Kapitel 8

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Die Zeit verging wie im Fluge und schon bald war es so spät, dass es bereits dunkel wurde. Langsam begann die Gruppe, ihr kleines Lager wieder abzubauen. Selbst die beiden Mädchen hatten schon all ihre Energie aufgebraucht und saßen schläfrig neben ihren Eltern, den ebenfalls schläfrigen Arko in ihrer Mitte. Paige war froh, dass sie Abe vertraut hatte und mit ihm gegangen war. Wie er es vorausgesagt hatte, verstand sie sich gut mit den beiden Frauen und innerhalb weniger Stunden hatte sich schon eine innige Freundschaft gebildet. Selbst in ihrer Zeit hatte sie nicht solche Freunde gehabt. Mit einer Ausnahme.

Schnell schüttelte sie den Kopf, um den Gedanken wieder loszuwerden. Sie versuchte, nicht allzu oft an ihren einzigen Freund zu denken, den sie in der Gegenwart zurückgelassen hatte. Und heute war ihr dies überraschend leichtgefallen. Seit dem Zeitpunkt, als Abe ihr gesagt hatte, dass Margaret und Wyatt Geschwister waren, hatten sich ihre Blicke ständig getroffen. Jedes Mal war ihr ganz warm geworden und in ihrem Bauch hatten die Schmetterlinge getanzt.
Doch Paige war sich sicher, dass dies keine echten Gefühle sein konnten. Sicherlich empfand sie nur so, weil der Ältere sie bei sich aufgenommen und ihr geholfen hatte. Was sonst sollte es sein, schließlich kannte sie ihn genau genommen fast gar nicht. Mal abgesehen davon, dass sie immer noch einen Weg zurück in ihre Zeit finden wollte.

„Vanessa, Isobel – ihr Schlafmützen! Kommt, verabschiedet euch von allen. Wir wollen nach Hause gehen." Noch etwas benommen standen die beiden Mädchen auf und murmelten jedem ein kleines „Bis nächstes Mal" oder „Tschüss" zu. Erst bei Arko machten sie Halt und beugten sich zu dem kleinen Vierbeiner hinunter, um ihn noch einmal hinter den Ohren zu kraulen. „Tschüss, Arko. Wir sehen uns bald wieder."
Die Fellnase wedelte als Antwort nur mit dem Schwanz und leckte jedem der Mädchen einmal über die Hand. Erst jetzt fiel Paige auf, dass er die ganze Zeit nicht angeleint gewesen, aber dennoch brav in ihrer Nähe geblieben war. Seine Leine lag zusammengerollt auf der letzten Picknickdecke, ihr leuchtendes Orange fiel sofort ins Auge und passte farblich zu dem Halsband, an dem eine kleine Plakette hing. Zu wem gehörte Arko überhaupt?

Schon im nächsten Moment beantwortete sich ihre Frage, als jemand nach der Leine griff und den kleinen Hund zu sich rief. Gehorsam dackelte er auf sein Herrchen zu, doch dieser saß mit dem Rücken zu ihnen und sie konnte nicht erkennen, wer es war. Keine Sekunde später stand er wieder auf und während Arko sich schwanzwedelnd bei allen verabschiedete und noch das ein oder andere Leckerli abstaubte, musste Paige überrascht feststellen, dass es niemand geringerer war als Landon Shane.
Noch überraschter war sie, als dieser sich mit einem kurzen Wort des Abschieds an sie wendete und dabei sogar ein Lächeln auf den Lippen trug. Tatsächlich hatte er dieses heute öfters gezeigt, als in der ganzen Zeit, seit sie ihn kannte. Vielleicht hatte Abe ja doch mit ihm recht.

...

„Also, ... Ich hätte Landon ja nie als Hundeliebhaber eingeschätzt!" Abe brach in schallendes Gelächter aus und brauchte eine geschlagene Minute, bis er sich wieder so weit gefangen hatte, dass er ihr verständlich antworten konnte. Immer noch mit einem breiten Grinsen auf den Lippen, drehte er sich zu ihr; „Glaub mir, das hat keiner von uns!"
Für den Bruchteil einer Sekunde schwand sein Lächeln und er schien etwas zu überlegen. Doch schließlich zog er seine Jacke aus und legte sie behutsam über ihre Schultern. Erst jetzt fiel Paige auf, dass es bereits etwas kühler geworden war und sie leicht zitterte. Doch Abes Jacke hüllte sie in eine wohltuende Wärme. Unbewusst roch sie daran und augenblicklich durchströmte sie ein Gefühl der Geborgenheit. „Danke! Aber frierst du jetzt nicht?" Sanft nahm er ihr den Picknickkorb aus der Hand; sie hatte darauf bestanden, ihn selbst zu tragen, er hatte ihn immerhin auf dem Hinweg schon getragen. Dann schüttelte er den Kopf; „Mach dir um mich keine Sorgen."

Kurz herrschte Stille zwischen ihnen und so gingen sie ein Stück schweigend nebeneinanderher. Nach dem eher trägen Tag hatten sie sich für einen kleinen Umweg entschieden und den Heimweg in einen spontanen Spaziergang verwandelt.
Doch schließlich meldete Abe sich wieder zu Wort. „Landon wollte eigentlich nichts von Tieren wissen, niemand von uns hätte je gedacht, dass er sich ein Haustier zulegen würde. Aber ich denke das Schicksal hatte andere Pläne." Ein Schatten huschte über sein Gesicht.
„Vor zwei Jahren waren unserer Gruppe noch zwei andere Soldaten zugeteilt, aber sie haben irgendwie nicht so ganz zu uns gepasst. Eines Tages waren wir nach der Arbeit zusammen in einer Bar. Als wir sie verlassen haben, hörten wir lautes Gegröle im Hinterhof. Als wir dort ankamen, sahen wir die beiden mit ihren Waffen herumfuchteln. Wir waren offensichtlich alle angetrunken, es versteht sich von selbst, dass das alles andere als verantwortungsbewusst war. Aber um es noch schlimmer zu machen, hatten die beiden eine lebende Zielscheibe gefunden. Arko."

Timeless Love - Liebe kennt keine ZeitGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt