First Chance

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„Du denkst an unsere Verabredung am Samstag?"
fragte Thorgan mich, während wir zusammen den Abendbrotstisch abräumten.

„Natürlich. Glaub mir, dafür bin ich viel zu aufgeregt, um das zu vergessen.

„Ach Quatsch, das brauchst du gar nicht" sagte er mir zum x-ten mal und nahm mich gleichzeitig in seine Arme.

„Ich hab einfach Angst, sie mögen mich nicht." Gestand ich ihm.
Wir waren morgen zum Essen bei seinen Eltern eingeladen. Thorgan und ich sind erst vor 3 Wochen zusammen gekommen und so langsam wurde es Zeit seinen Eltern zu zeigen, mit wem ihr Sohn sich nun sein Leben teilte.

„Wieso sollten sie dich nicht mögen? Nenn mir einen Grund"
versuchte er mir ruhig einzureden, worauf ich einfach nur mit den Schultern zuckte. Ein wirkliches Argument fiel mir auch nicht ein, aber ich kenne seine Eltern nicht. Vielleicht sind sie genau von der Kategorie, die eine ganz bestimmte Vorstellung von Schwiegertochter haben, wie sie aussehen muss, was sie können muss, was sie haben muss,...

und genau dem hab ich Angst nicht zu entsprechen.

Wir gingen früh schlafen und der Vormittag des nächsten Tages ging meinem Gefühl nach schneller um, als je ein anderer Tag.

„(Y/N) entspann dich, ich spüre deine Anspannung bis hier" lachte Thorgan, während er sich in den Türrahmen des Badezimmers stellte, wo ich bereits an meinem Aussehen arbeitete.
Er hatte gut reden.
Er kannte meinen Vater schon von der Arbeit, die einzige die für ihn fremd war, war meine Mutter. Dadurch das er meinen Vater aber kannte, wusste er zumindest einigermaßen was ihn erwartet, aber ich lief komplett ins schwarze.

„Ich versuche es ja.." gab ich knirschend zurück.

Ich hörte wie seine Schritte von hinten auf mich zu kamen und er seine Arme um meine Taille schlang.

„Wir können uns auch noch kurz entspannen" flüsterte er mir grinsend zu, während er meinen Hals hinab küsste. Ich stieß nur ein leises Lachen hervor, während ich seine Berührungen wirklich genoss, denn sie entspannten mich ungemein. Er fuhr mit den Händen zu meiner Hüfte.

Ich wendete mich in seinem Arm und wir verfielen in einen leidenschaftlichen Kuss aus dem Bad hinaus, auf das Sofa im Wohnzimmer. Es dauerte nicht lange, bis wir uns aus unseren Klamotten befreit hatten und wir uns gemeinsam etwas Liebe auf dem Sofa schenkten.

Ich ruhte auf seiner Brust und er hatte seine Arme wieder um mich geschlossen.

„Das war schön" hauchte er mir ins Ohr, worauf ich lächelnd meine Lippen auf seine legte.

„Jetzt geh ich da heute Abend viel entspannter hin" scherzte ich.

Wir kuschelten noch einen weiteren Augenblick, bis ich mich mit einem Kuss von ihm löste, um mich nun wirklich fertig zu machen. So schön es auch war, die Zeit musste ich jetzt wieder einholen.

Ich zog mir ein braunes Knielanges Kleid an, das einen breiten, schwarzen Gürtel an der Taille hatte. Darunter eine schwarze Strumpfhose und schlichte Ballerinas.

Mein Makeup ließ ich so dezent wie möglich. Egal welche Kategorie von Eltern Thorgan hatte, viel Schminke machte nie einen guten Eindruck. Meine Haare lockte ich lediglich und ließ sie mir unfrisiert über die Schulter fallen.
Als ich fertig aus dem Badezimmer kam, stand meinem Freund der Mund offen.

Sein Mund formte ein Wow und ich präsentierte mich, stolz auf meinen Look. Er kam auf mich zu und nahm meine Hand, die er dann hob, um das ich mich einmal drehen konnte.

„Jap. Ich habe definitiv die hübscheste Freundin der Welt" komplimentierte er mir strahlend und küsste mich gefühlvoll.

Er sah in seinem weißen Hemd ebenfalls zu anbeißen aus, obwohl er es einfach nur locker mit einer Jeans kombinierte, aber er war halt einfach er. Es gäbe wohl kaum was, worin er nicht immer noch gut drin aussehen würde.

„Madame?" fragte er mich gespielt hochgestochen und hielt mir seinen Ellbogen hin, um das ich mich einhaken konnte.

„Sehr reizvoll der Herr" gab ich ihm lachend als Antwort, als ich mich bei ihm einhakte und wir gemeinsam zum Auto liefen.

Umso näher wir unserem Ziel kamen, desto nervöser wurde ich. Er merkte es wahrscheinlich daran, das ich nichts sagte, da mir einfach nicht nach reden zu mute war. Ich spielte nervös an meinen Fingern, als ich auf einmal spürte wie sich seine Hand den Weg über meinen Oberschenkel zu meiner linken Hand suchte und unsere Finger sich verschränkten. Ich schaute ihn an, während er seinen Blick nur kurz von der Straße lösen konnte, um mir ein Lächeln zu schenken.

„Sie werden dich mögen" sagte er ruhig und vertraut.

„Bestimmt" gab ich ihm leise wieder, während meine Gedanken ganz andere waren.

Als er anhielt und die Handbremse anzog, nahm ich dies als Zeichen wir seien da. Ich stieg aus und wartete bis er abgeschlossen hatte und meine Hand wieder in seine nahm und sie dann leicht drückte.

Wir gingen zum gegenüberliegenden Haus und klingelten dort.
Es war ein schickes Haus, ehrlich gesagt war hier in der Straße ein Haus schicker wie das andere, was meine Aufregung jetzt nicht unbedingt besserte.

„Hey ihr zwei" wurde strahlend die Tür geöffnet von einer Frau mit kurzen, braunen Haaren.

„Hallo Mama" begrüßte Thorgan seine anscheinende Mutter und gab ihr einen Kuss auf die Wange.

„Du musst (Y/N) sein" entgegnete sie mir mit einem Grinsen und einer offenen Hand.

„Genau die bin ich. Schön Sie endlich kennen zu lernen" antwortete ich ihr so freundlich wie sie und gab ihr meine Hand. Die erste Hürde war geschafft und ich war erleichtert, dass seine Mutter nicht den ersten Eindruck eines Drachen machte.

„Kommt rein, dein Vater und Ethan warten schon im Wohnzimmer"

Ich folgte ihm durchs Haus. Es war wirklich schön eingerichtet und drinnen duftete es schon nach leckerem Essen.

„Es riecht schon wirklich lecker Frau Hazard"

„Liebes nenn mich ruhig Carine."

„Es riecht schon wirklich lecker Carine" wiederholte ich lachend meinen Satz.

„Danke Schätzchen, es dauert auch nicht mehr lange, ihr könnt euch schon mal setzen."

Die drei Sätze, die wir bisher ausgetauscht hatten, reichten mir um das ich sie jetzt schon ziemlich mochte, sie war so lieb.

Als wir ins Wohnzimmer gingen, kam uns auch schon gleich sein Vater entgegen.

„Hallo mein Sohn"

„Hey Dad" begrüßten sich Vater und Sohn mit einer Umarmung. Dann wandte er sich zu mir.

„Hallo ich bin (Y/N)"
begrüßte ich ihn ebenso mit einem freundlichen Handschlag, wie ich auch Carine begrüßte.

„Hallo (Y/N), ich heiße Thierry. Schön, dass du da bist"

Als ich mich zu seinem kleinen Bruder wenden wollte, schlug der sich bereits schon lachend mit Thorgan, das war anscheinend normal bei den beiden.
Auch ihm stellte ich mich noch als die neue Freundin seines Bruder vor und er stellte sich mit viel Anstand ebenfalls mir vor, obwohl ich schon vieles lustiges von Thorgan über ihn gehört hatte.

„So ihr lieben, das Essen ist fertig" rief Carine und brachte mehrere Teller mit verschiedenen Beilagen zum Tisch.

Wir alle stürmten zum Tisch und aßen gemeinsam zum Abend. Carines Kochkünste waren genauso wie ihre Freundlichkeit, einfach bezaubernd.

Der erste Eindruck trübte nicht und ich lernte Thorgans Familie als super liebe Menschen kennen. Jetzt standen mir nur noch seine anderen beiden Brüder Kylian und Eden bevor, die heute leider nicht kommen konnten, aber sollten sie nur annähernd so sein wie die anderen drei, werde ich mich in dieser Familie durchaus wohlfühlen können.


One Shots Patrick Herrmann & Thorgan HazardWo Geschichten leben. Entdecke jetzt