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"Denkst du, ich sollte Dumbledore davon erzählen? Immerhin ist er im Ministerium ganz weit oben. Vielleicht weiß er was über einen Krieg."
"Ja, vielleicht. Oder ich spionier mal bisschen bei meiner Familie rum, mein Vater war ja anscheinend sehr... aktiv, was diese Angelegenheiten angeht."
"Dann musst du aber auch wieder nach Hause."
"Als ob du es nicht riskieren würdest, nochmal zu Narcissa zu gehen. Ich kenn dich, Jamesie."
Sirius und James waren sehr früh aufgewacht, nachdem James wegen einem Abltraum angefangen hatte zu schreien. Es war wieder so ein seltsamer Traum, wie damals in Hogwarts.
Ein dunkler Schatten war darin wie eine Wolke durch die Luft gerast und hatte Baumkronen und Türme, die er berührt hatte, zerstört. Dann hatte sich die Szene geändert und ein schwangerer Dumbledore hatte gegen einen unter einem großen Umhang versteckten Mann gekämpft.
Der Unbekannte hatte angefangen zu lachen und dann auf einmal auf James gezielt, woraufhin dieser angefangen hatte, zu schreien.
Durch diesen Traum war ihm auch die Idee gekommen, Professor Dumbledore von den Plänen der... radikaleren Zaubererfamilien zu erzählen.
Nun, als Sirius in zweifelnd ansah, fing James an, unschuldig und verteidigend zu Grinsen.
Natürlich würde er es riskieren. Nur nicht heute oder morgen.
"Du kennst mich einfach zu gut, Sirischatzi!"
"JUNGS! FRÜHSTÜCK!"
Sirius' Augen weiteten sich, als er Euphemia rufen hörte.
"Ich liebe das Essen von deiner Mutter, Jamesie."
"Wer tut das nicht?"

"James, mein Junge, wollte nicht diese anderen beiden Freunde von dir auch noch einmal vorbeikommen? Euphemia, wie hießen die noch gleich?"
"Der eine hieß Peter. Der war ganz verliebt in meine Kekse."
Euphemia Potter brachte gerade frisches Gebäck zu dem bereits gedeckten Tisch, und somit waren alle bereit zu essen.
Auch Amelia war durchaus wach.
"Der andere war Remus, oder? Der war doch der Große, oder? Der mit dem süßen Lächeln, oder?"
"Du kannst dich auch nicht zwischen meinen Kumpels entscheiden, oder?"
Sirius lachte, stolz auf die trockene Reaktion seines besten Freundes. Auch Fleamont lachte, doch nach einem strengen Blick von seiner Ehefrau fühlte er sich genötigt, James zurechtzuweisen.
"Mein Sohn, sei netter zu deiner Schwester!", motzte er gespielt streng, konnte sich sein Grinsen aber immernoch nicht verkneifen.
Amelia schmollte.
"Ja, Vater, die beiden kommen nachher noch vorbei, gegen Mittag, und dann gehen wir alle zusammen ein bisschen raus."
"Oh, gegen Mittag?", fragte James' Mutter begeistert, "dann können die beiden hier essen!"
"Liebling, du nutzt auch jede Gelegenheit wirklich alle in dein Essen verliebt zu machen."
"Du denkst, sie lieben mein Essen", liebevoll sah sie Fleamont an.
In seinem Ton lag eine gewisse Art Bitterkeit, als er meine:
"Wer tut das nicht?"

Als Peter und Remus dann endlich da und beide mehr als gesättigt von Euphemias überschwänglichen Kochkünsten waren, gingen die vier Freunde wie geplant nach draußen und schlenderten in Richtung des großen Parks in der Nähe von James' Zuhause.
Auf dem Weg erzählte James auch den anderen beiden von Bellatrix' Geburtstag und fragte, ob sie etwas über gewisse Planungen wüssten.
Remus wirkte ein wenig geschockt.
"Sirius' Familie ist also Teil dieser Gruppe?!"
"Welche Gruppe?", Peter hatte bestimmt bereits vergessen, was James gesagt hatte.
"Meine Mutter hat mich in den Weihnachtsferien davor gewarnt, allein raus zu gehen. Sie erzählte mir von einer Gruppe Zauberern, die gegen Muggel und Muggelstämmige und sogar Halbblüter sind. Und dass diese Gruppe immer stärker würde und dass sie einen gemeinen Anführer hätten"
"Ja das passt zu meiner Familie." Sirius lachte bitter.
"Hat sie dir auch gesagt, wer dieser Anführer ist?".
James hatte also Recht gehabt. Es war eine Verschwörung.
"Nein, sie sagte nur, dass er sehr stark und sehr gefährlich wäre."
Peter machte große Augen.
"Dann kann er doch einfach alle dazu bringen, ihn zu folgen. Es gibt doch diesen Imperius-Fluch. Wenn er wirklich so fies ist, dann benutzt er die bestimmt."
"Pete, du kennst den Imperius?"
Remus lachte angesichts des überraschten Tonfalls von James.
"Ja, hab mal davon im Tagespropheten gelesen."
"Also fassen wir zusammen", Sirius war ungewohnt angespannt. "Da draußen läuft ein gemeiner Massenmörder rum, der einen Haufen Leute befehligt und noch mehr Anhänger bekommen kann, alle aus dem Weg räumt, die nicht seinem Reinblutwahn entsprechen und immer stärker wird?"
"Ja das trifft es ganz gut, Sirischatzi."
Auch Remus und Peter nickten. "Ja."
"Na, worauf warten wir dann noch? Werden wir genauso stark. Ich meine, die haben mal genauso angefangen wie wir. Und davor sollten wir Dumbledore fragen, ob er noch etwas weiß. Oder und hilft."
Letzteres fügte er recht kleinlaut hinzu, was im Vergleich zu seinem mutigen Vorhaben davor einfach nur lächerlich wirkte.
Da draußen ist also Krieg in Planung. Sirius hat Recht. Wir müssen genauso stark werden.

"Leute, bis morgen, wir sehen uns dann im Hogwartsexpress."
"Tschüss Peter. Und frag mal deine Eltern noch ein bisschen wegen Flüchen und bösen Zauberern aus."
"Ja mach ich."
"Hey, ich hab noch eine Idee.", Remus' Augen begannen zu leuchten, als Peter bei James in den Kamin gekrabbelt war und in den Flammen verschwunden war.
"Und die wäre?" Gespannt hob Sirius eine Augenbraue.
Er lag total unbequem in einem alten Sessel, ihn schien diese verrenkte Position allerdings nicht zu stören.
"In Hogwarts gibt es eine riesige Bibliothek. Und eine Verbotene Abteilung. Wir könnten uns da irgendwie reinschmuggeln, vielleicht finden wir da auch was."
"Remus, du bist ein Streber, aber du hast Recht. James, dein Umhang wäre doch dafür ganz nützlich, oder?"
"Welcher Umhang?"
"Ja, natürlich! Mein Umhang! Ich hab einen Unsichtbarkeitsmantel, der ist noch groß genug, damit wir alle darunter passen. So haben Sirius und ich einmal.."
Doch Sirius fuchtelte wild mit Armen und Beinen herum, um James hinter Remus' Rücken zu bedeuten, dass er die Schnauze halten sollte.
Und vielleicht war das damals die beste Entscheidung, die Sirius je getroffen hatte.
"... ach egal, was wir gemacht haben. Jedenfalls funktioniert er einwandfrei. Und wir können in diese Verbotene Abteilung."
"Ja, okay. Dann sorg dafür dass du den auch wirklich einpackst. Ich glaub ich geh dann auch mal, und ja, Sirius, ich frag meine Eltern auch aus, du nerviger Bergtroll."
Und schon war auch er durch den Kamin nach Hause gegangen.
Sirius drehte sich zu James, schaute ihn erwartungsvoll an, als wöllte er etwas fragen, sagte aber nichts.
James schaute genauso zurück, den Kopf schief gelegt und die Augenbrauen nach oben gezogen.
"Was?"
"Nichts, ich hab mich grad nur gefragt... du hast ja mal erwähnt, dass du den Umhang von deinem Vater hast."
"Ja, der hatte den selber schon von meinem Großvater und der dann von seinem Vater und so weiter. Familienerbstück. Aber Männersache."
"Ja, schön und gut, aber wieso funktioniert der noch?"
"Was meinst du?"
Sirius sah aus, als würde James gerade fragen, warum Sirius behaupten würde, dass Hogwarts aussah wie ein Schloss. Als würde James etwas fragen, dessen Antwort allgemein bekannt wäre.
"Tarnumhänge sind zwar gut, verlieren aber nach ein paar Jahren ihren Zauber und funktionieren dann nicht mehr. Wie kann deiner dann also durch Generationen einwandfrei wirken?"
Jetzt stutzte auch James. Darüber hatte er noch nie nachgedacht. Er hatte die Kraft des Umhangs nie in Frage gestellt.
"Keine Ahnung... vielleicht ist es ein besonderer Unhang. Ist doch auch egal, oder? Ich meine... solange er funktioniert ist es doch egal, warum er funktioniert. Hauptsache der Zauber hält an."
"Ja, vielleicht hast du Recht..."

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