„Das traust du dich im Leben nicht" forderte mich mein 'Kumpel' siegessicher raus.
Warum genau ich mich immer noch mit diesen Leuten abgab, wusste ich nicht, aber ich saß heute erneut wieder mit diesen paar Leuten zusammen, die sich eigentlich nur trafen, um sich abzuschießen oder sich irgendwas einzuwerfen.
Ich weiß noch nicht einmal mehr genau wie ich an sie ran gekommen bin. Es hatte sich in der Vergangenheit eben so ergeben.„Fynn wir sind keine 12 mehr. Das hört sich ja fast an wie ne Mutprobe" machte ich seine Herausforderung lächerlich.
„Wenns so wäre" grinste er schäbig.
Er hatte schon ordentlich was drinne, wenn nicht sogar auch irgendwelche anderen Drogen, weshalb er immer so eine eklige Art an sich hatte, die ihn seine Freunde und Feinde vergessen ließ.„Wenn ich mich recht erinnere, hast du deinen Eltern erzählt du schläfst heute bei deiner Freundin. Sie wären entsetzt, wenn sie wüssten, mit was für Leuten du dich abgibst."
„Fynn du bist ein Arschloch"
Darauf zuckte er nur mit den Schultern. Wie gesagt, auf Droge war ihm alles gleichgültig.
„Deine Entscheidung"
„Also ich soll da einfach nur reingehen?"
„Mhh"
„Und was hast du davon?"
„Spaß" antwortete er breit grinsend.
„Du hast Spaß daran, wenn ich einmal durch dieses Haus lauf und am anderen Ende wieder rauskomme?"
„Wenn du wieder raus kommst"
„Gott Fynn tu nicht so, wir sind hier nicht in irgend einem Killerfilm"
„Alter Fynn lass gut sein, muss doch jetzt nicht sein"
meldete sich jemand anderes aus der Runde. Es war Thorgan, aus meiner Schule. Er war zwar von Beginn an mit in dieser Gruppe, aber er reagierte nicht so extrem auf die Drogen wie die anderen.„Gehst du jetzt oder nicht?"
„Meinet wegen" antwortete ich genervt und stand auf.
Meine Eltern durften auf keinen Fall erfahren, wo ich heute oder die letzten Wochenenden war.
Und er hätte keine Scheu davor ihnen das zu erzählen, das wusste ich.Die anderen standen mit auf und so gingen wir von Fynns Haus aus ein Stück weiter durch einen Wald, wo sich am Ende eine alte Kinderklinik befinden würde, die sehr in die Jahre gekommen war und sogar schon beide Kriege überlebt hatte.
„Also da ist der Eingang, und da hinten geht's wieder raus. Reicht wenn du einen Flur entlang läufst." grinste er mich wieder an.
Dann spürte ich wie mich eine Hand ein Stück weg zog.„Hör auf mach das nicht" warnte Thorgan mich.
„Thorgan hör auf mich umzustimmen. Meine Eltern dürfen das auf keinen Fall wissen."
„(Y/N) er ist komplett benebelt, bis morgen hat er es eh wieder vergessen."
„Ich mach das jetzt. Lass mich los." sagte ich trotzig und befreite mein Handgelenk von seinem Griff.
„Alles klar"
„Dann mal viel Spaß" grinste Fynn.
Ich sagte nichts mehr und ging meine Schritte voran. Natürlich ließ mich das nicht so kalt, wie ich es nach außen hin tat. Niemand würde im Stockedunkeln allein durch ein altes Gemäuer gehen und so tun als würde ihm das egal sein.
Ich war nun mittlerweile am Eingang angekommen, der schon mit Moos überdeckt war und von der Tür nur noch wenig übrig war, sodass ich direkt rübersteigen konnte und den langen Flur nur mit dem Mondschein betrachten konnte.
Ich atmete ein mal durch und nahm meinen ganzen Mut zusammen.
Du schaffst das (Y/N). Denk einfach es wäre helllichter Tag, und es wäre eine ganz normale Klinik im Betrieb.So versuchte ich mir wenigstens Mut zu machen.
Meine ersten Schritte waren zögerlich, denn es war unvermeidbar nicht auf irgendwas zu treten, das Krach machte. Allerdings wurde die Geräusche immer finsterer und unheimlich, je näher ich in das Gebäude rein lief. Die anderen, die sich vermutlich draußen gerade einen abfeiern, hatte ich ausgeblendet, denn die waren gerade meine kleinste Sorge.
Völlig fixiert auf meine nächsten Schritte, blieb mir fast das Herz stehen, als ich einen festen Griff an meinem Handgelenk spürte, der mich in ein Nebenzimmer zog. Instinktiv wollte ich schreien, um mich schlagen und mich wehren, aber ein Arm umklammerte mich fest, sodass ich nichts mehr von mir bewegen konnte und der andere Arm presste seine Hand fest auf meinen Mund. Ich versucht mich dennoch irgendwie zu wehren, bis ich einen einigermaßen beruhigenden Ton in meinem Ohr hörte.„Scchh" flüsterte mir jemand ins Ohr. Ich hörte auf mich zu bewegen und schaute hinter mich.
Trotz der Lichtverhältnisse konnte ich gerade noch erkennen, dass es Thorgan war, der mich dramatischer Weise aus dem Gang entriss.
Meinen Stein, der mir vom Herzen fiel, musste man bis draußen hören. Ich war in dem Moment unfähig etwas zu sagen, immer noch vor Schock, wie er mich gerade erschrocken hatte und zum anderen, weil ich noch mehr erleichterter war, nicht mehr alleine in diesem Höllen Gebäude zu sein.„Fynn und die anderen warten am Ende des Ganges und wollten dich mit kindischen Masken reinlegen. Ich wollte nicht, dass du noch mehr Angst bekommst, deswegen hab ich gewartet und bin durch eine andere Tür hierhin, um dich abzufangen" erklärte er mir flüsternd mit einer so ruhigen Stimme, dass ich vor Erleichterung ihn nur fest in dem Arm nahm und eine kleine Träne nicht mehr zurück halten konnte.
Er erwiderte es ebenso und schlang seine Arme fest um mich.
Ich wollte eigentlich nicht weinen, schon gar nicht vor ihm, aber die Angst war einfach zu groß und meine Übernommenheit wohl noch größer.„Danke" schluchzte ich leise.
Er sagte nichts sondern küsste mich nur sanft auf den Kopf.
Dann löste ich mich aus seinen Armen und wir beide lächelten uns an. Er nahm einen Arm um mich und gemeinsam gingen wir wieder nach links zum Eingang, denn so konnten wir leise verschwinden, ohne das Fynn es mitbekommen würde.Thorgan begleitete mich noch nach Hause und erkundigte sich immer wieder, ob es mir auch wirklich gut ginge. Ob Fynn und die anderen immer noch dort standen, wusste ich nicht, aber das war mir im Grunde genommen mehr als egal.
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One Shots Patrick Herrmann & Thorgan Hazard
FanficOne Shots and Little Imagines about the Players Thorgan Hazard and Patrick Herrmann :) Ich werde verschiedene kleine Imagines hochladen mit den verschiedensten Storys, also mal romantisch, mal traurig, mal dirty vielleicht aber auch nur mal Kumpel S...