Wir parkten auf dem Strandparkplatz vor dem Club und Cam legte wieder so eine Vollbremsung ein, sodass wir alle gegen unsere Rückenlehne geworfen wurden, beziehungsweise ich gegen Shawns Brust, da ich wieder auf seinem Schoß saß. Nur dass es mir dieses Mal nichts ausmachte. Im Gegenteil, ich war sogar froh darüber dass wir eine Person zu viel waren und ich seine Wärme in meinem Rücken spürte.
"Alles okay?", fragte er mich unsicher und ich lehnte mich fester an ihn: "Es ist mehr als okay.", flüsterte ich ihm entgegen damit die anderen es nicht hörten. Wobei das eigentlich egal war, da Cameron seine Musikanlage volle Pulle aufgedreht hatte und uns "One Dance" von Drake entgegenschallte.
Anja stieg quietschend fröhlich aus und ich fragte mich ob ihr Camerons Fahrstil entweder nichts ausmachte, oder ob sie schon etwas intus hatte. Oder ich war einfach nicht der Typ von Mensch der gerne feiern ging. "Hey Anja! Wo ist eigentlich Lewis?", rief ich ihr zu als ich von meinem Lieblingsplatz herunterkrabbelte. Sie drehte sich um: "Der ist noch bei der Arbeit, sein Chef lässt ihn wieder Sommerüberstunden machen." Ich lief zu ihr hin und sah sie mit einem fragenden Ausdruck an: "Er arbeitet als Strandbademeister und bis jetzt musste er sich noch nie um Leute kümmern die um " Ich sah auf meine Uhr "-Die um 21 Uhr ertrunkenen sind. Was arbeitet er da bitte?" Sie überlegte kurz und zuckte die Schultern: "Keine Ahnung, ich glaube er räumt die Strandplätze auf und entsorgt den Müll und sowas." Ich legte meine Stirn in Falten. Das war aber eine Erneuerung in der Branche des einfachen Bademeisters. Soweit ich wusste, musste Zac Efron in Baywatch nicht am Abend den Strand von Müll befreien, sondern eher von Gangstern.
"Wo sind eigentlich die anderen Magcons?", fragte ich Matthew als wir darauf warteten das Cameron die Musikanlage ausmachte und ausstieg. Matthew kratzte sich am Hinterkopf und merkte wohl erst dann das er die anderen nicht wirklich vermisst hatte: "Also Nash ist irgendwie Verwandtschaft besuchen gegangen die hier in der Nähe wohnt, Carter und Taylor sind am Strand gewesen und jetzt treiben sie sich sicher irgendwo in einem Club rum, J und J sind zu ner Veranstaltung in Washington. "
Ich nickte und als Cameron sich zu uns gesellte machten wir uns auf den Weg in den Club. Schon als wir am Eingang angelangten, dröhnte uns laute Musik entgegen und ich wäre am liebsten wieder umgedreht, Anja hingegen hüpfte begeistert (mit hohen Schuhen!) auf und ab und Sophia murmelte etwas von wegen Ballerina, obwohl sie heute schwarze, gefährlich hohe Schuhe trug. Shawn legte seine Hand in meinen Rücken, als wir vor den Türstehern ankamen und ich nervös von einem Bein auf das andere trat. Dankbar lächelte ich zu ihm hinauf und er schenkte mir sein spezielles Shawn Lächeln, für das ich ihn hätte an Ort und Stelle hätte küssen können. Doch der Türsteher ließ uns ohne mit der Wimper zu zucken rein, als er ein paar Worte mit Cameron gewechselt hatte.
Sobald wir durch die Tür traten, war es noch dunkler als draußen, die Bässe ließen meine Ohren taub werden, eine starke Alkoholfahne hing in der Luft und ich wusste wieder warum ich solche Orte, wie diesen so sehr hasste! Die Lichter an der Decke blendeten mich, indem sie verrückt spielten und ich geradewegs die Augen zukneifen musste, um nicht vollkommen zu erblinden. Shawn zog mich behutsam an seine Seite und drückte mich dann fest an sich und ich fühlte mich augenblicklich ein bisschen weniger unbehaglich.
Wir drängten uns durch die Menschenmasse immer weiter vor, während Anja uns anführte. Drei Mal darf dieser Leser raten, wer neben ihr herlief? Genau Cam. Ich und Shawn folgten und Matt und Sophia bildeten das Schlusslicht. Wobei wir liefen eh alle dicht gedrängt hintereinander und dann ungefähr mit der Zeit nebeneinander. Deswegen rumpelten wir auch alle gegeneinander als Anja vor mir plötzlich eine Vollbremsung machte und ich in sie hineinlief.
Gefolgt von Sophia die dann in meinem Rücken lag. Ich trat neben Anja während ich meine Nase rieb und meinte schmerzverzerrt: "Warum hälst du es nochmal für eine gute Idee hier mittendrin zu stoppen? Und eine Dominosteinreaktion auszulösen?" Cameron zupfte mich am Ärmel und ich realisierte erst dann das ein knutschendes Paar unseren Weg versperrte. Anja machte einen Schritt vorwärts und rief den Verliebten dann entgegen: "Hallo?! Wir müssen vorbei! Könnt ihr euch einen anderen Platz aussuchen?!" Doch die zwei verschlungenen reagierten nicht, also versuchte ich es mit : "Geht mal ausm Weg ihr Zugedröhnten!" Doch keine Regung, außer dass sie sich immer noch weiterküssten.
Und ew das war nicht der schönste Anblick. Zum Kotzen. Anja wurde es wohl zu viel, denn sie rüttelte an den beiden herum bis sie auseinanderfuhren und oh mein Gott endlich stoppten. Ich wollte weiterlaufen als Anja plötzlich schrille Töne ausstieß, was durch die Musik gedämpfter rüberkam, aber trotzdem. Besorgt betrachtete ich sie, wie sie ihre Hand vor den Mund schlug, sie wieder wegnahm, scharf die Luft einzog, wieder quietschte und dann plötzlich wütend zu Knurren begann. Das war der Moment als ich ziemlich besorgt wurde, denn diese Reaktionen zeigte Anja nur wenn sie einen Wutanfall hatte. Und das ganze war erst zwei Mal passiert.
Einmal als ihre Mutter ihr Make-Up fast zur Hälfte in den Müll geworfen hatte und das zweite Mal als Cody Sandson sie vor dem Prom Ball mit Wasser vollgeschüttet hatte. Und zwar mit einem Eimer über den Kopf. Sie war ausgetickt wie eine Bombe. Wobei wer wäre das nicht. Deswegen machte ich mir in diesem Moment extreme Sorgen um sie. "Was ist los, Anja? ", fragte ich sie unsicher und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Sie schüttelte sie wütend ab und trat einen Schritt auf die Gestalten zu, die immer noch auf dem Boden saßen. "Wen haben wir denn da?!", schrie sie den beiden zu, als sie sich bückte.
Ich hatte wirklich keinen blassen Schimmer, warum sie ausgerechnet jetzt einen Streit mit einem betrunkenen Paar anzetteln musste. Sophia warf mir einen verstörten und unsicheren Blick zu, wahrscheinlich weil es meine Cousine war, die sich gerade in einem Strandclub wie eine Irre aufführte. Der Typ stand vom Boden auf und war ca. einen halben Kopf größer als Anja, doch sein Gesicht konnte ich nicht erkennen, da meine Augen sich erst noch an die Dunkelheit gewöhnen mussten. "Aha gehört mit Blondinen zu knutschen, plötzlich zu deinen Aufgaben als Strandonkel?", schrie sie den Typen wütend an und mir dämmerte es wer da vor mir stand.
"Anja?", fragte der Mann vor ihr mit unsicherem Unterton und ich starrte ihn ungläubig an, Anja als würde sie ihn gleich vor uns in Stücke reißen und Sophia sah zwischen uns allen hin und her, als wüsste sie nicht genau was hier eigentlich lief. "Ja Lewis, deine Ex-Freundin hat dich erwischt.", schrie sie ihm entgegen und ich wusste, wenn ich sie jetzt nicht aufhalten würde, würde sie mit Strandboy kurzen Prozess machen. Ich hätte sie wirklich aufhalten sollen, aber ich tat es nicht. Vielleicht weil ich Lewis nie mochte. Vielleicht weil ich ihm nie getraut hatte. Oder vielleicht weil sie das Recht dazu hatte diesem Mistkerl eines auf die Fresse zu geben. "Anj-", setzte Lewis an, aber er kam nicht weiter weil er von einem Schlag mitten auf sein großes Maul nach hinten geschleudert wurde und dann mit dem Kopf gegen die Wand knallte.
Ich sah verschwommen wie das Blut ihm über das Gesicht lief, doch ich empfand kein Mitleid. Anja schüttelte ihre Hand aus, als wäre das nur ein kurzes Zwischenvergnügen gewesen, dann meinte sie gelassen: "Na, wie fühlt es sich an verletzt zu werden? Scheiße? Kann ich dir gerne glauben. Och warte mal, hatte ganz vergessen das man dir mieses Schwein überhaupt nichts glauben kann."
Sie lachte hysterisch auf, aber niemand hinderte sie daran dass sie sich wie eine Irre aufführte. Wie eine kleine Irre auf hohen Schuhen mit gebrochenem Herzen. Ich war stolz auf sie. "Anja, bitte lass es mich erklären.", röchelte Lewis und dann schluchzte er. "Nur zu, erklärs der ganzen Welt warum du mich betrogen hast. Der ganzen Welt, außer mir. Mit dir bin ich fertig." Sie gab ihm noch eine schallende Ohrfeige, sodass er zur Seite sank, wo die Blondine stand und ihn angewidert betrachtete. Anscheinend hatte sie noch so wenig intus, um zu verstehen worum es hier ging. Ich rechnete damit, dass sie auf dem Absatz kehrt machte und sich ihr nächstes Opfer angelte.
Doch falsch gedacht. Sie boxte ihm gegen seine Brust sodass er von ihr wegrutschte und dann schlug sie ihm auf seine Nase. Und zwar mit ziemlicher Kraft. Er jaulte auf und sie sah abwertend auf ihn herab: "Eine Freundin? Tja ich muss zugeben deine Ex Freundin hat tausendmal mehr drauf als du. Vielleicht hättest du sie nicht unterschätzen sollen. Und mich auch nicht. Ich bin da nämlich sehr nachtragend, wenn man mich benutzt." Dann stolzierte sie auf ihren Plateau Stiefeln weg und wir blickten ihr staunend hinterher.
"Au revoir du Arsch. Ich wünsch dir noch eine schöne Party und ein beschissenes Leben.", fauchte Anja und ging zum Ausgang. Mir fiel auf dass sie noch ein paar Mal ihre Hand schüttelte, bis sie in die Dunkelheit verschwand. "Wehe du denkst auch nur einmal noch an sie. Ich bring dich um.", raunte Cameron Lewis zu, bevor er auch verschwand. Sophia sah mich mit offenem Mund und großen Augen an, sagte aber nichts. Shawn kam zu mir und drückte mir einen Kuss auf den Scheitel und Matthew war wohl zu geschockt um zu protestieren. "Ist dein Leben immer so aufregend?", fragte mich Shawn, als wir Hand in Hand zum Ausgang schlenderten. "Voller Überraschungen trifft es eher.", antwortete ich, stellte mich auf Zehenspitzen und küsste Shawn auf die Wange.
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wait for me | s.m
Fiksi PenggemarSo don't be a fool, wait for me darlin'. Manchmal könnte man denken, dass das Leben mehr Zufälle für einen bereit hält, als man sich erträumen oder erdenken könnte. Manche Zufälle bereichern dein Leben, manche lassen dich zweifeln und denken, doch...
