Kapitel 6

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Mein Dad spannte mich bei den Vorbereitungen für das Essen so ein, dass die Zeit bis zum nächsten Abend sehr schnell verging. Dennoch fiel mir auf, dass ich immer nervöser wurde, umso weiter sich die Zeiger unserer großen Wohnzimmeruhr fortbewegten. Ich war mir absolut nicht sicher, wie ich Grace im Beisein ihrer Eltern begrüßen sollte. Sollte ich sie küssen oder sie nur umarmen? Ich stellte mir die letzte halbe Stunde immer wieder diese Frage bis die Klingel ertönte und mich aus meinen Gedanken riss. 

Ich erhob mich langsam von der Sofalehne und wollte die Tür öffnen als Grace mit mal vor mir stand. „Hi.", sagte ich und blieb unsicher vor ihr stehen. Grace legte den Kopf leicht schräg ehe sie anfing zu sprechen. „Kein Kuss?" „Willst du denn einen haben?" Ihre Augen glitzerten leicht vor Vorfreude und mir fiel es schwer mich noch länger fernzuhalten. Dieses Mädchen brachte mich noch um den Verstand. Dennoch hielt ich mich erstmal zurück. „Du musst mir keinen geben, wenn du nicht willst." Ich grinste sie an. „Oh Grace. Du weißt gar nicht wie sehr ich dich küssen will." Es ist die Wahrheit. Jedes verdammte Mal, wenn ich sie sah, wollte ich sie küssen. Aus diesem Grund zog ich sie an mich und legte meine Lippen auf ihre. Während unseres Kusses bemerkte ich, dass Grace anfing zu grinsen, doch niemand von uns unterbrach ihn. Jedenfalls nicht am Anfang.
„Das Essen ist fertig.", rief Dad aus dem Esszimmer und unterbrach so unseren Kuss. Zusammen mit Grace ging ich rüber ins Esszimmer, wo unsere Eltern bereits am Tisch saßen und sich unterhielten.

Das Abendessen verlief an sich eigentlich ganz gut. Bis auf die Tatsache, dass ich nicht wusste wie ich mich Grace Eltern gegenüber verhalten sollte. Immerhin schien es so als ob Grace ihrem Vater von unserem Kuss erzählt hatte und ich war mich nicht sicher, dass er das so gut fand. Allerdings sagte er auch nichts darüber. Die Situation war für mich einfach etwas unangenehm und darum war ich auch froh als Grace und ich hoch in mein Zimmer gingen.

„Oh Gott, du hast das Foto aufgehoben?", fragte Grace etwas geschockt als sie auf ein Bild zeigte auf dem wir zwei zu sehen waren. Wir waren ungefähr 7 Jahre alt und fast vollständig weiß, was an unserer damaligen Mehlschlacht lag. „Ich finde das Foto eigentlich ganz witzig.", erklärte ich ihr während ich mich direkt hinter sie stellte. „Die Standpauke hinter her war es aber weniger." „Das stimmt wohl." Grace drehte sich zu mir um und sah mich mit einem Grinsen im Gesicht an. „Ich kann nicht glauben, dass du es auf..." Sie brachte ihren Satz nicht zu Ende und ich bemerkte wie ihr Blick hinter mich fiel. Mir war sofort klar, was sie da gerade entdeckt hatte. „Die Collage hat Julie gemacht, weil meine nicht wirklich gut aussah." „Das Bild kenne ich gar nicht. War das bei unserem Abschussball?" Ich wusste sofort welches sie meinte, denn es war der Mittelpunkt der Collage. Ich war damals ziemlich sicher gewesen, dass Julie es absichtlich größer gemacht hatte als die anderen und nicht aus Versehen, so wie sie sagte. Nichtsdestotrotz liebte ich dieses Bild, denn es war einfach aus einem Moment heraus entstanden ohne dass wir beide wussten, dass wir fotografiert wurden. „Ja, Dad hat es gemacht. Da hast du mir gerade gratuliert, dass ich diese dämliche Wahl zum Ballkönig gewonnen habe." „Du fandst die Wahl dämlich?" „Ja. Ich verstehe den Sinn dahinter halt einfach nicht." „Das hätte ich vielleicht wissen sollen bevor ich dich gewählt habe." „Du hast mich gewählt?" „Ja in der Tat das habe ich." „Das gibt auf jeden Fall noch Rache, aber erstmal darfst du dir einen Film aussuchen, den wir gucken wollen." „Muss ich Angst haben vor deiner Rache?" „Nicht, wenn ich einen Kuss bekomme, denn dann könnte es gut sein, dass ich die Rache einfach vergesse." „Da habe ich aber Glück, dass du so großzügig bist." „Ich habe dir doch gesagt, ich bin eben ein Gentleman." „Okay, willst du über die Aussage jetzt diskutieren oder lieber deinen Kuss haben?" Ich tat so als ob ich kurz überlegen müsste, obwohl ich ganz genau wusste, was ich wollte. „Sieht so aus, als wolltest du gerne darüber diskutieren." Ich neigte meinen Kopf etwas weiter nach unten zu ihr und schüttelte ihn leicht. „Bist du des Wahnsinns?" Bei meinen Worten schlich sich ein Lächeln auf Grace Lippen, doch lange konnte ich es nicht sehen, weil ich meinen Kopf noch etwas weiter runterneigte und sie küsste.

Nach einer Weile hörten wir, wie Grace Vater nach ihr rief. „Was ist?" „Deine Mutter und ich wollen nach Hause kommst du?" „Warte kurz.", entgegnete Grace durch meine mittlerweile offene Zimmertür. Dann drehte sie sich zu mir um. „Fährst du mich nachher immer noch nach Hause?" „Klar, außer du willst hier übernachten dann fahre ich dich morgen heim." „Könnte ich das denn?" „Wenn du willst klar." „Okay dann sage ich meinen Eltern kurz Bescheid."

„Ah da bist du ja. Dann können wir ja jetzt los.", sagte Grace Mutter als wir die Treppe runterkamen. Grace guckte kurz zu mir bevor sie sich wieder ihren Eltern zu wand. „Ich bleib noch hier." „Okay, soll ich dich später abholen?" „Nein, Dad das brauchst du nicht. Brian meinte ich kann hier schlafen und er fährt mich dann morgen heim." Während sie mi ihrem Dad sprach versuchte ich nicht zu ihm zu sehen. Ich hatte das Gefühl, dass er mich für diesen Vorschlag ansonsten noch köpfen könnte, doch das tat er nicht. „Das ist doch schön. Dann wünsch ich euch zweien viel Spaß und wir sehen uns morgen." Bevor Grace und ich wieder hochgingen, verabschiedeten wir uns noch von ihren Eltern und warteten bis sie von der Auffahrt gefuhren.

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Wenn die Jahre vergehenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt