Ein SMS-Geräusch erklang und er holte sein Handy heraus. Wieder Drohungen..., dachte er seufzend. Nun bräuchte er eine neue Handynummer, ein neues Handy und eine neue Wohnung in einer anderen Stadt.
Er öffnete die Nachricht. Darin war ein Foto von einem Mädchen, das an einen Stuhl gefesselt war. «Wenn du dich uns auslieferst, bleibt sie am Leben.» Er fluchte. Sie haben sie gefunden. Sollte er sie retten oder untertauchen? Es war schon das siebte Kind, das sie gefunden haben. Das siebte, das er aufgeben würde. Er konnte sich ihnen nicht ausliefern.
Scheiße, was wollten sie von ihm? Schon einhundert Jahre lang waren sie hinter ihm her. Und 'seine' Kinder... Sie wussten doch, dass sie ihn somit nicht kriegen werden. Wozu dann die armen Dinger umbringen?
Er wählte die Nummer seines ältesten Sohnes, welcher sofort ranging.
"Tag, Arin. Sie haben mich wieder gefunden." Es wurde alarmiert gefragt, wen sie diesmal hätten. "Die kleine Maria. Du weißt, ich kann sie nicht retten. Verkaufst du bitte meine Wohnung, ich hab keine Zeit mehr dazu."
Er verabschiedete sich und wählte gleich darauf die Nummer seines Bekannten in Berlin.
"Daniel, hallo, hier ist Michael. Ja, ich wurde gefunden. Kannst du mir eine Wohnung besorgen? Hm, ich hoffe, für längere Zeit. Ich komme morgen Nacht, muss hier noch etwas erledigen. Danke dir, bis morgen."
Und wieder alles von vorne anfangen... Aber Hauptsache, er hatte sein Geld und seine Beziehungen. Obwohl... Geld war nicht mal wichtig. Er musste seine Kinder besser verstecken. Allen noch einmal sagen, dass sie in Gefahr schwebten und er keine Späße machte. Sonst würden noch mehr sterben.
Arme Maria, was sie wohl im Moment mit ihr machten? Sie war doch erst zehn! Wenn er diese Scheiß Kerle nur kriegen würde...! Einzeln könnte er sie sogar besiegen. Nur liefen sie nie einzeln rum. Fuck Mann, er schuldete ihnen doch nicht so viel, dass sie dafür Kinder töten mussten. Wahrscheinlich würden sie ihm den Verrat bis zum Ende seines Lebens nicht verzeihen. Es waren doch nur eintausend Euro! Und er hatte nur zu einem anderen Clan gewechselt! Von ihnen war doch nicht mal einer gestorben! Verdammte Dakes! Aber ja, stimmt, sie waren wirklich verdammt, für immer und ewig. Mögen sie in der Hölle brennen.
Und er leider auch.
Aber jetzt musste er erst mit seinem Chef reden. Wenn er umzog, konnte er ja nicht mehr in Dresden arbeiten. Der Chef wird wütend sein., dachte er seufzend. Anrufen oder hingehen? Wie er dem auch widerstrebte, er musste hingehen. Sonst würde ihm der Chef den Hals umdrehen, weil er zu feige war, ihm es in die Augen zu sagen. Oh Mann, er hatte einfach keine Wahl. Manchmal hasste er sein Leben.
Halt. Er hasste sein Leben IMMER. Das Leben konnte man sich leider nicht aussuchen. Obwohl er gern ein anderes hätte. Mit wenigen Toden. Zu viele Menschen wurden ihm schon genommen.
Er schüttelte heftig den Kopf, um all die Gedanken zu verwerfen. "Hör auf mit dem Unsinn!", beschimpfte er sich selbst. "Kümmer dich besser um deine jetzigen Probleme und nicht die der Vergangenheit! Du hast noch was zu tun, vergessen?"
Du schaffst es nicht einmal, deine Kinder zu beschützen!, fügte er noch in Gedanken bitter hinzu. Wenn er nicht strenger zu sich selbst wäre, würde er das Leben wahrscheinlich schon aufgeben. Aber er war ein Mann, er durfte das nicht tun!
Er packte schnell einen Koffer mit allem Nötigsten, ließ die Wohnungsschlüssel auf dem Esstisch und verließ seine Wohnung.
Berlin. Warum ausgerechnet Berlin? Er hatte doch überall Bekannte, nicht nur dort. Aber sein Gefühl sagte ihm, er musste hin. Also warum nicht?
DU LIEST GERADE
Das Leben ist kein Märchen
RomanceZwei Leute verbunden durchs Schicksal. Beide ungewollt verwandelt. Mit einer schweren Vergangenheit. Und einer nicht leichteren Zukunft. Aber... durch zufällige Ereignisse... treffen sie aufeinander. «"Du... kannst dir nicht vorstellen, wie gut ich...
