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○ E ● L ○ A ●

Die Männer sehen Noah an, mein Mann jedoch sieht nur mich.
In seinen Augen spiegelt sich Sorge. Echte, unverfälschte Sorge -um mich, um unseren Sohn. Ich mache mir ebenfalls Sorgen. Es ist noch zu früh für ihn. Und diese Situation ist alles andere als geeignet für ein Baby das jeden Moment kommen könnte.

„Lasst die Frauen gehen“, äußert Noah ruhig. „Und ich gehöre euch.“
Erst als seine Worte fallen, trifft mich die Erkenntnis wie ein Schlag:
Ich hatte meinen biologischen Vater getötet. Nicht er.

Warum schützt er mich?

Was geht in seinem Kopf vor?

Ich beobachte, wie Noah und Atlas Blicke austauschen. Kein Wort. Keine Bewegung.

Dann sieht Atlas mich an.

Herausfordernd.

Wissend.

Ich verstehe.

Im Türrahmen der Küche befindet sich ein kleines Geheimfach. Kaum sichtbar.

Langsam bewege ich mich Schritt für Schritt darauf zu. So unauffällig wie möglich. Als Kaida merkt, dass ich nicht mehr direkt neben ihr stehe, sieht sie mich erschrocken an. Ich gebe ihr ein kurzes Zeichen. Alles gut.

Meine Finger greifen in das Fach.
Zwei Pistolen.

Ich kehre ruhig zurück, reiche Atlas meinen Blick.

Jetzt.

Alles passiert innerhalb von Sekunden. Atlas schaltet den Mann zwischen uns aus, reißt ihm die Waffe aus der Hand. Eine wirft er Noah zu, die andere behält er selbst. „Hinter mich!“, befiehlt er mir. Ich will ihm folgen, doch eine Wehe zieht mir den Boden unter den Füßen weg. Atlas bemerkt es sofort, zieht mich in die Küche, stellt sich schützend vor mich. Vom Türrahmen aus feuert er. Sein Blick findet meinen. „Geht’s?“ „Noch ja.“ Er nickt kaum merklich, dreht sich wieder nach vorne. „Noah! Ela muss hier raus!“

Ich sehe mich hektisch um. Noah steht an der anderen Küchentür. „Du gehst mit Noah und Kaida zum Auto“, sagt Atlas ruhig. „Ich komme nach. Und dann lernen wir endlich unser Baby kennen.“ Er sieht mich nicht an - und doch spüre ich seinen Schutz.
„Du kommst aber“, flüstere ich.
„Natürlich.“
Im nächsten Moment tritt Atlas hervor, zieht das Feuer auf sich. Ich nutze die Chance, gehe hinter ihm vorbei zu Noah. „Ich lasse ihn nicht hier“, sagt Noah leise. „Versprochen.“
Ich lächle dankbar.

Dann ein Knall.

Mein Blut gefriert.

Mein Herz bleibt stehen.

Und für einen kurzen Moment lassen sogar die Schmerzen nach.

Ich drehe mich um.

Atlas ist getroffen.

Seine Schulter blutet. Das Weiß seines Hemdes färbt sich dunkel — er trägt selten weiße Hemden. Gerade deshalb sieht man es sofort. „Ela, geh!“ schreit er. Noch bevor ich etwas sagen kann, hebt Noah mich hoch und trägt mich hinaus. „Atlas!“ rufe ich. Noah reagiert nicht. Er setzt mich auf die Rückbank. „Fahr sie ins Krankenhaus“, befiehlt er Kaida.„Egal, was sie sagt — tu es nicht.“
Kaida nickt. Einmal. Dann noch einmal. Sekunden später rast das Auto los. Meine Tränen laufen über meine Wangen und die Wehen kommen immer häufiger. Das einzige was ich jetzt noch machen kann, zu hoffen das es Atlas gut geht und ich unser Baby nicht im Auto auf die Welt kriege.

In mir wächst die Hoffnung das wir gemeinsam in den Saal tretten und unser Baby gemeinsam begrüßen. Ich will ihn nicht ohne ihn kennenlernen. Atlas ist mein Leben und auch wenn ich weiß das unser Sohn mir auch bald alles bedeuten wird will ich es mit Atlas teilen.

My Wife's LifeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt