13. Geschenke & "Nicht Fragen"

16 0 0
                                        

"Was glaubst du?", fragte ich ihn genervt.

"Ja?", gab er eher fragend als aussagend zurück.

"Ich muss dich leider enttäuschen", erklärte ich ihm.

"Jetzt bin ich aber beleidigt", schmollte er gespielt beleidigt und schob die Unterlippe vor.

"Komm zum Punkt", befahl ich harsch. Er nahm sein Grinsen wieder auf.

"Ich habe ein paar Geschenke für dich. Da du ja heute Geburtstag hast. Was für ein Zufall, dass du und deine kleine Schwester am selben Tag Geburtstag haben und das auch noch am 29. Februar. Der Tag der nur alle vier Jahre kommt... Wie dem auch sei, das erste und wichtigste Geschenk ist einmal mein Besuch. Das zweitwichtigste ist dein Leben. Für heute zumindest. Und als drittes schenke ich dir eine Antwort auf eine Frage, aber im Gegenzug erwarte ich, dass du auch eine meiner Fragen beantwortest. Verstehst du, also das ist wie dieses Plastikblümchen auf dem Geschenkpapier. Man schenkt es einem, weil man weiß, dass man ein anderes zurückbekommt", beendete er seinen Redeschwall.

"Natürlich verstehe ich, aber was wenn ich dir keine Frage beantworten will?", fragte ich provokant.

"Wenn du mein drittes Geschenk nicht willst, nehme ich dir das zweite auch", grinste er genauso provokant zurück.

"Dann aber bitte auch das Erste", bat ich ihn und unterdrückte ein Lächeln. Auch er konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Er kam mir näher und flüsterte nah an meinem Ohr:

"Spiel nicht mit dem Feuer sonst verbrennst du dich"

"Bist du dir sicher?", fragte ich genauso verschwörerisch an seinem Ohr und entfachte eine Flamme auf meiner Handfläche. Er schritt leicht erschrocken zurück, fing sich aber sofort wieder.

"Gut. Geschenktes nimmt man nicht wieder zurück. Also zu den Fragen", wechselte er das Thema. Ich musste lachen.

"Wieso lachst du?", fragte er.

"Ist das deine Frage?", stellte ich eine Gegenfrage und lächelte verschmitzt.

"Ist das denn deine?", fragte er erneut. Mein Lächeln verbreiterte sich.

"Schon die zweite Frage. Wir hatten uns auf eine geeinigt", meinte ich.

"Das sind zwar Fragen, aber nicht die, von denen ich bei deinem Geschenk gesprochen habe", erklärte er mir.

"Tja. Hättest du dich wohl klarer ausgedrückt", meinte ich bedauernd.

"Beantwortest du sie mir trotzdem?", fragte er.

"Hmmm... Mal überlegen...", ich schloss meine Hand zu einer Faust und die Flamme erlosch.

"Na schön, aber nur weil ich in Geburtstagsstimmung bin. Ich habe gelacht, weil ich gesehen habe wie dir bewusst geworden ist, dass du in einem Wortduell mit mir nur verlieren kannst und deswegen das Thema gewechselt hast. Und versuche jetzt gar nicht mir was anderes beizubringen. Ich habe zumindest ein paar Menschenkenntnisse", beantwortete ich seine nicht Frage.

"Weil du Geburtstag hast, belasse ich dich in deinem Glauben. Nun gut stelle deine Frage", befahl er. Ich überlegte. Ich wusste nicht genau was ich fragen sollte.

"Warum sollen Flame und ich wieder zurück in das Gefängnis?" Er lachte gezwungen und erklärte:

"Es hat mit der Legende zu tun. Ich kann dir darüber nicht mehr Auskunft geben. Es tut mir leid. Aber ich finde den Grund ebenfalls irrwitzig"

"Die Legende. Ich kanns nicht mehr hören. Es gibt nicht so etwas wie Schicksal oder Gerechtigkeit. Es ist zum Haare raufen!", beschwerte ich mich.

"Okay für diese unbefriedigende Auskunft gewähre ich dir das Wissen meines Alters. 21", entschädigte er mich. Ich hob eine Augenbraue und verschränkte die Arme:

"Toll. Danke? Und was bringt mir das jetzt?", fragte ich genervt.

"Jetzt musst du dich nicht mehr die ganze Zeit über fragen: Wie alt ist dieser gut aussehende Typ vor mir?", erklärte er mir.

"Ja ganz genau das ist es, was ich mich frage, wenn ich wegen dir um mein Leben rennen muss", sagte ich ironisch.

"Ich wusste es doch. Also zu meiner Frage: Wie heißt du?"

"Geschenkt", antwortete ich.

"Wie bitte?", fragte er nach.

"Diese Frage ist doch komplett unnötig", meinte ich.

"Wieso? Wenn ich sie für nötig empfinde ist es doch nicht dein Problem. Ich will nur wissen wie die Schönheit mit den roten Haaren heißt, der ich den lieben langen Tag nachlaufe und die vor mir weg rennt, als gäbe es kein Morgen mehr", fragte er.

"Okay erstens: wenn ich nicht vor dir davonlaufen würde gäbe es auch für mich kein richtiges Morgen mehr. Und zweitens: Wie hast du mich gerade genannt!?", fragte ich entrüstet. Ich musste irgendetwas falsch verstanden haben.

"Ist ja auch egal wie ich dich genannt habe. Wenn du mir jetzt deinen Namen nennst habe ich keinen Grund mehr dich anders zu rufen", erklärte er. Ich seufzte.

"Ignis"

"Feuer", gab er von sich.

"Da hat wohl jemand im Lateinunterricht aufgepasst", die Flamme auf meiner Hand kam wieder zum Vorschein. Er lächelte und machte eine kleine Handbewegung. Ein Wasserstrahl schoss aus seinem Finger und löschte das kleine Feuer.

"Spiel nicht mit dem Wasser sonst verkühlst du dich", grinste er.

"Ach ja, hier hast du deinen Zettel wieder", drückte er mir das Stück Papier in die Hand.

Wer sind hier die Dummen?
Ich bin's nicht.

Ein Lächeln umspielte meine Lippen als ich ihn las. Mit seinen eisblauen Augen tastete der junge Mann den See ab. Plötzlich sah er zu mir und seine Augen funkelten. Bestimmt hatte er eine Idee die er mir gleich mitteilen wollte.
-------------------------------------------------------
Heyyy Leute!
Ein kleines Trostkapitel dafür das die Schule heute wieder anfängt.
Eure Taminabest ❤️❤️❤️

The legend Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt