Sie hatten zusammen das Abendessen vorbereitet und nicht noch einmal über das Buch oder die Möglichkeit, dass Abe ihr geheimnisvoller Autor war, gesprochen. Immerhin hatte sie so ein wenig ihrer Schuld begleichen können, denn der Soldat war wirklich alles andere als talentiert in der kulinarischen Welt. Summer hatte diese Aufgabe mit Freuden übernommen; wie sonst sollte sie ihm für seine Hilfe danken.

Immer wieder hatte sie ihm heimliche Blicke zugeworfen. War er wirklich der Autor von Timeless Love? Wie groß war die Wahrscheinlichkeit, dass er dieses Buch besaß, denselben Namen trug und nichts mit dem Roman zu tun hatte? Abe als Kurzform von Abraham wäre nicht ungewöhnlich und mit ihrer Namenswahl wäre sie die perfekte Vorlage. Womit die Geschichte jedoch auf keinen Fall wahr sein konnte.
Außerdem hatte er erwähnt, dass er die Geschichten seiner Mutter gerne aufgeschrieben hätte, leider jedoch nie dazu kam. Würde er vielleicht doch noch die Zeit dafür finden; war die Geschichte vielleicht die seiner Eltern? War dies der Grund für ihre Zeitreise; gab ihr das Universum die Möglichkeit, den Autor von Timeless Love persönlich kennenzulernen? Die Namen der Hauptfiguren stimmten zwar mit keiner ihrer Theorien überein, doch in ihrem Beruf hatte sie so etwas schon oft gesehen.

Nirgendwo könnte sie glücklicher sein als bei dem kleinen Verlag, bei dem sie arbeitete. Sie half neuen Autoren, auf dem Büchermarkt Fuß zu fassen, ihre Bücher zu verbessern und zu verkaufen. Und was könnte einen glücklicher machen, als den ganzen Tag die Nase in Bücher zu stecken und dafür auch noch bezahlt zu werden. Natürlich steckte noch mehr hinter ihrem Beruf, doch das war der Teil, der ihr am meisten Spaß machte.

Seufzend schloss Summer das Buch, das sie in der Hand hielt und setzte sich entschlossen auf. "Du liebst das Lesen genauso wie ich, hast du denn auch schon einmal daran gedacht,... selber Bücher zu schreiben?"
Ihr seine ganze Aufmerksamkeit schenkend, legte auch Abe sein Buch zur Seite und sah sie nachdenklich an. "Nicht wirklich, denke ich. Ich habe die Geschichten geliebt, die meine Mutter mir immer erzählt hat. Aber ich selbst habe, wie ich zugeben muss, kein Talent für das geschriebene Wort."

Er machte eine zögerliche Pause, bevor er schließlich seine Gedanken laut aussprach. "Ist dies denn ein Wunsch von dir?" Ein Lächeln legte sich auf ihre Lippen, als sie an all die jungen Autoren dachte, denen sie schon zu Erfolg verhelfen durfte. Sie alle hatten so glücklich ausgesehen, wenn ihre Bücher die ersten Erfolge eingebracht hatten.
"Nein, ich habe schon immer lieber den Autoren geholfen, als selber Bücher zu schreiben. Ich bin schätze ich auch mehr zum Lesen geschaffen als zum Schreiben."

Es dauerte ein paar Sekunden, bis ihr bewusst wurde, was sie gerade gesagt hatte und schnell fügte sie hinzu; "Ich meine,... ich denke, das würde mir viel mehr Spaß machen, als selber Bücher zu schreiben."
Er sagte nichts, doch Summer konnte ihrem neuen Freund ansehen, dass er irritiert war. Sich selbst in Gedanken verfluchend, drehte sie sich ein wenig von ihm weg und verzog das Gesicht. Sie hatte es schon so lange ohne Patzer geschafft, da war es klar gewesen, dass es irgendwann so kommen würde. Und dass es beim Thema Bücher geschehen war, sollte eigentlich auch keine Überraschung mehr sein. 
Schon seit ihrer Kindheit hatte sie ohne Punkt und Komma über Bücher reden können, ungeachtet dessen, wie oft sie sich verhaspelte, versprach oder wiederholte.

"Vielleicht entschließe ich mich in Zukunft trotzdem dazu, die Geschichten meiner Mutter doch noch zu Papier zu bringen." Dankbar für den Themenwechsel, lächelte Summer ihn an. Sie hatte in den letzten Stunden gelernt, dass Abe ein wahrer Gentleman war und die Entscheidung, ihm zu vertrauen, noch nicht bereut. 
"Wenn mein Gedächtnis mich nicht im Stich lässt.", fügte er mit einem leisen Lachen hinzu.

Timeless Love - Liebe kennt keine ZeitGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt