Kapitel 10

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Gab es wirklich eine realistische Chance, dass Abe dieselben Gefühle für sie hegte, wie sie für ihn?

Diese Frage hatte Paige nicht nur den Rest des Tages beschäftigt, sondern das ganze Wochenende über. Und da sie nach dem Picknick wieder allein gewesen war und nicht wie eine Verrückte mit sich selbst sprechen wollte, hatte Arko dran glauben müssen. Stundenlang hatte sie ihn vollgetextet, doch eine Antwort hatte sie nicht erhalten. Weder von dem Beagle noch hatte sie selbst eine gefunden.
Kurz hatte sie sogar mit dem Gedanken gespielt, Abe ihre Gefühle zu gestehen. Doch ihre Angst war zu groß. Eine Zurückweisung würde nicht nur emotional schmerzhaft sein, sie könnte auch wieder auf der Straße landen. Auch wenn sie Abe dies eigentlich nicht zutraute.

Nun saß sie hier in ihrem Zimmer und wartete auf die Rückkehr der Soldaten. Die letzte halbe Stunde hatte sie damit verbracht, unruhig durchs Zimmer zu laufen. Doch nachdem Arko sich beschwert hatte, hatte sie sich einsichtig auf ihr Bett fallen lassen. Seufzend rollte sie sich auf die andere Seite, als ein dumpfes Geräusch ertönte. Sofort setzte sie sich kerzengerade auf und blickte argwöhnisch zu der Stelle, wo sie den Laut vernommen hatte.
Hatte sie etwa wieder ein Buch zwischen Bett und Wand verloren und es war nun durch ihre Bewegung heruntergefallen? Entschlossen stand sie auf und kroch ein Stück weit unter das Bett, doch sehen konnte sie nichts. Vorsichtig tastete sie mit der Hand weiter Richtung Wand und stieß schließlich an einen kleinen Gegenstand, der sich überraschend kühl anfühlte. Sie griff danach und zog ihn, auf den Knien rückwärts kriechend, aus der Dunkelheit hervor.

Ein amüsiertes Schnauben entfloh ihr, als sie sah, um was es sich handelte. Paige hielt ihr Handy in der Hand, dass sie im Laufe der letzten Tage so gut wie vergessen hatte. Ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen, als sie daran dachte, wie verzweifelt sie gewesen war, als es damals nicht funktioniert hatte.
Gespannt drückte sie auf den kleinen Knopf. Sie erwartete nicht, dass es diesmal funktionieren würde, doch das war auch nicht mehr von Bedeutung, wie sie voller Verwunderung feststellen musste.

Tatsächlich schien sie mit ihrer Vermutung richtig zu liegen, doch Paige blieb nicht genug Zeit, noch weiter darüber nachzudenken. Denn schon im nächsten Moment hörte sie sich nähernde Schritte und nach einem leisen Klopfen öffnete sich ihre Tür und Abe stand vor ihr. „Oh, hey. Ihr seid schon zurück! Ich..."
Ein helles 'Ping', gefolgt von einer kurzen Melodie, ließ sie mitten im Satz innehalten. Panik machte sich in ihr breit. War das etwa...?
Ein Blick zu Abe zeigte ihr, dass er genauso geschockt aussah, wie sie sich fühlte. Das durfte doch nicht wahr sein! Sollte ihr Geheimnis nach all der Zeit doch noch ans Licht kommen?

Tränen begannen, sich in ihren Augen zu sammeln, als sie Abes Blick zu ihren Händen folgte. Sie zitterten und sie hielten noch immer ihr Smartphone, dessen Bildschirm mittlerweile in bunten Farben leuchtete. Warum? Warum musste es ausgerechnet jetzt, wie auf magische Weise wieder funktionieren?

...

Seit sie von dem Einsatz am Wochenende nach Hause gekommen waren, benahm Abe sich seltsam. Er beteiligte sich nicht mehr an ihren Gesprächen und gelacht hatte er seitdem auch nicht mehr; nicht einmal ein kleines Lächeln hatte den Weg in sein Gesicht gefunden. Landon begann langsam, sich Sorgen zu machen. Er vermutete, dass es irgendetwas mit Paige zu tun hatte, denn auch sie verhielt sich anders als sonst.
Sie erschien nur noch selten zu ihren gemeinsamen Mittagspausen und wenn sie es doch tat, schwieg sie genauso wie Abe und die beiden vermieden jeglichen Augenkontakt. Innerlich machte es ihn wütend; gerade als er ihr eine Chance gegeben hatte, passierte so etwas. Doch Landon wollte keine voreiligen Schlüsse ziehen; er wusste, dass Abe auch ziemlich stur sein konnte.

So seltsam ihr Benehmen auch war, hatte es bisher noch niemand der anderen angesprochen. Hale und Castell hatten sogar schon ihre Frauen ausgefragt, doch diese schienen entweder wirklich nichts zu wissen oder sie verschwiegen ihnen etwas.
Es war bereits eine Woche dieses Verhaltens vergangen und wieder stand ein Wochenende vor der Tür. Landon plagten Bauchschmerzen, als er daran dachte, wie die Situation im Hause Morecote sein musste. Ob sie sich zuhause auch anschwiegen? Das konnte doch so nicht weitergehen!

Timeless Love - Liebe kennt keine ZeitGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt