Kapitel 26

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"Ich liebe dich auch, Severus.", flüsterte sie kraftlos.
Severus sah sie entgeistert an. Erst als er kapierte, was los war, fiel er ihr in die Arme.
Er platzierte seinen Kopf an ihrer Schulter und schluchzte weiter.
"Wieso weinst du, Schatz?", fragte sie besorgt.
Er hob den Kopf und fing an ihr stürmisch das ganze Gesicht zu küssen.
"Ich habe dich so sehr vermisst. Oh Merlin, du bist endlich wach. Ich liebe dich so sehr.", sagte er mit brüchiger Stimme. Weitere Tränen flossen über sein Gesicht. Die Tränen der Trauer wurden zu Freudentränen.
"Ich weiß, ich konnte dich sprechen hören. Aber sag mir doch erstmal, was geschehen ist."
"Du ... du hast alles gehört?"
"Ja und es war mit Abstand, das schönste, das ich je gehört habe. Also erzähl."
"Du bist ausgerutscht ... schlimm gelandet ... ich dachte, ich verliere dich. Bitte geh nie wieder.", wisperte Severus.
"Ich verspreche es. Aber bitte erkläre mir jetzt alles. Atme tief durch und fang an."
Severus tat, wie gesagt. Er erzählte ihr alles. Von seinen Träumen, ihren Zustand, das Gespräch mit Lupin und die Auseinandersetzung mit Ron.
"Oh Merlin! Ich muss einen Heiler holen. Bleib wach, Hermine!", befahl er aufgeregt.
"Das werde ich."
"Ich bin gleich wieder da, mein Engel."
"Sei nicht so Hibbelig!", schrie sie ihm lachend nach.
Wenige Sekunden später, war Severus mit einem Heiler zurückgekehrt, der sie gleich untersuchte.
"Wie lange sind Sie denn schon wach, Miss Granger?", fragte dieser.
"Seid ... ich weiß es nicht, ich habe mein Zeitgefühl verloren. Wie spät ist es den?"
"Etwa elf Uhr. Sir, wissen Sie seid wann Miss Granger wach ist?"
"Ich denke seid 20 Minuten.", meinte Severus.
"Miss Granger, Ihnen fehlt nichts. Ich frage mich, wie Sie so schnell aufwachen konnten und wie sich Ihr Körper, so schnell regenerieren konnte.", verwirrt starrte der Heiler auf seine Notizen. "Vor einem Tag, da dachte ich noch, es würde Monate dauern!"
"Monate?! Und davon erzählen Sie mir nichts!", da war wieder Professor Snape.
"Severus, es macht doch nichts. Es ist eben anders gekommen.", sagte Hermine ruhig. "Wann darf ich wieder nach Hause?"
"Ich mache morgen noch eine Untersuchung. So wie es jetzt aussieht, können Sie so bald wie möglich gehen."
"Aber sie ist doch erst aufgewacht! Sie müssen sie doch beobachten. Vielleicht hat sie eine Gehirnblutung oder irgendwelche bleibende Schäden?"
"Ich denke, das er weiß was er tut, Severus. Das ist sein Job.", kicherte die Hexe im Bett.
"Na gut. Aber wenn es dir schlechter geht, sagst du es sofort!"
"Einverstanden.", willigte sie ein.
"Ich werde nun wieder gehen. Ruhen Sie sich beide aus. Gute Nacht.", verabschiedete sich der Heiler und ging.
"Geht es dir wirklich gut, Hermine?"
"Ja. Komm ins Bett, ich glaube so etwas gehört zu haben, das du mich sehr vermisst hast? Und etwas das klang als würdest du sterben müssen, wenn ich dich nicht berühre. Etwas von küssen sagtest du auch.", erinnerte sie ihn.
"Ich liebe dich, dafür, dass du immer das richtige sagst."
"Ich dich auch! Komm her, bevor ich sterben muss, weil du mich nicht berührst!", witzelte sie.
Er legte sich diesmal in das selbe Bett wie sie und drückte sie an sich. Dann senkte er den Kopf und küsste sie hemmungslos.
"Schlaf jetzt, Hermine. Sonst lassen sie dich nicht raus."
"Ich liebe dich. Wie oft muss ich es noch sagen, damit wir wieder auf Gleichstand sind?"
"Wir sind auf Gleichstand."
"Sind wir nicht. Ich war die letzten Tage nicht da."
"Vielleicht, aber du hast mir gezeigt, was Liebe ist und es mich gelehrt. Du hast mir zu sehen gegeben, dass ich nicht alleine. Dass ich auch so etwas wie Freunde habe."
"Weißt du, dass ich dich schon lange begehre?", fragte Hermine plötzlich.
"Sag bloß, du warst schon in deiner Schulzeit in mich verliebt?".
"Nein, dass nicht. Als du noch mein Professor warst, habe ich dich für dein Wissen begehrt und für deinen Mut."
"Meinen Mut Albus umzubringen?", fragte er spöttisch.
"Auch dafür brauchtest du Mut. Er hat dich quasi dazu gezwungen."
"Das entschuldigt nicht meine Taten als Schulleiter und Todesser."
"Du musstest das tun. Ginny hat mir erzählt, wie du die Bestrafung vermindert hast. Das ist ebenfalls mutig. Wenn dich jemand erwischt hätte, wärst du wahrscheinlich sofort zu Tom geführt worden."
"Das hätte mir damals nichts gemacht. Meine Todessehnsucht war nie größer als damals."
"Sag so etwas nicht."
"Es stimmt aber. Ich konnte es nicht ertragen, diese Schüler zu quälen, oder generell Menschen zu foltern als Todesser. Das Schlimmste und Unverzeihlichste,was ich je getan habe, war Albus zu ermorden.", sagte er leise.
"Severus, es ist vorbei. Wir haben gewonnen und dir wurde keine Schuld aufgetragen."
"Was an ein Wunder grenzt."
"Ich habe Harry gebeten, alles zu tun, dass du nicht nach Azkaban kommst.", erzählte sie.
"Noch eine Tat, die ich nicht verdiente."
"Was waren die anderen Taten die du scheinbar nicht verdienst?"
"Die erste ist, mich am Leben zu lassen. Die zweite bist du."
"Ich denke, dich am Leben zu behalten, war das klügste, was ich je getan habe."
"Wieso hast du es gemacht?"
"Weil ich wusste, dass ein Plan dahinter steckte."
"Vielleicht war das alles nur ein Plan, damit ich der neue dunkle Lord werde?"
"Sei nicht albern. Ich habe doch gesehen, wie du gezögert hast, damals als Harry, Ron und ich in Hogwarts eingedrungen sind und sich Minerva vor Harry stürzte um ihn zu verteidigen."
"Ich kannte diese Szene bereits, Hermine."
"Was meinst du?", fragte sie verwirrt.
"Eine mutige Frau, die sich vor Harry Potter stürzte um ihn zu schützen."
"Ja und du hast genau das Richtige getan. Du hast alle Flüche abgewährt und bist abgehauen."
"Trotz allem habe ich Albus ermordet und noch viele mehr."
"Als Spion von Dumbledore, darfst du nicht vergessen.", erklärte sie. "Lass uns nicht mehr darüber reden. Das waren dunkle Zeiten."
"Ich liebe dich, Hermine"
"Ich liebe dich auch, Severus. Schlaf gut mein Schatz."
"Das werde ich jetzt wieder.", sagte er leise.

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