Seit meiner Kindheit war es mein Traum Feuerwehrfrau zu werden. Ich wollte was gutes tun, Menschen helfen und retten und außerdem liebte ich das Adrenalin und das Risiko.
Im Moment verlief alles in meinem Leben, wie ich es mir wünschte oder erhofft hatte.
Ich war gefestigt und hatte eine mehr als glückliche Beziehung.
Außerdem hatte ich in einer Woche meine Prüfung und wenn ich die bestehen würde, könnte ich sofort als Anwärterin zu einer Wache zugeteilt werden.Freitags hatte Patrick immer spät Feierabend, weshalb ich alles fertig machte was den Haushalt belangte, bevor er nach Hause kam, damit wir dann unser gemeinsames Wochenende genießen konnten. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie freute ich mich besonders auf dieses Wochenende. Vielleicht weil es das letzte vor der Prüfung war oder einfach weil die letzten Wochen anstrengend waren und wir kaum gemeinsame Zeit hatten. Ich kochte also sein Lieblingsessen und wartete darauf, bis er um 17 Uhr vom Training kommen würde.
Ich ließ ihn in Ruhe ankommen und setzte mich dann gemütlich mit ihm an den Abendbrotstisch. Er erzählte von seinem Tag und ich hörte ihm zu. Das machten wir immer, denn uns war das immer wichtig.
Dann kamen wir auf das Thema, das in den letzten Wochen viel häufiger aufkam als je zuvor.
Meine Prüfung. Zwar freute ich mich darauf, aber wie vor jeder Prüfung hatte man natürlich auch Angst davor und war aufgeregt.„Ich denke schon das ich gut trainiert habe, aber ich mach mir einfach Gedanken, dass die Prüfer das nicht so sehen."
„Hey lass das" sagte er und griff nach meiner Hand, die auf dem Tisch lag.
„Du bist schon jetzt die beste Feuerwehrfrau, die ich kenne"
„Wahrscheinlich auch deine einzige"
„Das auch, aber trotzdem bist du klasse in dem was du machst"
Genau dafür liebte ich ihn so unbeschreiblich. Er brachte mich immer zum Lachen, auch wenn ich es gar nicht wollte.
„Danke baby" sagte ich nur leise.
„Wenn du willst, geh ich morgen mit dir zusammen trainieren"
„Was willst du denn mit mir trainieren?"
„Schlauchlauf?"
„Und wo?"
„An der alten Mühle. Da geht eine große Feuertreppe hoch, an der können wir üben"
„Was? So viele Treppen?" erstaunte ich leidend.
„Ganz genau" grinste er schaden freudig.
Ich hasste Schlauchlauf.
Der Lauf bestand darin, einen kompletten Schlauch über die Schulter zu nehmen und eine bestimmte Strecke in einer bestimmten Zeit zurückzulegen und den Schlauch auf dem Weg möglichst glatt auszurollen. Meistens war der Lauf durch Treppenhäuser oder vernebelte Container. Wie gesagt war ich nicht wirklich scharf darauf, aber er war fester Bestandteil der Prüfung und eben weil ich ihn nicht mochte musste ich ihn üben.
Wir aßen zusammen fertig und schauten dann zusammen Fern, bis ich auf der Couch einschlief und Patrick mich liebevoll ins Bett trug, wie er es fast jeden Freitag oder Samstag tat.Den nächsten Tag verbrachten wir unter anderem in der Stadt, nachdem wir lange ausschliefen. Gegen 18 Uhr waren wir dann wieder Zuhause, wo wir nur kurz Abendbrot aßen und ich mich dann fertig machte um zu trainieren. Entsprechend dem was wir vor hatten, war ich motiviert.
„Ey jetzt schau mal ein bisschen begeisterter. Du willst doch eine gute Prüfung ablegen oder?"
Seine Versuche mich zu motivieren und mich aufzuraffen waren immer zu niedlich und jedes mal machte er mir wieder bewusst, wie sehr er hinter mir und meinem Traum stand. Und genau das brauchte ich.
Wir fuhren zu der alten Mühle, die erst seit wenigen Jahren still stand und deshalb noch nicht ganz so runtergekommen ist, wie es sich vielleicht anhört. Von innen hätte man sie bestimmt sogar noch verwenden können. Wenn mich nicht alles täuscht, hatte sie sogar noch einen funktionierenden Aufzug, wobei ich kurzzeitig überlegt hatte ihn zu nutzen, aber es nützte ja alles nichts. Nächste Woche hatte ich keinen Aufzug, der mich hoch beförderte.
„Bist du bereit?"
fragte Patrick mich mit der Stoppuhr in der Hand, als ich in Bereitstellung neben ihm stand.
Als Antwort nickte ich.„Auf die Plätze. Fertig. Los!"
Das war mein Schlagwort und so rannte ich los.
Wir hatten eine gute Beziehung zu unserer freiwilligen Wache, die ebenfalls voll hinter mir standen. Deshalb durfte ich mir ganz oft Übungsmaterial ausleihen, so wie ich es auch jetzt gemacht hatte.
Ich stapfte die Treppe in voller Montur mit einem recht schweren Schlauch über meiner Schulter hoch. Nach dem dritten mal Abbiegen war mein Sauerstoffgehalt schon deutlich weniger und ich konnte merken wie sich mein Tempo reduzierte. Ich biss die Zähne zusammen und versuchte zumindest das Tempo zu halten. Unbedingt musste ich unter 1.10 min kommen. Ein paar Stufen weiter, wagte ich einen Blick nach oben. Noch ungefähr zwei Etagen lagen vor mir und ich hatte ein gutes Gefühl was die Zeit betraf. Ich sprintete voll durch und legte sofort den Schlauch oben ab.„Fertig!"
rief ich sofort und ging zum Geländer, um meine Zeit von Patrick zu erfahren. Aber Patrick war weg. Weit und breit war nichts von ihm zu sehen. Von niemanden. Es schien als sei ich plötzlich ganz alleine auf dem Gelände.
Aufgrund der Tatsache, dass es schon dunkel war, erschreckte ich mich umso mehr, als hinter mir auf einmal die Tür des Gebäudes aufging.
Sofort drehte ich mich um und atmete so gleich auch wieder auf, als ich sah das niemand wenigeres als Patrick in der Tür stand.„Gott bist du bescheuert? Erschreck mich doch nicht so" lachte ich erleichtert auf. Worauf er nur lachte, ihn aber irgendwas merkbar beschäftigte.
„Du warst gut. 57 Sekunden" In dem Moment wollte ich schon jubeln, aber es kamen Gegenworte.
„Aber,
Du hast den Schlauch nicht richtig abgelegt"Den Schlauch nicht richtig abgelegt? Was konnte man daran falsch machen?
Mein Blick wanderte zum Ende des Schlauches, das ich ganz genau musterte. Was ich wenige Zentimeter weiter sah, traute ich meinen Augen nicht. In völligen Gedanken an meine Bestzeit hatte ich vollkommen übersehen, dass ich den Schlauch mitten vor einem schimmernden Silberring abgelegt hatte. Mein Kiefer fiel, denn ich wusste wohin das nun führen würde. Er folgte meinem Blick, der überwältigt am schönsten Ring der Welt hingen blieb.
„Patrick. Ich-" Ich wollte irgendwas sagen, weil ich dachte er würde das vielleicht erwarten, aber dabei griff ich ihm nur vor. Er nahm meine Hand in seine und mit der anderen hielt er mir den Ring vor, von dem ich kaum meinen Blick lösen mochte.
„(Y/N). Ich bin in die beste, hübscheste, liebevollste und hinreißenste Feuerwehrfrau verliebt, die es gibt. Ich kenne nicht viel mehr, aber trotzdem weiß ich das du die Beste bist und das du das Beste für mich bist. Ich könnte mir kein Leben mehr ohne eine Feuerwehrfrau an meiner Seite vorstellen.
Möchtest du meine Frau werden?"„Jaa.!"
hauchte ich mehr mit einem heftigen Nicken und mit einer ganzen Menge Tränen in den Augen.
Er stütze sich wieder hoch und wir verfielen in einen leidenschaftlichen Kuss. Den leidenschaftlichsten und glücklichsten Kuss, den wir je hatten.„Ich liebe Dich"
hauchte ich gegen seine Lippen, als wir uns nur wenige Zentimeter voneinander lösten und er mir den Ring an meinen rechten Rinfinger ansteckte.„Ich liebe Dich viel mehr" sagte er und küsste mich grinsend.
Die Prüfung war in dem Moment absolute Nebensache.
Wir genossen noch einen Augenblick den besonderen Moment, von hier oben aus mit Blick auf die Lichter der Stadt.Ich hätte nicht gedacht, dass mein Leben zu dem Zeitpunkt hätte noch perfekter werden können, aber es konnte.
Und es wurde ♥
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One Shots Patrick Herrmann & Thorgan Hazard
FanficOne Shots and Little Imagines about the Players Thorgan Hazard and Patrick Herrmann :) Ich werde verschiedene kleine Imagines hochladen mit den verschiedensten Storys, also mal romantisch, mal traurig, mal dirty vielleicht aber auch nur mal Kumpel S...