Als wir vor dem Haus ankamen in dem die Party stattfand stieg Cameron aus und ging ums Auto herum, um Anja die Tür zu öffnen und ihr aus dem Auto zu helfen. Ich hingegen kletterte umständlich von Shawns Schoß und versuchte beim aussteigen nicht auf mein Gesicht zu fallen. Innerlich verfluchte ich die hohen Schuhe und das kurze Kleid. Als auch die anderen ausgestiegen waren, wollte ich geradewegs zur Tür stöckeln wo schon einige Leute draußen und drinnen versammelt waren, als Matt zu mir gelaufen kann und mich von oben bis unten betrachtete:" Siehst nicht schlecht aus, Clarkson. " Ich verdrehte die Augen und spürte aber wie meine Wangen warm wurden. Hoffentlich würde ich dass jetzt nicht von jedem zu hören bekommen. "Du auch Espinosa.", stellte ich fest. Dann liefen wir alle gemeinsam los, wobei ich eher einen kleinen Schritt nach dem anderen machte. Im Ernst, wer hatte diese Foltermaschinen von Schuhen überhaupt erfunden?! Shawn hielt mich von hinten umschlungen an meiner Taille, sodass ich mich mit meiner Seite an seine Seite lehnen konnte, falls ich wackelig wurde. Und ja ich wurde ziemlich oft wackelig. Matt beäugte unsere Konstellation kritisch, als er uns die Tür aufhielt und Shawn mich dann losließ. Shawn lief ein paar Schritte vor und Matt nutzte die Gelegenheit mir ins Ohr zu zischen: "Habt ihr das abgesprochen, oder hat er dich einfach so angegrapscht? Soll ich ihn zur Seite nehmen? " Heftig schüttelte ich den Kopf und warf ihm einen grimmigen Blick zu. Er tätschelte mir den Kopf: "Mach keine Falten, steht dir nicht Kleines." Ich verdrehte die Augen und ging ins Wohnzimmer wo mir laute Musik entgegendrängte.
Einen Augenblick hatte ich meinen besten Freund und die anderen in der gewaltigen Menschemmenge verloren. Die Dunkelheit und meine Schuhe halfen mir auch nicht gerade einen Überlblick zu bekommen. Überall standen Leute die laut gröhlten, tranken und tanzten. Mehrmals wurde ich angerempelt und fast wurde mir der Inhalt eines Bierbechers über den Kopf geleert worden. Ich konnte auch Anja nirgends entdecken, die ich nicht mehr gesehen hatte, seit sie mit Cameron am Auto verschwunden war. Ich konnte nur den Kopf schütteln, das war mal wieder typisch für meine Cousine. Aber wäre sie alleine gewesen, hätte ich mir Sorgen machen müssen.
Frustriert ließ ich mich auf ein Sofa fallen, dass einsam in der Ecke stand. Vielleicht hatte es ein Betrunkener ausversehen dorthin geschoben. Eigentlich war es mir egal, hauptsache ich hatte einen Platz wo mir niemand gefährlich nahe mit seinem Getränk kam. Ich stützte gerade den Kopf in meinen Kopf, als sich jemand mit einem genervten Schnauben neben mich setzte. Ich drehte meinen Kopf zu der Person und hoffte dass es nicht irgendein Verrückter war.
Die Person die neben mir saß war ein Mädchen in etwa meinem Alter, soweit ich erkennen konnte. "Ich hasse Partys.", sagte sie und schüttelte ihre langen, dunkelbraunen Haare. Sie trug ein dunkelblaues Kleid, welches ungefähr in Kniehöhe ausgestellt war. Sie trug auch eine schwarze, elegante Brille hinter der sich dunkelbraune Augen verbargen. "Kann ich dir helfen? ", fragte ich sie mit lauter Stimme. Sie hob eine Augenbraue in die Höhe und sah mich an: "Du kannst mir wohl kaum die Betrunkenen vom Hals halten. Im Ernst! Der eine hat als ich meinen Schuh verloren habe ihn einfach mitgenommen, was soll das bitte?!" Sie zeigte auf ihre Füße und ich sah dass sie nur noch einen schwarzen Ballerina trug. Trotzdem wusste ich nicht was ich in dieser Situation antworten sollte, also hielt ich ihr meine Hand hin : "Ich bin Louisa und sonst treib ich mich so gut wie nie auf Partys rum. " Mein Gegenüber ergriff meine Hand und schüttelte sie: "Sophia. Ich verabscheue Partys und hänge nachts sonst in Hotellobbys rum.", stellte sie sich vor und ich sah sie irritiert an. "Keine Angst. Ich arbeite in der Hotelbranche.", stellte sie mit Grinsen klar. Ich lächelte sie an und sie fragte mich: "Gehst du immer mutterseelenalleine auf Partys oder hast du dich wie ich auch abgekapselt weil du langsam die Nase voll hast?"
"Nein, ich bin irgendwie verloren gegangen.", erklärte ich ihr und sie lächelte vergnügt. "Und du? Bist du alleine hier?", fragte ich Sophia. "Ich wurde bestellt und nicht abgeholt.", schnaubte sie und ich sah sie fragend an.
"Tja ein paar Leute die ich kenne hatten vorgeschlagen dass wir uns hier treffen könnten. Der Zeitpunkt war vor irgendwie drei Stunden und ehrlich gesagt denke ich nicht dass sie irgendwann noch auftauchen werden. Mit diesen Hotelschnösel verabrede ich mich garantiert nie wieder.", sagte sie genervt und nahn ihren einzelnen Schuh in die Hand. "Vielleicht triffst du ja deinen Prinzen und der bringt dir deinen Schuh zurück.", kicherte ich und zeigte auf ihre Hand. "Jaja ganz sicher. Und du? Lebst du hier?", wechselte sie das Thema. "Immer für den Sommer. Also ja." Sie nickte nachdenklich und ich sah ein bekanntes Gesicht, dass auf uns zukam.
Erleichtert aber auch ziemlich sauer stand ich auf, als die Person vor mir stehen blieb: "Espinosa! Kannst du bitte was sagen, wenn du mich alleine lässt um dich auf der Party zu vergnügen?! Ich hab euch überall gesucht!", schrie ich ihm durch die Musik wütend entgegen doch er konnte gar nicht antworten, denn Sophia stürmte regelrecht auf ihn zu. Wütend entriss sie ihm etwas, was er zuvor in der Hand gehalten hatte und dann schimpfte wütend auf ihn ein: "Gehts eigentlich noch?! Meinen Schuh einfach mitzunehmen! Das ist wirklich oberstgestört! Bist du überhaupt noch richtig im Kopf oder hast du zu viel runtergekippt?! Darfst du überhaupt schon was trinken? Du siehst aus wie 5 und so kindisch verhälst du dich übrigens auch!" Sie schnappte wütend nach Luft und ihr Kopf war knallrot geworden. Erst jetzt sah ich dass Matt den Ballerina gehalten hatte, bevor sie ihn aus seiner Hand gerissen hatte. Aber Matt sah überhaupt nicht betrunken aus, vor allem weil er nie auch nur einen Schluck Alkohol anrührte. Er stand nur dort wie versteinert und mit offenem Mund. Ich warf Espinosa einen fragenden Blick zu, während Sophia irgendetwas wie Vollidiot vor sich hinmurmelte.
"Ich ähm also, ich habe den Schuh dir nicht weggenommen.", sagte Matthew kleinlaut und sah Sophia an. "Ahh das versteh ich natürlich! Wahrscheinlich ist hier ein Einhorn das Glitzer pupsen kann aufgetaucht und hat sich meinen Schuh als Spielzeug ausgesucht. ", meinte sie ironisch während sie wieder beide Schuhe anzog. "Nein! Nein! Nein! Irgendwer hat mir das blöde Ding-", wollte er die Situation erklären, doch Sophia unterbrach ihn. "Das blöde Ding? Das blöde Ding?! Ja, ja jetzt ist wieder mein Schuh Schuld, oder wie? ", schnaubte sie und sah ihn an als würde sie gleich sein Gesicht zerkratzten. "Jemand hat mir den Schuh an den Kopf geworfen und dann-"
Sie unterbrach ihn wieder: "Ja ne und dann hat er gefragt ob du ihn adoptierst und du hast ihn natürlich mitgenomen!" Sie verschränkte die Arme vor der Brust und man sah ihr an, dass sie meinem besten Freund kein Wort glaubte, was auch immer er gerade versuchte zu erklären.
"Also jetzt hör mir mal zu: Ich ging nichts ahnend durch die Menschenmasse, dann wurde er mir dein Schuh an den Kopf geworfen und ich habe ihn mitgenommen, weil ich dachte er gehört meiner besten Freundin, Louisa.", erklärte er schnaufend und zeigte auf mich.
Ich klatschte meine Hand gegen die Stirn und zeigte dann auf meine Füße: "Ich trage hohe Schuhe Matthew. Manchmal bist du echt schwer von Begriff. "
"Aber sonst trägst du nie hohe Schuhe. ", protestierte er wie ein kleines Kind.
"Aber ein Betrunkener hatte mir meinen Schuh weggenommen. ", sagte Sophia kleinlaut. "Tja und der hatte dann wohl seinen Spaß ihn mir an den Kopf zu werfen, ich war nämlich sicher nicht scharf darauf deinen Schuh zu klauen und getrunken habe ich keinen einzigen Tropfen.", meinte er beleidigt und verschränkte nun auch seine Arme.
"Dann entschuldige ich mich bei dir, ähm. Wie heißt du?", fragte sie meinen besten Freund schüchtern.
"Ich heiße Matthew aber Freunde nennen mich Matt.", stellte er sich vor und blickte zu mir.
"Ich bin Sophia und es tut mir wirklich leid. Danke dass du mir meinen Schuh wieder gebracht hast.", sagte sie mit bedrückter Stimme und dann starrte sie auf den Boden.
"Kein Problem. ", gab er zurück und kratzte sich verlegen am Kopf. Die angespannte Stimmung war verschwunden und ich fragte meinen besten Freund: "Ich geh zu den anderen, wo sind die?"
Er schüttelte kurz den Kopf, als würde erst jetzt wieder realisieren dass ich ja auch noch da war.
"Im Hintergarten, beim Lagerfeuer. Ich komm gleich nach."
DU LIEST GERADE
wait for me | s.m
FanfictionSo don't be a fool, wait for me darlin'. Manchmal könnte man denken, dass das Leben mehr Zufälle für einen bereit hält, als man sich erträumen oder erdenken könnte. Manche Zufälle bereichern dein Leben, manche lassen dich zweifeln und denken, doch...
