Kapitel 4

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"Und darf ich fragen in welcher Beziehung Sie zu ihr stehen?" Überrascht sah Abe den Lieutenant an. Obwohl sie sich gut verstanden und fast schon mehr Freunde als nur Kollegen waren, hatte er eine solch private Frage von seinem Boss nicht erwartet. "Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten! Es ist nur recht ungewöhnlich, dass Sie von einer Frau reden. Ich hätte schwören können, dass Sie Junggeselle sind."
Kurz dachte der junge Soldat an seine Mitbewohnerin und wie die beiden sich kennengelernt hatten. Es war vielleicht nicht die angemessenste Geschichte, um sie dem Lieutenant zu erzählen. Vor allem aufgrund dessen, weshalb er überhaupt hier war. "Sie ist... eine entfernte Cousine." Skeptisch wurde er angesehen, sodass er schnell hinzufügte; "Väterlicherseits."

Nach einem kurzen Moment schließlich nickte Lieutenant Nicolas Gregson. "Nun gut, warum eigentlich nicht. Ich gehe davon aus, dass sie bereits eine Unterkunft hat?!" Zustimmend nickte Abe.
Paige hatte ihn regelrecht angefleht, mehr zum Haushalt beitragen zu können als nur das tägliche Zubereiten ihrer Mahlzeiten. Zufällig war sein Boss gerade auf der Suche nach einer neuen Sekretärin, nachdem seine vorherige aufgrund ihrer Mutterpflichten gekündigt hatte.
"Nun, dann freue ich mich, Miss Paige Morecote ab morgen in unserer Truppe begrüßen zu dürfen." Fast wäre es ihm nicht aufgefallen, doch dann stutzte er doch. "Morecote stimmt doch? Oder ist sie verheiratet?"

Kurz überlegte Abe. Paige hatte ihm gesagt, sie habe keinen Familiennamen. Dies dürfte wohl kaum wahr sein, doch was sollte er auf die Schnelle tun? Einen zufälligen anderen Namen auswählen und als den ihren ausgeben? Entschlossen schüttelte er den Gedanken wieder ab. Nein, er würde versuchen so nah wie irgend möglich an der Wahrheit dranzubleiben.
"Nein, sie ist nicht verheiratet. Morecote stimmt."
Als Antwort nickte der Lieutenant nur und unterschrieb ein paar zuvor bereits ausgefüllte Papiere, von denen er zwei Abe entgegenhielt. "Diese soll sie morgen mitbringen, Wyatt wird ihr dann alle restlichen Dokumente aushändigen." Dankbar lächelnd nahm er die Papiere entgegen. Vielleicht würde er die Gelegenheit nutzen, Paige gleich seinen Freunden angemessen vorzustellen. Vielleicht würde sie sich sogar mit deren Frauen verstehen und könnte so neue Kontakte knüpfen.

Mit der besten Laune seit langem machte Abe sich auf den Weg nach Hause. Wahrscheinlich würde er Paige wieder auf seinem Sofa vorfinden, die hübsche Nase in einem seiner Bücher versteckt. Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Es war schön zu wissen, dass zuhause jemand auf einen wartete. Vor allem, wenn dieser jemand, jemand wie Paige war.
Obwohl er am Anfang skeptisch gewesen war, war der 28-Jährige nun froh, der jungen Frau begegnet zu sein. Sie hatte ihn in den letzten Tagen nicht nur vor der ein oder anderen Magenverstimmung oder gar Lebensmittelvergiftung bewahrt, sie war auch eine äußert angenehme Gesellschaft. Endlich hatte er jemanden gefunden, der seine Leidenschaft für Bücher teilte.

Ein vorfreudiges Lächeln auf den Lippen, schloss Abe die Tür zu seiner Wohnung auf und entledigte sich schnell seines Mantels. Wie erwartet, saß Paige auf dem kleinen Sofa und hatte die Nase in ein Buch vertieft. Ohne ein Wort zu sagen, lehnte er sich an den Türrahmen und beobachtete sie aufmerksam.
Wie lange würde es wohl dauern, bis sie aus ihrer Fantasiewelt auftauchen und ihn bemerken würde? Gerade als er durch ein Räuspern auf sich aufmerksam machen wollte, veränderte sich der Gesichtsausdruck seiner lesenden Mitbewohnerin. Ein Lächeln bildete sich auf ihren Lippen.

Wie in Trance, konnte Abe seinen Blick nicht abwenden. Schon als er sie das erste Mal gesehen hatte, damals als Landon sie auf der Straße angesprochen hatte, war ihm ihre unglaubliche Schönheit aufgefallen. Wie die eines unschuldigen Rehs hatten ihre großen Augen ihn damals angefunkelt.
Auch jetzt glitzerten ihre Augen wie frischer Tau auf einer Blumenwiese. So grün wie ein frisch polierter Smaragd glänzten ihre Augen und durch seine Beobachtung vor ein paar Tagen wusste Abe, dass sich einzelne goldene Tupfen rund um ihre Pupillen befanden, wie tausende tanzende Sterne.

Timeless Love - Liebe kennt keine ZeitGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt