Ich will von vorn herein sagen, dass es nicht der letzte Teil ist. Nur so, für alle Fälle.
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Nach dem Vorfall mit Vincent war schon ein Monat vergangen. Daniel hatte sie fast jeden Tag irgendwohin ausgeführt und in seiner Wohnung fühlte sie sich wie zu Hause. Es WAR auch ihr Zuhause. Jede Nacht schlief sie in Michaels Umarmung ein und wachte genauso auf. Sie hatte sogar eines ihrer Kinder zu Besuch eingeladen. Die Zwillinge und Elisa wohnten immer noch bei Venicia, und zwar weil sie darauf bestanden hatte. Alles verlief wie in einem schönen Traum. Die Gegenwart war einfach zu schön, um wahr zu sein. Aber nach dreihundert verdammten Jahren hatte sie es sich auch verdient. Und so gut sie Michaels Vergangenheit kannte, verdiente er das Glück ebenso.
Sie bereitete das Abendessen vor, bald hatte Michael schon Feierabend. Doch dann überkam sie ein plötzliches Schwindelgefühl und sie hielt sich an dem Tisch fest, um nicht umzufallen. Sie lächelte, da sie wusste, was es zu bedeuten hatte. Sie hatte schon längst gelernt, es zu spüren und zu erkennen. Ein neues Leben keimte in ihr auf. Sie war wieder schwanger. Aber diesmal von einem Mann, der sie wirklich liebte. Und den sie wirklich liebte. Diesmal würde alles anders sein. Das Kind würde nicht in einem Kerker zur Welt kommen und dort auch aufwachsen. Es würde von allen Seiten von Liebe umgeben sein.
Wenn Michael endlich nach Hause kommen würde, würde sie sich auf dem Sofa an ihn schmiegen und es sagen. Sie konnte es kaum erwarten, in seine glücklichen Augen zu schauen. Und sie war sich hundert prozentig sicher, dass er glücklich sein würde, wenn sie ihm davon erzählte. Dann würde er ihr einen Antrag machen und sie würden heiraten. Sie kannten sich zwar knapp zwei Monate, aber er war der Einzige, den sie jemand geliebt hatte und lieben würde. Ihn würde niemand ersetzen können.
Er schloss die Tür auf, zog die Schuhe aus und stellte seine Arbeitstasche im Flur ab, betrat das nach leckerem Essen duftende Wohnzimmer. Emilia begrüßte ihn mit einem Kuss auf die Wange und ging zurück in die Küche, um das Abendessen auf den Couchtisch abzustellen. Sie hatten sich schon daran gewöhnt, beim Essen einen Film zu gucken. Emilia schien noch fröhlicher zu sein als sie es sonst war. Was war wohl der Grund dafür?
Plötzlich erklang ein SMS-Geräusch. Er holte sein Handy aus der Hosentasche und klickte zögerlich auf die Nachricht. Wer hätte ihm schreiben können?
Er erstarrte, als er das Foto sah, und kalter Schweiß trat aus ihm hervor. Es war ein Foto von Emilia. Sie hatten ihn wieder gefunden! So schnell! Was sollte er jetzt machen? Wenn er Hilfe von Lidia wollte, musste er Emilia verlassen. Aber er konnte ihr das doch nicht antun! Er könnte mit ihr davonlaufen, aber... das würde nichts bringen. Wenn die verdammten Dakes ihn jetzt so schnell gefunden haben, würden sie ihn auch das nächste Mal finden. Und ihm Emilia wegnehmen.
Er musste mit den Dakes fertig werden. Und Lidia wusste, wie. Sie hatte ihm versichert, dass Emilia immer noch unter ihrem Schutz stehen würde, wenn er sie verlässt, und dass ihr nichts zustoßen würde.
Er musste es jetzt tun. Er wusste, es würde ihr das Herz brechen. Ihm brach es jetzt schon das Herz. Sie waren doch so glücklich zusammen. Und trotzdem... Er musste sie beschützen! Es war zu ihrem Besten...
Als sie das Essen auf dem Tisch abstellte, saß Michael schon auf dem Sofa. Aber er sah so steif aus, was war los?
Sie setzte sich zu ihm und schmiegte sich an ihn. Aber er starrte weiterhin vor sich hin. Egal, wenn sie ihm jetzt alles sagte, würde er wahrscheinlich vor Freude hüpfen.
"Liebst du mich?", fing sie mit einem Lächeln an. Sie wusste die Antwort doch sowieso schon.
Sein Blick schweifte zu seinem Handy, das auf dem Sofa neben ihm lag, ab. Dann blickte er sie für eine Sekunde bedauernd an und sah schließlich zu Boden. Seine Stimme war fast ein Flüstern."Nein."
Sie stockte. Sie brauchte einen Moment, um seine Worte zu verstehen. Dann verschwand ihr Lächeln und sie rückte von ihm weg.
"Was?", fragte sie verwirrt.
Verständnislos sah sie ihn an. Was hat er gesagt?
Er blickte zu ihr auf und Kälte strömte ihr entgegen. Was war jetzt los?
"Nein.", wiederholte er lauter. "Ich liebe dich nicht."
"Aber...", stotterte sie und merkte, wie Tränen ihre Augen füllten. "Das meinst du doch nicht ernsthaft, oder?", fragte sie mit brüchiger, ungläubiger Stimme.
"Doch.", entgegnete er fest.
Alles in ihr zerbrach augenblicklich, alle Vorstellungen von der gemeinsamen Zukunft als Familie. Warum sagte er das? Warum brach er ihr das Herz? Sie hatten doch eine so schöne Zeit zusammen verbracht.
"Aber was ist mit... Du meintest doch... Es kann nicht..."
Er griff nach seinem Handy, stand auf und ging um den Tisch. "Denkst du, ich liebe dich? Denkst du es wirklich? DENKST DU ERNSTHAFT, ICH HÄTTE DICH JEMALS GELIEBT?!"
Er ging zur Tür, an ihr vorbei. Bei seinen Worten war sie aufgestanden und jetzt blickte sie ihn mit nassen Augen flehend an. Er beließ den kalten Blick und sie sahen sich eine Weile an.
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Das Leben ist kein Märchen
RomanceZwei Leute verbunden durchs Schicksal. Beide ungewollt verwandelt. Mit einer schweren Vergangenheit. Und einer nicht leichteren Zukunft. Aber... durch zufällige Ereignisse... treffen sie aufeinander. «"Du... kannst dir nicht vorstellen, wie gut ich...
