Teil 12

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Und jetzt das versprochene Zweite, das sogar ziemlich lang ist. Ich hoffe es gefällt euch.

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November 1972

Als ich an einem Novembermorgen verschlafen wie eh und je in die Halle kam warteten meine Freunde schon mit schräg gelegten Köpfen vor unserem Platz und unterhielten sich leise. „Es klingt gut"- „Passt es denn zu uns?" „Also ich mag es."- „Remus du magst alles und vor allem Schokolade." - „Sirius du magst alles was dich anlächelt und noch mehr magst du Essen." - „Falsch. Ich liebe Essen und dieser Name ist perfekt." Ich stellte mich zu ihnen und schaute zu unserem Schild hinunter. Dort stand mit krakeliger Schrift: Die Rumtreiber – Chaot sein will gelernt sein.

Jetzt musste auch ich meinen Kopf schräg legen. „Rumtreiber, gefällt mir." Ohne weitere Worte setzte ich mich und begann mit meinem Frühstück, welches ausschließlich aus Kaffee und frisch gebratenem Speck bestand.

Ich wollte gerade den letzten Schluck nehmen, als sich jemand neben mich fallen ließ. „Hey Rubin, also dieses Buch welches du mir gegeben hast. Es ist unglaublich, ich hab so viel gelernt und ich hab es mehrmals gelesen, hast du noch mehr davon? Ach Alice jetzt setz dich doch." Eine kleinere Person setzte sich zaghaft auf meine andere Seite. Langsam blickte ich auf, Olive hielt mein Buch fest umklammert in ihren Armen, ich gähnte einmal und schon sprach sie weiter. „Also erst mal das ist Alice Prewett, sie ist in Hufflepuff ein Jahr unter uns und echt nett, ja wirklich. Also noch mal zu dem Buch, also ich würde wirklich gerne mal wissen wie es so ist ein Blutwolf zu sein, wie man sich da so fühlt, an Neumond und so." Ihre Augen glänzten die ganze Zeit und kaum hatte sie Luft geholt redete sie schon weiter, jedoch wandte ich mich Alice zu. „Hey ich bin Rubin und hab ich dir nicht letzte Woche einen Streich gespielt?" Irgendwoher kannte ich diese kurzen Haare und die treuen braunen Dackelaugen. „Ja, ich fand es ziemlich lustig, meine Freunde eher weniger." Sie lächelte, erst zaghaft und dann ziemlich warmherzig, ich lächelte wieder zurück und wandte mich dann wieder Olive zu, die gerade ihre Rede beendete. „Ja ich hab noch mehr Bücher, ich muss morgen sowieso noch in die Bibliothek mit Lily, wir treffen uns dort einfach Morgen um drei."

Ich nahm ihr das Buch aus den Armen und schaute dann auf die Uhr. Verdammt, kurz vor 11, und um 11 fing die Quidditchauswahl an. Ich verabschiedete mich im Laufen von den beiden und sprintete dann los zum Quidditchfeld.

Als ich dort ankam standen schon ein paar kleine Grüppchen da, ich stellte mich zu mein Bruder und grinste Sirius auf der Tribüne zu. Simon Scamander stellte sich dicht neben mich. „Auch vor ins Team zu kommen?" Ich rollte mit den Augen. „Nein, natürlich nicht, ich bin hier weil der Rasen so schön ist und ich von hier unten zuschauen wollte." Meine Stimme triefte vor Sarkasmus und mein Gesichtsausdruck machte es auch nicht besser. Er schaute mich verwirrt an und mein Bruder lag vor Lachen schon fast auf dem Boden. Ich wollte ihn gerade noch mehr verwirren, als das Geräusch einer magisch verstärkten Trillerpfeife in meine Ohren drang. Der Kapitän der Gryffindors, ein muskulöser Viertklässler, der auf den Namen William McDougal hörte, trat vor uns. Das Training begann mit ein paar Aufwärmrunden, bei denen die schlechtesten schon ausschieden. Dann wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, für Jäger und Treiber, ich und James standen bei den Jägern und zum Glück hatte sich Simon als Treiber beworben.

Also machten wir uns daran eine Stunde lang Bälle hin und her zu werfen und dabei sollten wir auch noch versuchen die Quaffel durch einen der Torringe zu befördern.

Nachdem ich durch einen „Unfall" von Seitens Simon fast vom Besen gehauen wurde und dieser es nicht mal für nötig befand sich zu entschuldigen, warf ich einen besonders harten Pass, der in meiner Rage noch härter wurde, quer über das Spielfeld genau auf seinen Hinterkopf. Während ich ihn danach so gut es ging zu ignorieren versuchte wollte er wohl Rache, was ja unbegründet war, da er angefangen hatte.

Als ich gerade einen besonders geradlinigen Wurf gemacht hatte, dachte sich der liebe Simon wohl, er könnte unseren Quaffel als Klatscher benutzen und ihn wieder in meine Richtung befördern. Ich fing ihn mit einer bildlichen Wut auf und dann war das Training auch schon beendet. Am Boden warf ich meinen Besen in die Arme meines Bruders und schubste Scamander, der nur einen Meter von mir entfernt stand, in den Dreck und stürzte mich dann auf ihn. „Was fällt dir eigentlich ein du eingebildeter Hornochse. Ich hätte mich ernsthaft verletzen können, aber das kümmert dich wohl nicht, oder?" Während meinem... nennen wir es Anfall schmierte ich ihm den Schlamm ins Gesicht und seine sowieso schon braunen Haare wurden noch brauner. Ich wollte ihn gerade auch schon weiter beleidigen, als mich zwei starke Arme von ihm zogen und weiter fest hoben, was bei meinen Wehrversuchen kein Wunder war. Währenddessen stand er auf und strich sich den Schlamm aus dem Gesicht. „Du hast doch angefangen." er spuckte noch etwas Schlamm auf den Boden. „Ich? Du, hast mich mit dem Klatscher doch komplett absichtlich getroffen." - „Du hast mich verspottet." - „Ich hab nur einen Witz gemacht!" Ich konnte mich wieder los reisen und schon lag er wieder im Schlamm, ich wollte mich auch auf ihn schmeißen, aber eine Stimme unterbrach mein Vorhaben. „Ihr hört sofort beide damit auf. Also wirklich, so verhält man sich doch nicht." Ich drehte mich um und vor mir stand William, mit Schlamm verschmierten Armen und einem hochrotem Gesicht. „Ich wollte euch beide ins Team aufnehmen, aber ich verhaltet euch als würdet ihr euch am liebsten töten, wenn ihr euch nicht vertragt könnt ihr das mit dem Quidditchteam vergessen! Und ein Witz ist kein Grund jemanden von seinem Besen zu werfen! Und du", er zeigte auf mich, „ich würde von jemandem mit so viel Talent mehr erwarten als ihn in den Dreck zu werfen. Also?" Er schaute uns abwartend aus. „Tut mir leid." meinte Scamander kurz. „Mir auch." Wir sahen ihn beide nicht an, sondern eher betreten auf unsere Füße. „Gut und dann willkommen im Team und Potter, du auch." Mit einem Grinsen rannte ich auf meinen Bruder zu und umarmte ihn stürmisch. Ich war im Quidditchteam, mit meinem Bruder.

Der Blutwolf (Rumtreiber Ff)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt