Kapitel 15 : Stephen

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Anders als andere Menschen bleibt Stephen neutral, als er das Haus betritt. Er hat etwas interessantes an sich, was ich nicht beschreiben kann.

,,Setz dich ruhig auf die Couch. Hast du Hunger oder so ?"
,,Ich hätte gern ein Wasser danke."

Ich bringe ihm das Wasser, während er die Fotos begutachtet, die im Wohnzimmer stehen.
Er bleibt vor einem stehen, auf dem ich als Sechsjährige mit einem Eis in der Hand in die Kamera grinse.

,,Du siehst glücklich aus auf dem Bild. Wieso bist du jetzt nicht mehr glücklich ?"

Woher weiß er wie ich mich fühle ?
Wissen jetzt alle anderen besser über mich und meine Gefühle Bescheid als ich selbst ?
,,Woher willst du wissen, dass ich nicht glücklich bin? Du weißt rein garnichts über mich !" Sage ich etwas schroffer als Gedacht.
,,Sorry ich wollte dir nicht zu nahe treten." Er hält abwehrend die Hände hoch.
,,Tut mir leid ich wollte dich nicht so anpampen. Lass uns einfach über was anderes sprechen."
Er nickt und wir setzen uns auf die Couch. In anderen Geschichten würden wir uns jetzt einen Film anschauen oder sowas in der Art, aber wir beide unterhalten uns.
Ich weiß nicht wieso, doch es gehen uns nie die Gesprächsthemen aus und wir reden mit einer Selbstverständlichkeit miteinander, so als würden wir uns schon Jahre kennen.
Irgendwann traue ich mich auch ihm eine Frage zu stellen, die mir schon die ganze Zeit im Kopf herum schwirrt.
,,Was sollte das am Freitag eigentlich ?"
Er blickt schuldbewusst zu Boden, so als hätte er gewusst, dass ich ihm diese Frage stellen würde.
,,Das ist etwas kompliziert. Nun ja, die zwei Typen sind Gregory und Jordan. Die beiden sind eigentlich ganz okay nur sie durchdenken manchmal ihr Handeln nicht richtig."
,,Und wieso machst du da mit ?"
Unterbreche ich ihn.
,,Naja wir drei waren nunmal nicht ganz nüchtern." Jetzt muss er ein wenig schmunzeln. Ich setze einen entsetzten Gesichtsausdruck auf.
,,Noch Fragen ?"
,,Ja noch eine. Wie kommt es, dass ich euch noch nie gesehen habe ?"
,,Wir sind in der dritten Schulwoche vom Internat geflogen."
Dieser Mensch steckt so voller Überraschungen.
,,Mit dir wird es ja nie langweilig." Sage ich und lache, während er in mein Lachen mit einsteigt.
,,Du bist süß Nikki."
Ich verspüre ein leichtes Kribbeln in meinem Bauch.
Ich hab bestimmt nur Hunger.
Dieses Kribbeln verstärkt sich jedoch als Stephen sich meinem Gesicht nähert. Er ist kurz davor seine Lippen auf meine zu legen, meine rechte Hand hält bereits seine Wange, als wir durch das Geräusch der Klingel gestört werden.
Stephen stöhnt genervt auf, woraufhin ich zur Tür gehe um sie zu öffnen.

,,Hey Nikki, wieso warst du heute nicht in der Schule ?" Er lächelt mich herzlich an, meines hingegen ist nur aufgesetzt.
,,Ich hab mich nicht so gut gefühlt."
,,Achso, ich hab dir die Arbeitsaufträge von heute mitgebracht."
,,Danke" Ich nehme grad die Blätter entgegen als er mich fragt:
,,Soll ich reinkommen ich kann dir naja helfen und so." Er kratzt sich unsicher am Hinterkopf.
,,Ich kann ihr schon helfen." Ertönt es hinter mir von Stephen, der seine Hände besitzergreifend um meine Hüften klammert.
Ich erstarre förmlich und in Davids Augen kann ich erkennen wie geschockt er ist.
,,Ich verstehe schon." Und schon dreht sich ein enttäuschter David mit dem Rücken zu mir um und geht.
Ich weiß nicht was ich machen soll.
,,David warte, es ist nicht so wie es aussieht !" versuche ich mich zu rechtfertigen.
,,Du bist mir keine Erklärung schuldig. Viel Spaß euch beiden noch."
,,Danke den werden wir haben." Kommt es amüsiert von Stephen.
Ich knalle wütend die Tür zu und drehe mich zu Stephen um.
,,Sag mal spinnst du jetzt komplett ? Was sollte das vorhin ?!"
Er antwortet nicht sondern zieht mich einfach nur an sich und küsst mich.
Und dieser Kuss ist einfach nur unbeschreiblich schön. Damals haben Chris und ich uns auch geküsst, aber dieser Kuss ist anders. Er ist etwas Besonderes.

Wir lösen uns voneinander und schauen uns in die Augen.
,,Das wollte ich schon die ganze Zeit tun." Er grinst mich an.

Plötzlich wird die Tür von meiner Mutter aufgeschlossen.
,,Schatz ich bin zuhau..." Weiter kommt sie nicht, denn sie erblickt Stephen und mich und schaut verwirrt zwischen uns hin und her.

Verdammt, wieso muss sie heute auch früher nachhause kommen ?!
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Was denkt ihr, wie wird Nikkis Mutter reagieren ? 🤔❤️

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