15. Kapitel

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Ich erwachte nicht auf der Krankenstation.

Das erste was ich sah, war die Decke meines Wohnzimmers.
Blinzelnd versuchte ich meinen Kopf zu drehen und schaffte es schließlich auch.
Durch die Terassentür fiel Licht in das Haus.
Draußen hörte ich Vögel während ich vorsichtig meine Finger versuchte zu bewegen und schließlich meine Hand.
Danach versuchte ich meinen Arm zu heben.
Beim rechten Arm stellte ich fest, dass er vor mir an meinen Körper gebunden war.
Ächzend stütze ich mich mit meinem linken Arm auf der Couch ab und versuchte mich aufzusetzen.

Nach dem vierten Versuch schaffte ich es und saß schwitzend und schwer atmen gerade auf der Couch.
Durch meinen Rücken zog ein dumpfer Schmerz und ich verzog das Gesicht.
Langsam sah ich an mir herunter.
Ein langes Nachthemd bedeckte meinen Körper und als ich mit meiner linken Hand daran zupfte sah ich einen dicken Verband darunter, welcher auch meinen Rücken überdecken musste.
Mit meiner linken Hand rieb ich mir über mein Gesicht, während mir wieder einfiehl was alles passiert war.

Die Mission. Die Mappe. Das Fenster und dann Killian.
Irritiert verzog ich mein Gesicht und sah zur Terrassentür.
Es schien Nachmittag zu sein und ich verspürte einen Drang in mir frische Luft einzuatmen.
Langsam versuchte ich richtig aufzustehen.
Bunte Punkte versammelten sich vor meinen Augen und mein Rücken zog vor Schmerz, doch schließlich stand ich.
Vorsichtig setzte ich einen Fuß vor den anderen, als die Tür hinter mir aufflog.
,,Sie ist wach!" Schrie jemand und im nächsten Moment schoss eine aufgedrehte Cata zu mir ins Wohnzimmer.
Mit verzogener Miene drehte ich mich zu ihr um und versuchte mich an einem Lächeln.

,,Überraschung", hauchte ich und sie grinste.
,,Was denkst du was du da tust, junge Dame?!" Sprach in diesem Moment eine sichtlich wütende Christine.
Erschrocken sah ich sie an.
,,Ab auf die Couch mit dir." Streng sah sie mich an und ich tat so schnell ich konnte was sie mir sagte.
Meine Sicht drohte ebenfalls wieder schwarz zu werden, weshalb es wohl doch keine so gute Idee war aufzustehen.
Als ich lag hockte sich Cata neben meinen Kopf und Christine begann etwas in ihrem Korb zu suchen.
,,Wo warst du?"
Begann in diesem Moment Cata und Christine warf ihr einen tadelnden Blick zu, während sie mit irgendetwas in ihrer Hand zu uns kam.

,,Du weißt was der Alpha gesagt hat." Ermahnte sie Cata. Verwirrt sah ich beide an, ,,Was hat denn der Alpha gesagt?"
Christine begann mein Nachthemd hochzukrempeln und seufzte.
,,Nicht viel", begann Cata von neuem, ,,du solltest etwas für ihn machen und hast dabei Schwierigkeiten bekommen."
Verstört sah ich sie an. Er wollte anscheinend nicht, dass es an die große Glocke gehangen wird, dass ein Mensch für ihn spionierte.

Vertraute er seinem eigenen Rudel nicht?
,,Okay?" Sagte ich langsam, was eher noch einer Frage klang.
Cata sah mich an, ,,Was hast du den für ihn gemacht?"
Nachdenklich sah ich von ihr zu Christine und Christine erkannte meinen hilfesuchenden Blick.
,,Ich denke, dass wird der Alpha uns noch früh genug sagen."
Nickend stimmte ich ihr zu. Cata sah jedoch mehr als skeptisch aus, ließ das Thema dann jedoch fallen.
,,Wie bin ich eigentlich hier hergekommen?" Fiel mir plötzlich ein und ich sah Cata an.
Diese begann zu grinsen.
,,Also ich war nicht dabei, ihr seit mitten in der Nacht zurückgekommen, aber Waine hat erzählt, dass Killian dich hergetragen hat." Sie wackelte anzüglich mit den Augenbrauen.
,,Ich war ohnmächtig, da hatte er keine Wahl gehabt?"
Ein Stöhner entwich Cata und sie sah mich mit einer Schnute an, ,,Na und? Killian hat so was noch nie gemacht. Sogar Waine meinte, dass es süß aussah."

Verstört sah ich sie an. Doch in meinem Bauch rumorte es.
,,Hah!" Rief sie und zeigte auf mich, ,,Deine Ohren werden rot!"
Erschrocken wollte ich sie mit meinen Händen bedecken, als bei der Bewegung erneut ein Schmerz durch mich fuhr, welcher mich laut aufstöhnen ließ.
,,Jetzt beruhigt euch Mal!" Rief Christine tadelnd und schob Cata von meinem Bett ein Stück weg.
,,Ich muss deinen Verband erneuern und nach deinem Rücken sehen. Du hast eine heftige Prellung am Rücken. Ich glaube du kannst froh sein, dass du noch laufen kanns! Zuerst hatte ich Angst das er gebrochen ist, aber zum Glück war dem nicht so!"
Nickend ließ ich mich von ihr aufsetzte. Cata hielt mich stützend auf der anderen Seite, während Christine mir das Nachthemd komplett auszog und sich an den Verband machte.
Als sie meinen Rücken sah begann sie Flüche zu Murmeln und vor sich hin zu brummen.
Auch Cata verzog ihr Gesicht und ich merkte wie sie versuchte nur in mein Gesicht zu sehen, doch einige Male glitt ihr Blick meinen Körper entlang und verzog sich.

Ein Stich fuhr durch meinen Körper, welcher nichts mit meinen Verletzungen zu tun hatte.
Starr richtete mein Blick sich auf die Wand und ich bemerkte erst garnicht wie mir die beiden ein neues Nachthemd überzogen und mich zurück auf die Couch legten.
In meinen Ohren rauschte es dumpf und mit einem Mal war ich wieder klein und stand verloren und verletzt vor der Tür des Waisenhauses.
Wie die Kinder sich vor mir versteckt haben oder wie sie auf mich gezeigt haben.
Die Frau aus dem Waisenhaus hatte einen kurzen Schrei ausgestoßen als sie mich gesehen hatte und hatte sich nicht getraut mich zu berühren.
Ich hatte nur geweint und auch die darauffolgenden Tage nur geweint.
Die ganze Zeit über hatte ich mich nicht mehr getraut zu den anderen im Haus zu gehen, bis die Frau aus dem Waisenhaus beschlossen hatte, dass ich, genau wie die anderen Kinder, mithelfen musste.

Ab dem Zeitpunkt an war ich gezwungen raus zu gehen.
Vollkommen in Gedanken versunken merke ich nicht, wie Asfen den Raum betreten hatte.
Erst als Cata sich von mir verabschiedet, merke ich, dass ich wohl einige Zeit nur an die Wand gestarrt haben musste.
Verwirrt versuchte ich mich aufzusetzen, doch als ich Schmerzen in meinem Rücken spürte, ließ ich es schnell wieder bleiben.
Der Alpha kam näher und setzte sich zu meinen Füßen auf das Sofa auf dem ich lag. Sein Blick war mitleidig und traurig auf mich gerichtet.
,,Du hast deinen Job gut gemacht Emeryn." Begann er und ich sah einfach nur stumm zurück.
,,In der Mappe waren sehr wichtige und hilfreiche Informationen über uns. Ich muss dir wirklich dafür danken."
Nickend sah ich ihn an, ,,Was steht in der Mappe?"
Fragte ich das, was mich schon seit der Mission brennend interessierte.

Asfen sah mich lange an ehe er seufzte, dann sah er weg, ,,das weitere Vorgehen der Menschen ist dort beschrieben."
Nachdenklich zog ich die Augenbrauen zusammen, ,,wirklich?"
Warum sollten sie so etwas wichtiges und unvorhersehbares in diese Mappe schreiben?
,,Ich dachte eher, dass dort eher etwas konkreteres steht, was sie jetzt vorhaben."
Wunderte ich mich.
Asfen sah mich nicht an und ich bekam ein unruhiges Gefühl, während er den kopfschüttelte.

,,Nein, so einfach machen sie es uns nicht."
Stirnrunzelnd sah ich zur Decke.
,,Was willst du jetzt machen?" Fragte ich nach einiger Zeit Stille und spürte wie er sich bewegte.
,,Wir werden uns vorbereiten." War seine Vage Antwort und ich verspannte mich.
Er hatte etwas vor und es hatte etwas mit dem zutun, was in der Mappe stand.
,,Wann kommt meine nächste Mission?" Diesmal sah er mich an.
,,Du musst erst wieder zu Kräften kommen. Außerdem will Killian, dass du trainierst."
Empört sah ich ihn an, gestand mir jedoch stumm ein, dass das keine so dumme Idee ist.
Ein leichtes Lächeln zupfte an Asfens Mundwinkeln.
Doch er sagte nichts mehr sondern erhob sich einfach und sah mich an.
,,Es tut mir Leid, dass dir das bei deiner ersten Mission passiert ist." Ernst sah er mich an und ich spürte, dass er es wirklich so meinte.

Nickend versuchte ich mir den Schultern zu zucken.
,,Passiert", der Alpha nickte und drehte sich zur Tür.
,,Ich lasse dich dann mal wieder alleine."
Ein paar Sekunden später war er aus der Tür und ich sah nachdenklich zur Decke, während ich es mir versuchte bequemer zu machen.
Draußen ging langsam die Sonne unter und während meine Augenlieder immer schwerer wurden fasste ich einen Entschluss.
Wenn ich wieder normal laufen konnte, dann werde ich diese Mappe suchen und herausfinden was in ihr steht. Denn irgendetwas in mir sagte mir, dass es von großer Bedeutung ist.


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Ich arbeite gerade an meinem Schreibstil, also nicht wunder falls es mal anders klingt als sonst.
Außerdem versuche ich jetzt auch weniger Absätze zu machen.

Danke für die ganzen Reads

BALD IST WEIHNACHTEN🎄

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⏰ Letzte Aktualisierung: Dec 11, 2024 ⏰

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