Bella lief in den Keller zu Roman, wo Mel und Li ununterbrochen mit ihren lackieren Fingernägeln auf ihren Smartphones herumtippten. Roman saß teilnahmslos im Käfig und hatte seine Essen noch immer nicht angerührt. Bella schloss den Käfig auf, nahm den Teller raus und stellte einen neuen mit frischen Donuts hin.
„Du musst was essen", forderte sie Roman sanft auf, doch Roman reagierte nicht. Bella sah nach Mel und Li und nahm Roman den Sack vom Kopf. Es starrte sie durch seine Ninja-Maske an und sie zog ihm auch diese von seinem Gesicht.
Roman war bitter enttäuscht von ihr, Bella könnte es in seinen Augen sehen.
„Es tut mir doch leid", wisperte sie, doch Roman blickte ausdrucksvoll an ihr vorbei.
„Bersprich mir wenigstens, was zu essen", bat Bella.
Roman antwortete nicht, doch als sich Bella zum Gehen wandte, knurrte er: „Kann nicht."
Bella drehte sich un und er deutete zu den Handschellen, mit denen seine Hände vor seinem Bauch gefesselt waren.
„Moment", meinte Bella. Sie trat aus den Käfig und nahm den Schlüssel für die Handschellen.
„Geht nicht", meldete sich Li, ohne von ihrem Handy aufzuschauen.
„Order von deinem Schwesterherz", erklärte Mel, ebenfalls ohne zu tippen aufzuhören.
Bella hob fragend ihre Handflächen.
„Wie soll er denn sonst..."
Mel und Li zuckten mit den Schultern.
„Klär es mit ihr."
Bella nickte und wollte die Kellertür öffnen, doch Mel hatte hinter ihr abgeschlossen.
„Kömmtet ihr kurz?", bat Bella.
Mel und Li verdrehten die Augen.
„Wenn's sein muss. Voll der stressige Job."
Dann holten sie den Schlüssel heraus und öffneten Bella die Tür.
Bella stieg schnell die Kellertreppe hoch und ging in Jessys Zimmer. Auch hier lagen überall Kostüme herum, die Jessy in große Taschen packte.
„Was gibt's, Sis?", fragte Jessy, als sie Bella im Türrahmen stehen sah.
„Ich wollte dich was fragen ...", begann Bella.
„Ach, na klar, hatte ich völlig vergessen!"
Jessy schlug sich mit der Hand vor sie Stirn und wühlte sich durch das Chaos. Dann zog sie die Gitarre aus dem Klamottenhaufen.
„Ohne dich hätte ich es echt niemals so weit geschafft. Das werde ich never-nerver-ever vergessen."
Jessy sag Bella lange an.
„Mama und Papa wären so stolz auf dich."
Dann unerreichte sie Bella die Gitarre, hielt aber mitten in der Bewegung inne.
„Ach, eins noch!"
Jessy donnerte die Gitarre gegen de Wand, sodass sie in mehrere Teile zersplitterte.
„NEIN!", schrie Bella entsetzt.
Jessy reichte ihr die Überreste der Gitarre.
„Kann leider keine Konkurrenz gebrauchen. Vor allem nicht aus der eigenen Familie. Das kannst du sicherlich verstehen. Vielleicht nickt jetzt, aber irgendwann ..."
Bella starrte fassungslos auf die zerstörte Gitarre.
„Das war Mamas ..."
Bella bebte und kämpfte mit den Tränen.
„Na und?"
Jessy wandte sich weder den Kostümen zu.
„Nach dem Konzert kannst du mit Roman machen, was du willst. Also heul mir jetzt nicht die Ohren voll!"
Bella blieb wie erstarrt in der Tür stehen. Die Tränen liefen ihr nun die Wange herunter.
„War noch was?", fragte Jessy.
Bella schüttelte langsam den Kopf und sagte kalt: „Nein, alles klar."
Jessy lächelte.
„Dann ist ja gut!"
Sie packte den Rest der Kostüme ein und bemerkte nicht, wie Bella sie mit verengten Augen entschlossen ansah.
Jessy rief Mel und Li herbei, die ihr die Taschen vor das Haus trugen, wo schon eine Limousine auf Jessy wartete. Jessy umarmte Mel und Li und verabschiedete sich.
„Waaaas? Warum können wir nicht mit?"
Li klimperte enttäuscht mit ihrem stark getäuschten Wimpern.
„Willen doch mitcheeren. Whoop, whoop!", machte Mel.
„Whoop! Whoop! Whoop! Whoop!", sangen Mel und Li.
„Aufhören!"
Jessy atmete genervt durch.
„Ihr habt eine viel wichtigere Aufgabe im Keller."
Li zog eine Schnute.
„Häh? Was denn?"
„Passt auf, dass er da bleibt."
Jessy stieg in die Limousne.
„Ach, und wundert euch nicht. Bella wird eich sicher die Ohren vollheulen. Ihr wisst ja, wie sie ist."
Jessy warf ihren Freundinnen Kusshände zu und der Fahrer die letzten Gepäckstücke in der Kofferraum. Dann stieg er ein. Die Limousine verschwand in der einbrechenden Dunkelheit.
Mel und Li winkten und tanzen.
„Whoop! Whoop!", rief Li.
„Whoop!", machte Mel.
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BRUDER VOR LUDER
DiversosBUCH ZUM FILM! Auf YouTube sind Heiko und Roman bereits Stars - Jetzt wollen sie auch live auf der Bühne durchstarten. Aber Romans plötzliches Lampenfieber und Heikos neue Freundin drohen den Traum von der großen Musikkarriere zum Platzen zu bringen...
