Teil 20

4.5K 236 3
                                        


„Deine Haare sind fertig, also kannst du jetzt endlich gehen und dein Kleid anziehen, ich kann nicht noch länger warten." Tia ließ sich theatralisch auf ihr Bett sinken, genau wie Lily und Tonks war sie schon fertig. Nur ich saß noch in Jogginghose und BH da, da Tia der Meinung gewesen war ich würde die Frisur ruinieren, wenn ich mich ausziehen müsste. „Ist ja schon gut, ich zieh es ja an." Ich ging in den Kleiderschrank, ja er war begehbar, wir teilten ihn ja auch zu viert, und zog mein Kleid an. Zum Glück war der Reißverschluss an der Seite, somit konnte ich ihn alleine schließen, und meine Schuhe waren nicht zu hoch, sodass ich nicht noch größer war. Ich lockerte meine Locken etwas auf und ließ sie dann über meinen Rücken fallen. „Seit ihr bereit?", fragte ich durch die Tür, von außen hörte ich nur Gekicher. „Okay." Ich trat aus dem Kleiderschrank und sie schauten mich mit großen Augen an, Tonks klatschte sogar kurz.

„Ein besseres Kleid hätte nicht mal ich finden können

Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.

„Ein besseres Kleid hätte nicht mal ich finden können.", meinte Tia und betrachtete mich von allen Seiten. „Ich wusste, dass es rot sein würde." Ich lachte und ging zur Tür. „Na kommt schon, Mädels. Ihr wollte doch rechtzeitig zum Ball kommen." Sie folgten mir die Treppe runter. James und Sirius waren nicht im Gemeinschaftsraum. Dafür aber Will, Simon und Remus. „Ihr seht alle vier wunderbar aus.", meinte Remus und ging dann zu Tonks, deren Haare rosa waren. Lily verabschiedete sich und kletterte aus dem Potraitloch. „Können wir los?", fragte Simon und bot Tia seinen Arm an. „Natürlich.", meinte Will, „Ladies first.", und zeigte auf das Potraitloch. „Damit ihr uns unter die Kleider schauen könnt, lieber nicht, geht ihr voraus." Sie zuckten alle drei mit den Schultern und kletterten raus. „Also Leute, dann auf zum Ball.",meinte Tia und kletterte den Junges nach. Ich und Tonks versuchten darauf gleichzeitig raus zu kommen, wobei Tonks sich dann doch entschied mir den Vortritt zu lassen. Tia und Simon waren schon gegangen und als Tonks kam ging auch sie mit Remus. Ich und William standen noch etwas vor dem Potrait der fetten Dame. „Du siehst wirklich gut aus." Ich lächelte. „Du auch." Hinter uns räusperte sich jemand. „Geht jetzt endlich auf den Ball, ich will mich runter schleichen und euch tanzen sehen." Ich drehte mich zur fetten Dame um und deutete einen Knicks an. „Natürlich doch." Will nahm meine Hand und zog mich mit nach unten zur großen Halle. Wir traten ein und der Ball war schon in vollem Gange. „Dürfte ich sie zu einem Tanz auffordern?" Will grinste mich charmant an. „Selbstverständlich." Wir gingen zur Tanzfläche und fingen an den langsamen Walzer zu tanzen.

„So wie du Quidditch spielst hätte ich nicht erwartet, dass du beim tanzen so leichtfüßig bist." Ich lachte kurz auf. „Nun, meine Großmutter hat auch lange Zeit gebraucht um es mir beizubringen. Ich hab als kleines Mädchen nicht viel von hübschen Kleidern, fein gekämmten Haaren und Höflichkeiten gehalten. Meine Familie hat das nie wirklich gestört, aber dadurch wurde ich zu dem wilden Kind. Ich bin einfach nicht gerne so zimperlich."

„Hätte ich auch nicht erwartet." Er drehte mich im Kreis. „Aber ich finde dich gut so wie du bist. Wie ist deine Familie so?"

Ich dachte kurz nach. „Wunderbar, aber das sagen wohl die meisten über ihre Familien. Meine Eltern sind nett und offen. Meinen Bruder kennst du ja und der Rest meiner Familie ist unterschiedlich. Es gibt ein zwei, die diesen Reinblut-Wahn verfolgen, aber der Rest ist entweder unglaublich höflich oder witzig und auch viele sind „wild" so wie ich, wir sind so ziemlich alles."

„Und deine Großmutter, wie ist die so?"

Mein Lächeln verschwand kurz. „Sie war, nett wirklich unglaublich nett und klug, herzlich, sie hatte fast jeden gern und offen, viele sagen ich bin komplett wie sie, ich glaube ich bin es wirklich. Sie hätte bestimmt auch dich gemocht." Ich schaute betrübt nach unten. Er hob mein Kinn an. „Tut mir leid, aber solange du noch solche Erinnerungen an sie hast, kannst du sie nicht vergessen. Wie war deine Kindheit?"

Ich lachte. „Warte mal, du musst mir auch etwas über dich erzählen oder hast du etwas zu verbergen?"

Er zögerte. „Mein Vater und mein älterer Bruder haben mich meine Mutter und meine Cousine verlassen, weil sie eben genau diesen Reiblut-Wahn hatten. Du musst wissen meine Cousine ist ein Halbblut, mir ist das egal, aber meinem Vater nicht. Aber ich denke es ist besser so, sonst hätte es nur Streit gegeben."

Mir wurde klar, dass ihm dieses Thema unangenehm ist, ich lächelte ihn aufmunternd an. „Hey, mein bester Freund ist ein Black, sein Bruder ist ein Arschloch und seine ganze Familie ist total seltsam auf diese Reinblut-Art. Aber sieh es mal so, Sirius ist einer der nettesten Personen die ich kenne und obwohl er ein Black ist nicht so hasserfüllt und ich würde sagen du bist genauso."

Das Lied hörte auf und wir gingen an den Rand. „Danke." Ich lächelte ihn an. „Willst du dich setzen, ich glaube ich hab Lily da drüben gesehen." Wir gingen zu einem Tisch, an dem Lily, ein Junge, höchstwahrscheinlich Thomas, James und Sirius saßen. Beide letztere starrten mich und Will seltsam an. „Mund zu Jungs, davon bekommt man hässliche Falten. Hey Lily, du musst Thomas sein, ich bin Rubin." Ich setzte mich neben sie und hielt ihm meine Hand hin. Er schüttelte sie. „Richtig, schön dich kennenzulernen." William setzte sich auch neben mich. „Ich bin Will." Er reichte ihm auch lächelnd die Hand. Sirius und James starrten immer noch. „Wollte ihr beide uns nicht vielleicht etwas zu trinken holen?", fragte Lily die beiden. Thomas und Will sagten ja und gingen dann. „Mit Will?!", fragte mich James vollkommen erschrocken. „Ja. Schau nicht so, wir sind hier und du kannst daran nichts ändern." Sirius stand auf. „Rubin willst du tanzen." „Was? Nein, ich war doch gerade erst..." Er zog mich hoch. „Ja ist auch mir eine Freude." Ich schnaubte kurz und ging dann mit ihm. Auf der Tanzfläche schaute ich ihn sauer an. „Was ist eigentlich falsch mit dir?" Er schaute erstaunt zurück. „Mit mir? Du gehst doch mit dem Kapitän des Quidditchteams aus und nicht ich. Das könnte unser ganzes Team ruinieren."
„Es geht dir hier nur um das Team?"
„Natürlich nicht, es geht mir auch um dich. Was wenn er dich verletzt oder so?"

„Bei Merlin, Sirius! Wir sind doch nur Freunde, nichts weiter."

„Genau Freunde, so seht ihr auch aus."

Ich blieb stehen. „Ich bin 13, also sind wir nur Freunde und außerdem keine dieser Schlampen, die sich dir täglich an den Hals werfen. Also lass du mich einfach mal mein Ding machen und kümmer du dich wieder um deine kleinen Freundinnen." Ich drehte mich um und ging aus der Halle. Ich hatte jetzt wirklich keine Lust weiter mit ihm zu reden oder mich zu streiten. Ich musste Stress abbauen. Also lief ich runter zum Wald, zog mein Kleid, meine Schuhe und meinen Schmuck aus, holte aus einer Vertiefung in einem Baum eine Hose und ein Top, zog beides an und versteckte den Rest. Ich verwandelte mich und rannte ein wenig durch den Wald, ich wollte nicht jagen, so wie sonst, ich wollte runter kommen und einfach nicht nachdenken müssen. Nachdem ich, meinem Zeitgefühl nach, eine halbe Stunde herumgerannt war, ging ich zurück zum Baum und zog mich wieder, in Menschengestalt, um. Danach schlich ich mich zurück ins Schloss. Der Ball war wohl noch, also kam ich auch unbemerkt in den Schlafsaal, wo ich mich unter die Dusche stellte. Danach legte ich mich in mein Bett und las, in einem der Bücher von meiner Großmutter.

Wenig später kamen auch die anderen. „Will hat dich wirklich vermisst und wir auch." Ich lächelte sie an. „Ich wollte nicht bleiben und mich nicht weiter von Sirius nerven lassen." Sie setzten sich zu mir. „Es ist sowieso nichts tolles mehr passiert. Alle haben sich nur noch irgendwie gestritten." Ich grinste. „Alle streiten sich, wegen mir? Unglaublich." Sie lachten und standen auf. „Beim nächsten mal sollten wir gemeinsam hin gehen.", meinte Lily. „Klar doch, ich freu mich schon drauf."


Der Blutwolf (Rumtreiber Ff)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt