„Hör mir doch zu, bitte", bettle ich, während ich Kyle durch die Wohnung folge. Ich bin vor einer halben Stunde in New York angekommen. Sofort bin ich zu Kyle's Wohnung gefahren. Er wirft Teller, Blumenvasen, Tische, Stühle, Spiegel und weiter Gegenstücke durch die Gegend. Überall in meiner Wohnung liegen Scherben und verschiedene Dinge sind verstreut. „Kyle...", flüstere ich mit Tränen in den Augen und folge ihm durch die Wohnung. Energisch läuft er von A nach B. Er weiß gar nicht wo hin er gehen soll. „Hast du mit ihm geschlafen? Hast du mit ihm geschlafen, Tori? Hast du mit ihm geschlafen? Hast du mit ihm geschlafen?", fragt er sauer und sieht mich genauso sauer an. Ich schüttle leicht meinen Kopf. Tränen laufen meine Wange runter. „Du hast mit ihm geschlafen. Wie war es? Ha? Wie war's? War er gut? War er besser als ich? Hast du jetzt einen Vergleich?", er kommt langsam auf mich zu und ich gehe einige Schritte zurück. „Hat es Spaß gemacht? War es toll? Erzähl es mir! Wie war es? War er besser als ich? Hat es Spaß gemacht etwas Verbotenes zu machen?"
Er schnappt sich einen Stuhl und wirft ihn durch die Wohnung. Danach wirft er einen Tisch, wo sein Computer drauf steht volle Kanne durch die Wohnung. „Antworte!", brüllt er. „Antworte mir!" Ich halte meine Ohren zu. Ich halte sie zu. Ich will nichts mehr hören. Ich will sein Geschreie nicht mehr hören. Ich will mein schluchzen nicht mehr hören. Ich will nichts mehr hören!
Tränen laufen meine Wangen hinunter und Kyle kommt wieder auf mich zu. „Die Ironie dabei ist, dass du bei mir immer bedenken hattest und jetzt gehst du mir fremd. Du hattest Angst, dass ich dir fremd gehen und jetzt? Du gehst mit diesem Bastard Liam fremd. Ich wusste, dass es irgendwann passieren würde. Ich wüsste es, aber ein Tag nach unserer Hochzeit? Du billige HURE!" Er sieht mir direkt in die Augen. „Sag so etwas nicht Kyle, sag so etwas nicht." Er geht einige Schritte zurück. „Es stimmt doch! Was soll ich sagen?", schreit er und geht noch mehr Schritte zurück. Ich weine und presse meine Hände vor mein Gesicht. „Soll ich vielleicht jubeln? Soll ich etwa lachen? Soll ich mich etwas freuen? Soll ich es twittern?" Ich nehme meine Hände vom Gesicht und sehe ihn an. So aggressiv habe ich Kyle noch nie in meinem Leben gesehen. Er macht mir Angst. Er macht mir wirklich Angst. „Soll ich etwa feiern, dass meine Frau mit einem anderen Mann geschlafen hat? Soll ich Liam einladen und ihm gratulieren. Herzlichen Glückwunsch Liam hast Sie endlich geknallt."
Er rauft sich die Haare und dreht sich um. Verzweifelt setzt er sich auf die Couch. „Kyle...", murmle ich und gehe langsam auf ihn zu. Ich bücke mich zu ihm nach unten. „Es tut mir leid", sage ich weinend. „Es tut mir leid." Seine Hände liegen auf seinem Gesicht. Ich streichle seine Hände verzweifelt. „Es tut mir leid, Kyle. Es tut mir Leid", wiederhole ich immer und immer wieder. „Warum, Tori? Warum? Warum tust du mir das an? Warum brichst du mir mein Herz?!" Ich fahre weiter über seine Hände. „Es tut mir leid." „Warum nur?", hört man ihn murmeln. Ich weine und Kyle fing ebenfalls an. Ich schluchze und blicke auf den Boden. Kyle nimmt mein Gesicht in seine Hände und schaut mir in die Augen. „Warum hast du mir das angetan?", murmelt er. „Warum hast du mir das angetan, Tori? Ich habe dich so geliebt." Ich schaue auf den Boden und schluchze. Kyle fährt mit seinen Händen über mein Gesicht. „Ich habe dich geliebt, so sehr." Ich schluchze weiterhin und sehe ihm in die Augen. „Mehr als mich selbst...", fügt er hinzu. „Mehr geliebt als das Leben. Ich habe dich mehr als Gott geliebt. Habt dich jedem Vorgezogen. Habe dich vergöttert, war verrückt nach dir. " Er stoppt und sieht mir in die Augen. „Aber das war nicht genug für dich, Tori. Ich bin dir nicht genug. Du willst Action. Du willst Spontanität. Du willst Drama. Du willst es Kompliziert. Du willst diesen verdammten Liam!" Ich schüttle leicht meinen Kopf. „Ja, Tori, Ja. Das stimmt. Es stimmt. Du hast mich nie geliebt. Nie!"
„So ist es nicht, Kyle." Seine Nase berührt meine Nase. „Doch so ist es Tori, so ist es. Ich sage die Wahrheit. Ich sage die Wahrheit und du weißt es." Er nimmt seine Hände von meinem Gesicht und steht auf. Er dreht seinen Rücken zu mir und entfernt sich einige Schritte von mir. Ich stehe sofort auf. „Weißt du? Gestern Morgen habe ich zum ersten Mal zuerst mein Gesicht in deinen Augen gesehen. Davor habe ich immer Liam in deinen Augen gesehen, aber ich habe mich damit abgefunden. Aber jetzt?" Er atmet langsam ein und aus. „Jetzt werde ich nur noch ihn in deinen Augen sehen." Kurzzeitig herrscht Stille. „Damit werde ich mich niemals abfinden können. Damit werde ich niemals zu Recht kommen." Ich schließe meine Augen und atme aus. „Ich kann niemals wieder in deine Augen sehen." Er schüttelt seinen Kopf. „Ich könnte es nicht mehr ertragen. Ich kann es nicht mehr ertragen."
„Aber, aber....", fange ich an. Er dreht sich um und sieht mich abfällig an. „Diese Ehe ist zu Ende, Tori. Sie hat nicht mal angefangen und sie ist kaputt. Wahrscheinlich war sie von Anfang an kaputt." Ich sehe ihn an. In meinem Gesicht sind keinerlei Emotionen zu sehen. Fassungslos sehe ich ihn an. Eine Träne läuft seine Wange hinunter. Er dreht sich um und blickt aus dem Fenster. Langsam gehe ich auf ihn zu. „Dann werde ich gehen, wenn du möchtest." Er starrt stur aus dem Fenster. „Ich werde dich nicht aufhalten." Stille herrscht. Nach vielen Minuten der Stille gehe ich langsam ein paar Schritte zurück, nehme meine Jacke und meine Handtasche und gehe aus seiner Wohnung.
Energisch laufe ich raus auf die Straße. Ich werde immer und immer schneller. Abrupt bleibe ich jedoch stehen, als ich Liam am anderen Ende der Straße sehe. Ich sehe ihn genau an. Mustere jede seiner Bewegungen. Er dreht seinen Kopf zu mir. Mit Tränen in den Augen blicke ich ihn an. Als er meinen Blick erwidert, dreht er sich in meine Richtung. Er schaut verwundert zu mir rüber. Wahrscheinlich hat er mit mir zu dieser Uhrzeit an diesem Ort nicht gerechnet. Die Straße ist leer. Vollkommen leer. Die Straßenlampen geben gerade mal so viel Licht ab, dass ich Liam sehen kann. Mit Tränen in den Augen gehe ich langsam auf ihn zu.
„Du hast mir vor 10 Jahren gesagt, dass es die große Liebe nicht gibt. Du hast NIE an die Liebe geglaubt. Weißt du noch? Wir waren zwar erst 15, doch du warst dir zu 100 Prozent damals sicher. Jetzt frage ich dich, bist du immer noch derselben Meinung? Du sagst die wahre Liebe findet man nicht, wenn man sie sucht. Was sagst du heute, Liam? Bist du immer noch der gleichen Meinung? Sag etwas, Liam. Sag etwas! Bist du immer noch der Meinung? Was machen wir beide denn hier? Mitten in der Nacht auf einer Menschenleeren Straße? Was tun wir hier? Warum sind wir nicht bei unseren Ehepartnern? Hast du es Elizabeth erzählt? Hast du es ihr erzählt? Wenn nein was machst du dann hier? Antworte mir Liam! Antworte mir!" Liam verzieht genervt sein Gesicht.
„Ich muss gehen", sagt er und dreht sich um, um zu gehen. Ich halte ihn am Oberarm fest und drehe ihn zurück in meine Richtung. „Wohin willst du, Liam? Antworte mir! Ich will eine Antworte, Liam. Antworte mir! Hast du es ihr erzählt? Weiß sie Bescheid? Hast du bei unserer gemeinsamen Nacht etwas empfunden?", wiederhole ich immer wieder und haue gegen seinen Oberarm. „Antworte mir, ich muss es wissen."
„11 Januar 2002. 11 Januar 2002, da bist du mir zum ersten Mal begegnet. Du warst gerade mal erst 12 Jahre alt. Ein 12 Jahre altes Mädchen. Du hast dir auf deinem alten Nokia Handy Klingeltöne angehört. Alle haben dich ausgelacht. Seitdem Tag habe ich das Gefühl, dass die Welt stehen geblieben ist. Von da an habe ich nur noch an dich gedacht. Ich musste Tag und Nacht an das 12 Jährige Mädchen denken, die sich Klingeltöne angehört hat. Ist das die Antwort auf deine Frage? Ich glaube nicht. Ich habe dich auf das Meeting nach Las Vegas mitgenommen, ich war die paar Tage, an denen du bei deinen Eltern warst, auch da, ich habe dich zu meiner Hochzeit eingeladen, ich war bei den Meetings von Williams Company und Big Six dabei. Nur um in DEINER Nähe zu sein! Ist das die Antwort auf deine Frage? Meine Gedanken an dich, verfolgen mich wohin ich auch gehe. Seit dem 11. Januar 2001. Selbst bei meiner Hochzeit musste ich an dich denken. Als deine Oma beerdigt wurde musste ich an dich denken. Ich denke eigentlich nur an dich. Die ganze verdammt Zeit. Wolltest du das hören? Dann bedenke auch, ich bin ein verheirateter Mann. Vielleicht hast du vergessen, dass du einen Mann zu Hause hast. Wir beide sind verheiratet und darum frage ich dich: Was suchen wir hier mitten in der Nacht auf einer leeren Straße? Ich habe die Antwort, hör sie dir an Tori! Hör dir die Antwort an, du bist doch so heiß drauf!" Ich drehe mich um und gehe. Ich gehe. Ich will seine Antwort nicht hören. Ich weiß, was er sagen wird. Ich kenne die Wahrheit. Liam kennt die Wahrheit, doch ich will sie nicht hören. Ich will die Wahrheit nicht aus seinem Mund hören. Ich will es nicht! Ich gehe so schnell ich kann.
„Das willst die Antwort hören? Bleib stehen Tori! Du willst sie hören? Hör dir die Antwort an. Hör zu! Lauf nicht Weg Tori. Ich liebe dich, Tori! Ich liebe dich verdammt nochmal! Ich liebe dich mehr, als mich selbst" Ich bleibe stehen. Ich bleibe sofort stehen und bewege keinen einzigen Muskel in meinem Körper. „Und du liebst mich auch! Du liebst mich genauso stark wie ich. Wenn du jetzt nein sagst, dann lügst du dich selbst an." Ich atme langsam ein und aus. Ich erwidere nichts und gehe weiter. Jeder geht in seine Richtung und keiner dreht sich mehr zum anderen um. Keiner sagt mehr etwas. Ich gehe nach links und Liam geht nach rechts.
Mein neuer Chef
DU LIEST GERADE
Mein neuer Chef (UNBEARBEITET!!!)
RomanceWas passiert, wenn dein neuer Chef dein Ex-Freund ist? Victoria, oder besser gesagt Tori bekommt die Chance ihres Lebens. Sie darf ein Jahr lang in ihrer Wunsch Firma "Big Six" Praktikantin spielen. Nervös aber auch überglücklich macht sich Tori au...
