1910, Hogwarts, Teil 1
Alles begann an einem Septembermorgen. Die Stundenpläne waren von den Hauslehrern verteilt worden, besonders die Drittklässler konnten sich freuen, da ihnen einige neue Fächer bevorstanden. Unter anderem Wahrsagen, Arithmantik und Kunde der magischen Geschöpfe. Die Freude über das letzte Fach hielt sich bei den meisten allerdings in Grenzen.
Kunde der magischen Geschöpfe hatte schließlich den Ruf, ein stink langweiliges und mehr oder weniger unnützes Fach zu sein.
Vor allem aber die Slytherinschüler waren alles andere als voller Enthusiasmus, als sie sich in Grüppchen auf den Weg Richtung Waldrand machten. Grund dafür war, dass sie den Unterricht mit den ollen Hufflepuffs besuchen mussten. Auch wenn die Häuserrivalität bei weitem nicht so stark ausgeprägt war wie mit den Gryffindors, so waren die Hufflepuffs den Slytherins zuwider. Die Gryffindors waren zumindest stolz und nicht schwach, man konnte sie als angemessene Konkurrenten ansehen. Die Hufflepuffs hingegen, mit ihrem nervigen Drang, Regeln zu befolgen und ihrer Affinität zur Diplomatie und Bescheidenheit, waren ein langweiliger, bemitleidenswerter Haufen. Kein stolzer Slytherin würde sich auch nur im Traum dazu hinablassen, sich mit solchen Schwächlingen freiwillig abzugeben.
Um fair zu sein, so lag auch bei den sonst so offenen Hufflepuffs keine Empathie für ihre Mitschüler aus dem grünen Haus vor. Sie waren ihnen zu eigensinnig und stets darauf bedacht, ihren Kopf ohne Rücksicht auf Verluste durchzusetzen.
Nur einer freute sich auf die bevorstehende Unterrichtsstunde. Ein mittelgroßer Junge mit dunkelblonden Haaren und blauen Augen. Er hatte seinen Hufflepuffschal über den Kopf gezogen und musste sich mächtig zusammenreißen, nicht schneller zu laufen. Seine Mitschüler hielten ihn schon für seltsam genug. Aber konnte man ihnen das wirklich verübeln?
Im Gegensatz dazu, um einiges weiter hinter den anderen, lief ein Mädchen. Sie hatte dunkles Haar, machte einen uninteressierten Eindruck und schien sich nur zu wünschen, der Schultag würde doch endlich zu ende gehen. Dabei hatte er noch nicht richtig begonnen. Das lag nicht einmal zwingend an dem Unterricht, auch wenn das natürlich auch eine Rolle spielte, es war viel mehr so, dass das Mädchen von ihren Mitschülern meistens nur genervt war. Warum das so war? Nun, das hatte mehrere Gründe, fest stand nur, dass auch sie ein eher seltsames Mädchen war.
Alles begann also an jenem Morgen, bei ihrer ersten Stunde Kunde der magischen Geschöpfe.
Die Slytherins standen an einer Seite, die Hufflepuffs an der anderen. Häusertrennung vom Feinsten eben.
Professor Kettleburn, ein älterer Mann, trug den eher gelangweilten Schülern seine Lehrpläne für das Schuljahr vor. Zu Professor Kettleburn musste noch gesagt werden, dass er zwar ein erfahrener Lehrer war, aber die Wesen, über die er unterrichtete, nicht sehr gut verstand. Aber dazu später noch einmal mehr.
Zurück zum seltsamen Jungen also.
Er war der einzige seiner Mitschüler, der Professor Kettleburns Worte gespannt verfolgte und als dieser eine Frage stellte, schoss seine Hand sofort in die Höhe. Seine Mitschüler, zumindest die, die halbwegs aufpassten, erhoben erstaunt die Augenbrauen, schließlich war es sehr ungewöhnlich für Newt Scamander, freiwillig etwas zum Unterricht beitragen zu wollen. Nicht, dass ihr es falsch versteht, er war keineswegs ein schlechter Schüler, aber ein wirklich guter war er dann auch wieder nicht. Er hielt sich solide im mittleren Bereich. Ein klassischer, unauffälliger Hufflepuffschüler, könnte man behaupten, um den Häuser-Klischees gerecht zu werden.
„Nun, dann legen wir los.", sagte Professor Kettleburn in fast gelangweilter Stimme, während er einen Käfig mit seinem Zauberstab herschweben ließ.
„Wahrscheinlich kann mir keiner von Ihnen sagen, um was für Geschöpfe es sich hier handelt.", ratterte er weiter ohne eine Pause zu machen, um auf einen Widerspruch zu warten. Newt biss sich enttäuscht auf die Lippen, er wusste den Namen der kleinen grünen Wesen, die in dem Käfig eingezwängt waren. Er hatte schon in der ersten Klasse von ihnen gelesen.
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A Taker (Newt Scamander)
Fanfiction"Sie hat nur genommen, du brauchst jemanden, der gibt." Newt Scamander kann nicht aufhören über diese Worte nachzudenken. So wandern seine Gedanken zurück, zu seiner Zeit in Hogwarts. Er denkt an sie, an Leta Lestrange. Dieses unglaubliche Slytheri...
