"Leuteee was mach ich denn dann hier die ganze Zeit ohne euch?!"
"Marly, es sind nur zwei kleine Wochen, dann sind wir auch wieder hier."
Sirius versuchte gerade krampfhaft, Marlene zu beruhigen. Der Winter war nun endgültig da, auf dem Hogwartsgelände lag wo man nur hinsah feiner, glitzernd weißer Schnee und verwandelte die sonst eher bedrohlich wirkende Schule in ein gemütliches Schloß, in dem nur wenige Schüler über die Weihnachtsferien bleiben würden. Marlene war eine dieser wenigen Schüler. Ihre Eltern waren geschäftlich verreist, weswegen sie nun zwei Wochen so gut wie allein verbringen musste und sichtbar keine Lust darauf hatte.
Wieder einmal fiel James auf (wie so oft in letzter Zeit), wie süß sie mit ihren knalligen Haaren im Gegensatz zu dem schlichten weißen Unhang mit der Fellkaputze und den weißen Wildlederstiefeln und ihrer Mütze mit ebenso beigen Bommeln wirkte. Der Schnee ließ sie regelrecht auffallen. Doch nun blickte man nur in ein trauriges Gesicht, das Gesicht, das jedes Kind auflegte, wenn es ohne seine Freunde und Familie bleiben musste.
Remus war mit Peter bereits in den roten Hogwartsexpress gestiegen und hatte James' und Sirius' Koffer mitgenommen, während diese sich noch von ihrer Freundin verabschieden wollten.
"Und wir werden dir auch ganz viele Briefe und Süßigkeiten schicken", fügte auch James beruhigend hinzu.
Das brachte Marlene zum Kichern, sie ahnte wahrscheinlich, dass keiner der beiden Jungs sich dazu herablassen würde, auch nur eine Zeile mehr zu schreiben, als nötig.
Sie umarmten sich nacheinander und dann liefen die beiden Schüler auch schon Marlene winkend in den Zug, auf dem Weg nach Hause, in ihren allerersten Ferien in Hogwarts.
Remus hatte bereits ein ganzes Abteil für die vier Freunde belagert, er war groß genug gewesen, um ihre Taschen zu verstauen und hatte ebenfalls schon bei der Süßigkeitentante eingekauft, als James und Sirius nach langer Suche eintraten.
"Alter, wir sind an Lilys Abteil vorbeigelaufen, James hat einfach angefangen zu sabbern.", seufzte Sirius belustigt, während er sich auf den gleichen Platz fallen ließ, auf dem er auch gesessen hatte, als er nach Hogwarts gefahren war. James ließ sich ebenfalls, alles abstreitend, auf seinen gewohnten Platz fallen und überließ den Rest einem lauthals lachendem Remus, der recht bald jedoch einschlief, ebenso wie ein schokoladenverschmierter Peter.
Sirius' Stimmung verschlechterte sich von Kilometer zu Kilometer, seine Augen wurden genauso wie der Abendhimmel immer dunkler.
"Was ist los, Sirischatzi?"
"Ach Jamesie, ich will nicht zu meiner Familie", jammerte der Angesprochene im gleichen übertriebenen und lustigen, dramatischen Tonfall, doch James merkte, dass er die Wahrheit nur anders betonte, um seine Sorgen herunterzuspielen.
Sirius hatte bereits in den letzten Nächten viel wachgelegen und sich gefragt, wie wütend seine Eltern wohl sein würden; schließlich war er nun ein richtiger Gryffindor.
"Alles wird gut, Sirius. Wenn die ausrasten, sag mir kurz bescheid, dann kannst du direkt zu mir kommen und bei mir die Ferien verbringen. Meine Mutter kocht immer richtig leckere Weihnachtsfestessen.", versuchte James nun vom Thema abzulenken, "und wenn sie dir wehtun, tu ich ihnen weh"
Sirius lächelte dankbar, doch seine Sorgen verflogen nicht so einfach.
Es wurde immer schlimmer und als sie dann endlich in London angekommen waren, weigerte er sich sogar, auszusteigen.
James hatte sich so gefreut, als er seine Eltern und seine kleine Schwester auf dem Bahnsteig entdeckt hatte, war ihnen in die Arme gerannt und hatte sofort angefangen, ihnen von seinen Freunden und Erlebnissen zu erzählen. Er hatte garnicht gemerkt, wie sein bester Freund mit gesenktem Kopf regelrecht unterwürfig zu einer sehr aufrecht stehenden, abfällig schauenden Frau und einem umso wütender dreinblickendem Mann lief und sich sehnsüchtig wünschte, sein Freund würde ihm noch einmal Tschüss sagen.
Die ersten beiden Tage vergingen schnell, James schrieb tatsächlich an Marlene, nachdem er seiner Familie von ihr erzählt hatte.
Liebes Marly,
Ich bin jetzt Zuhause. Morgen werden die Geschenke verteilt und da ich dir diesen Brief mit meiner alten Eule schicke, wird er morgen erst ankommen, also packe ich gleich dein Geschenk dazu.
Ich hoffe es gefällt dir, und ich hoffe auch dass es dir gut geht
Dein James
Er hatte ihr am Vortag in einem Schmuckgeschäft eine Kette gekauft, ein silbernes, filligranes Bändchen hielt einen traumhaft verarbeiteten Anhänger, einen kleinen Vogel mit Steinchen in der Farbe von Marlenes Haaren, die jedoch je nach der Stimmung des Trägers heller oder dunkler schimmerten und stetigen Schokoladenduft verbreiteten. Als er sie gesehen hatte, hatte James sofort an Marly denken müssen, die Steinchen würden bei diesem aufgewecktem Mädchen sicherlich heller strahlen als unter dem werbendem Zauber des Schmuckverkäufers und immerhin liebte sie Schokolade.
Er hatte die dünne Kette in eine kleine Schachtel verpackt und diese Schachtel ebenfalls im Marlene-Style verziert, nun band er das kleine Päckchen an den Fuß seiner alten braunen Eule und schmiss sie nahezu aus dem Fenster.
Für Sirius hatte er auch etwas gefunden, ein dunkles Lederarmband mit winzig kleinen Anhängern, mit denen er jeweils Kontakt zu seinen Freunden aufnehmen konnte, vorrausgesetzt der andere hatte auch eins. James hatte sich schon ein dazu passendes Armband gekauft. Er wusste, dass die Muggel eine ähnliche Technik benutzten, aber bis jetzt schien das niemals überall zu funktionieren. Sirius konnte ihn nun zu jeder Zeit an jedem Ort erreichen. Auch dieses Päckchen hatte er sorgfältig verpackt, würde es jedoch erst morgen losschicken, da seine zweite Eule, eine wunderschöne hellbraune, viel jünger und schneller war.
Doch gerade als er fertig mit Einpacken war, hörte er, wie laut gegen die Haustür geknallt wurde. Während er selbst runterrannte, sah er auch seine Mutter, die bereits an der Tür war.
Und als sie sie vorsichtig öffnete, blickte die Frau auf einen kleinen Jungen. Er hatte schwarze Haare und seine grauen Augen waren aufgequollen von den vielen Tränen, er hatte überall blaue Flecken und blutete sogar an einer Stelle. Er hatte einen kleinen Rucksack dabei, der nichteinmal richtig verschlossen war, und so hing ein Bein einer Schlafanzughose heraus. James rannte so schnell wie noch nie vor dir Tür, um Sirius in den Arm zu nehmen.
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The Marauders - From the beginning
Fiksi Penggemar1971 - Always Für James Potter, Sirius Black, Remus Lupin und Peter Pettigrew beginnt die Schulzeit in Hogwarts und somit auch ihre Abenteuer. Die vier werden schnell beste Freunde und erleben die merkwürdigsten Dinge, während sich außerhalb der Mau...
