Und so wurde es wieder der erste September. Ich stand mit meinem Bruder und meinen Eltern am Gleis neun dreiviertel, unser Gepäck war schon im Zug und jetzt kam nur noch die Verabschiedung.
„Stellt nicht zu viel an. Ich will nicht jede Woche einen Brief von Professor McGonagall bekommen. Verstanden?" Wir nickten beide.
„Ich hab euch lieb", sagte unsere Mum und umarmte uns. Dann umarmte uns noch unser Dad und wir gingen weg, um unsere Freunde zu suchen.
Eigentlich wollte ich sofort nach Lily suchen, aber James schob mich praktisch vor sich her, bis wir in einem Abteil ankamen, in dem schon Sirius, Remus und Tonks saßen, also konnte ich jetzt nicht einfach so wieder abhauen.
„Du hast deine Haare gefärbt",staunt Tonks und ich wickelte mir eine der roten Strähnen um meinen Finger.
„Ja, ich fand das alte langweilig, da hab ich mich hierfür entschieden." Ich ließ Cleopatra aus der Transportbox und sie rollte sich auf dem Sitz zusammen.
Sirius stöhnte genervt auf. „Wird das die ganze Zeit so weiter gehen? Wollt ihr euch vielleicht auch noch über Kleider und Schminke unterhalten."
Genervt schaute ich ihn an. „Das sind doch eher deine Themen." Für einen kurzen Moment starrten wir beide uns an und fingen dann an zu lachen. „Wie waren deine Ferien?"
„Ach, mein Bruder ist eine unglaubliche Nervensäge. Kein einziges Mal konnte ich mich aus dem Haus schleichen, ohne dass er mich verpetzt hat. Noch dazu hat er wohl keine Freunde und hat deswegen die ganze Zeit mich genervt."
„Du tust mir leid, James ist da ganz anders, er hat ziemlich viel zu tun sogar." Ich schaute zu meinem Bruder.
„Hab ich",fragte er und bekam dafür von Remus einen Schlag auf den Hinterkopf.
„Das war Sarkasmus, James."
Kurz schaute er verdutzt, nickte dann lächelnd und schaute dann beleidigt. „Ey!"
Ich zuckte nur kurz mit den Schultern und wandte mich dann Tonks zu. „Wollen wir die anderen suchen gehen?" Sie nickte und wir verließen das Abteil.
Den Rest der Zugfahrt verbrachte ich mit meinen Freundinnen, abgesehen von Lily, die bei den Vertrauensschülern war.
„Also du und Will",wackelte Tonks mit ihren lila Augenbrauen. Ich schaute sie lächelnd an. „Was soll da schon sein?"
„Ach komm schon",sagte Tia und schaute mich wissend an. Natürlich durchschaute meine beste Freundin mich, wo sich doch alles über mich wusste, fast alles.
Auch Mary schaute mich an und kicherte dann, auf ihre süße, französische Art.
„Ich und Will sind nur Freunde. Gute Freunde und vor allem will ich gar nichts von ihm."
„Noch",sagte Tia und ich boxte ihr gegen die Schulter. „Du weißt, dass ich recht habe."
Ich lehnte mich zurück und verschränkte nochmal die Arme. „Da wird nichts laufen."
Bis jetzt hatte noch keine von uns, abgesehen von Mary, einen Freund. John Collin, wie Marys Angebeteter hieß, kam aus Frankreich, sein Vater war aber Engländer und Mary hatte ihn bei einem Spaziergang in Paris kennengelernt, wo sie mit ein paar anderen Freundinnen, die sie noch von Beauxbaton kannte, einen Ausflug gemacht hatte. Natürlich hatten sie sich sofort verliebt, als er ihr ihre Sonnenbrille zurückgab, die sie verloren hatte. Jetzt waren sie mittlerweile über ein halbes Jahr zusammen und für uns ein Powerpaar. Mit ihren guten Manieren, dem perfekten Modegeschmack und der Art und Weise, wie sie sich ihre Liebe zeigten.
Schon alleine von den unzähligen Pralinenschachteln war uns an so manchen Abenden übel geworden, aber trotzdem hatten wir träumerisch geseufzt, wenn Mary uns einen seiner Briefe vorlas.
Aber bei uns anderen würde das bestimmt auch noch irgendwann klappen. Ich versuchte, mit Lilys Unterstützung, Tonks und Remus für einander zu überzeugen, während die anderen Will und mich zusammen sehen wollten. Für Tia hatten wir noch nicht den richtigen, auch wenn sie insgeheim für Simon Scamander schwärmte, der mit uns beiden im Quidditchteam war und mit dem ich meine Fehde beigelegt hatte.
Trotzdem war er noch nicht mein Favorit für sie, aber ich hatte auch keinen anderen gefunden.
Lily wurde währenddessen von James umschwärmt und das schon seit einigen Jahren.
Und dann waren da natürlich noch Alice und Olive. Alice war da ganz einfach, sie mochte Frank Longbottom, ein Junge aus Gryffindor, der eine Stufe unter uns war, genau wie sie auch. Und er mochte sie, also warteten wir nur noch darauf, dass sie zusammenkamen. Doch bei Olive fiel uns einfach nicht der richtige ein. Niemand konnte mit ihrer Intelligenz, ihrem Charme und Witz mithalten. Da hätte man alle Jungs von Hogwarts durchforsten können und hätte noch immer keinen finden können. Deswegen ließen wir der Sache einfach ihren Lauf.
Wenn wir schon bei Olive sind, genau diese Stecke gerade ihren Kopf durch die Abteiltür. „Ist hier noch ein Platz frei",lachte sie.
„Olive",riefen wir und sprangen aus, um die kleine Ravenclaw zu umarmen. Als wir sie endlich wieder losließen schob sie ihre Brille die Nase hoch und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, die sich aus ihrem Dutt gelöst hatte. „Ich hab euch auch vermisst",sagte sie und ließ sie auf einen freien Platz fallen. Neben ihr schlief Samt, Lilys Katze, ruhig weiter.
In den darauffolgenden Stunden redeten wir, schliefen ein wenig, aßen uns durch alle möglichen Arten von Berty Bott's Bohnen und lachten unglaublich viel. Kurz bevor wir da waren verabschiedete ich mich von ihnen, Lily war nur ein paar Minuten zuvor zu uns gestoßen, Simon im Schlepptau, der sich sofort neben Tia setzte, und ging zu den Rumtreibern.
Also wechselte ich von einer netten Gesellschaft in das reinste Chaos. Cleopatra saß in einer Ecke und schaute mich erbost an. Ich zog mir schnell meinen Umhang über und ließ mich dann auf den Sitz fallen, während die Jungs weiterhin Unsinn anstellten. Ich kraulte meine Katze ein wenig, worauf sie sich Problemlos in die Transportbox bewegte.
Da die anderen noch immer nicht ihre Umhänge anhatten, pfiff ich einmal laut und sofort schauten sie mich an. „Ich solltet jetzt mal endlich eure Umhänge anziehen." Als sie sich nicht bewegten, setzte ich noch ein „Sofort!" nach und sie zogen schnell die schwarzen Umhänge aus ihren Koffern und warfen sie sich über.
Der Zug hielt an und wir stiegen aus.
Hogwarts.
Sofort fühlte ich mich wieder vollkommen und zuhause.
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Der Blutwolf (Rumtreiber Ff)
Hayran KurguDer Blutwolf, er ist eine eigene Art der Animagi... Das gilt auch für Rubin, sie ist ein Blutwolf und eine Hexe. Rubin Potter ein elfjähriges Mädchen aus England, welches zu ihrem ersten Jahr nach Hogwarts geht und anfängt dort alles nach und nach...
