Ein bekanntes Gesicht

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Ziemlich verwundert über das Bild packte ich es schnell in eine Tasche.

Wenn es jemand sehen würde, wäre ich ein noch größeres Mobbing-Opfer als jetzt ohnehin schon...

Erst als ich schon 10 Minuten auf Leni gewartet habe, bemerkte ich, dass sie ja Montags länger Unterricht hatte.

Und dazu kam, dass ich heute früher gehen durfte...

Nach kurzem Überlegen, was ich denn jetzt am besten machen könnte, entschied ich mich dafür, ein bisschen in der Stadt rumzulaufen.

Gesagt getan.

Der erste Halt war im GameStop.

Dort sah ich mich um, entdeckte aber kein Spiel,was mich interessierte, beziehungsweise ich mir leisten konnte.

Also ging ich weiter, hielt an dem ein oder anderen Klamottenladen an und durchstöberte einige kleinere Läden.

Gerade als ich Leni schrieb, dass wir uns an meinen Liebligsrestaurante treffen, hörte ich jemanden meinen Namen rufen.

Ich drehte mich um und sah in ein bekanntes Gesicht...

Ich erstarrte, als ich in das Gesicht meines Ex-Freundes sah und wich instinktiv einen Schritt zurück.

Er kam lächelnd auf mich zu.

Als er seine Hand an meine Wange legte, konnte ich mich nicht mehr bewegen.

Ich war wie paralysiert.

Er hatte mich früher bedrängt, geschlagen und zu Dingen gezwungen, zu denen ich nicht bereit war.

„Warum bist du damals abgehauen?" fragte er total unschuldig.

Ich aber hatte Panik, aus meinen Augen rannten die Tränen, wie Wasserfälle.

Ich wich weiter zurück, aber hinter mir war nur Wand.

Nun konnte ich sein Grinsen deuten.

Es war ein perverses, lüsternes.

Ich merkte, wie mir ein kalter Schauer den Rücken runter jagte.

Ich wollte schreien, aber er hielt mir den Mund zu.

Ich wollte einfach nur weg, ihn nie wieder sehen.

Deshalb bin ich auch direkt nach meinem Abi nach Köln.

Ich dachte ich muss ihn nie wieder sehen und könnte ein normales Leben führen...

Warum kam denn niemand, um mir zu helfen?

Erst jetzt merkte ich, wie leer die Straßen waren.

Nein! Das konnte doch nicht wahr sein.

Ich wehrte mich, aber es brachte nichts.

Er war einfach viel zu stark...

Ich biss in seine Hand, aber es juckte ihn nicht.

Sein Grinsen wurde lüsterner und meine Angst größer.

Ich versuchte zu schreien, aber dieser Hilfeschrei erstarb in seiner Hand.

Ich zappelte weiter, versuchte meinen Kopf loszureißen, mich wenigstens umzusehen.

Aber sein Griff war Eisern.

„Komm, du willst es doch auch!"

Meine Tränen liefen immer noch in Strömen über mein Gesicht.

Ich hatte einfach nur Angst.

Vor ihm und meinem alten Leben, meinem alten Ich...

Ich will nicht zurück...

Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, als plötzlich...

Und ich wurde gemoved...Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt