SCHWULER ALBTRAUM

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Bei den Zwillingen herrschte ebenfalls dicke Luft. Romn hatte überhaupt keine Lust, Babysitter für Heikos behinderte Freundin zu spielen. Beziehungsweise die Schwester der Freundin. Beziehungsweise Möchtegernfreundin. Von allen Geschwister-Arten, die sie selbst einmal in einem Video aufgezählt hatten, war Heiko definitiv heute der, der dem anderen immer auf die Eier geht. Und zwar tierisch. Was war mit Zwillingen, die zusammenhalten? Was war aus Bruder vor Luder geworden???
Krachend stellte Roman die Kiste mit Teilen der Soundanlage in ihrem Zimmer ab.
„Heiko, bitte, das geht nicht. Mit jetzt!"
Heiko verzog den Mund.
„Ich muss mir aber mine Sorgen machen?", fragte er spöttisch.
Häh? Wieso du?", fragte Roman zurück.
„Na, wegen dem Versprechen an Papa. Sicher, dass du nicht stirbst?"
Heiko tat, als müsste er sich erbrechen.
„Alter!", regte sich Roman noch mehr auf.
Ich habe nur was falsches gegessen."
Klar"
Heiko nickte gespielt ernst.
„Sonst warst du ja die Ruhe selbst. Kann's sein, dass du deswegen so besessen von dem Konzert und den Proben in unserer Freizeit bist?"
Freiteit?", entgegnete Roman wütend.
Hackt's? Wir haben noch nichts geprobt. Noch keine Songs aufgenommen. Mal abgesehen von der Promo fürs Netz -- unserem Channel!"
Heiko legt Roman beruhigend die Hand auf die Schulter.
„Relax, Brüderchen. Das wird schon alles. Außerdem weißt du doch: Ich bin am besten, wenn ich natürlich bin, spontan!"
Roman setzte sich seufzend auf das Sofa.
„Kann das mit deiner Perle nicht einfach warten bis danach? Das Konzert darf nicht peinlich werden. Es ist unser Sprung aus dem Internet auf die Bühne. Das, was du immer wolltest."
Heiko setzte sich neben seinen Bruder und sah ihm in die Augen.
Roman, vertrau mir. Alles wird perfekt."
Doch Roman war nervös. Dieses Konzert. Ihre Performance. Tausende von Fans. Obwohl sein Magen völlig leer war, könnte er schon wieder aufs Klo rennen.
In der Nacht konnte Roman kaum schlafen. Unruhig wälzte er sich hin und her ...
... Laute Musik. Jubelnde Fans. Eine Aussage: „Und hier sind sie! DueLochis!"
Ohrenbetäubenden Jubel!
Roman stand hinter der Bühne und atmete tief durch.
„Heiko, Bruder vor ... Heiko?"
Roman drehte sich um. Wo war Heiko? Dahinten in einer Ecke knutschte er mit dieser Jessy rum. Roman rannte zu ihm und versuchte, ihn wegzuziehen.
Heiko, komm!"
Doch Heiko kümmerte sich nicht um Roman, sondern hatte nur Augen und Zunge für Jessy. Mit der Hand deutete er auf ein Mädchen im Rollstuhl. Rolli! Sie starrte Roman an wie ein Zombie und begann auf einmal mit den Händen rumzuhampeln, als wäre sie DJ BOBO nach zehn Energiedrinks.
„Bell-Bell. Bell-B-Bell-Bell. Bell-Bell-Bell-Bell. Bell-Bell-Let's-go-crazy", rappte Rolli dazu.
Roman drehte sich schnell wieder zu dem knutschen den Heiko.
„Heiko, s...so geht das nicht", stammelte er.
Plötzlich lachte Rolli wie eine Irre. Auch Heiko hörte endlich auf, mit Jessy rumzumachen, starrte ihn an und lachte. Jessy starrte Roman an und begann ebenfalls laut zu lachen. Roman schaute verwundert an sich herab und stellte entsetzt fest, dass er als Frau verkleidet war. Wie peinlich war das denn? Peinlich als boarden im Prinzessinnen kost un auf jeden Fall. Aber -- das war doch nur ein Traum, oder? Ein fieser Albtraum.
"Wenn ich gerade träume, dann kann ich auch fliegen!", murmelte Roman. Er nahm einen kleinen Anlauf, hüpfte in die Luft wie eine Ballerina, streckte seine Faust aus wie Superman und ... landete hart auf dem Boden.
„Au!"
Verwirrt rappelte Roman sich auf. Er lag in seinem Zimmer. Vor seinem Bett. Aber er war wach und ihm war klarer als klar, dass es so weit wie in seinem Traum gerade nicht kommen durfte.
„Ich muss etwas dagegen tun!", beschloss Roman.

BRUDER VOR LUDERGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt