ihre suche ergab leider keine treffer.

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ich renne zum auto und fahre gerade so schnell, wie es erlaubt ist, zur arbeit. vielleicht passiert ja nur etwas, wenn ich heute mal gegen alle gewohnheiten, gegen alle regeln, spiele. ich höre nicht wie gewöhnlich meinen lieblingsradiosender, nein, ich höre meine lieblings-cd. eine selbsterstellte cd mit liedern von 1970 bis 2000. und, oh mein gott, ich liebe sie. es kommen so viele errinnerungen hoch - von der schule, meiner kindergartenzeit, meiner einschulung. aber es kommen natürlich auch negative gedanken: die zeit im waisenhaus. achtzehn jahre habe ich in diesem dummen haus gewohnt. bis ich am tag meines 18. geburtstags meinen bereits gepackten koffer genommen habe und abgehauen bin.
zwischen all den gedanken in meinem kopf sehe ich eine millisekunde lang eine frau. meine augen springen auf und während ich versuche, den gedanken zu fixieren, ist er auch schon wieder weg. es war bestimmt meine mutter. es kann nur meine mutter gewesen sein. ich bin überrascht, dass ich mich überhaupt an sie erinnern kann. aber vielleicht ist es auch besser, dass der gedanke nicht mehr da ist. denn ich hasse sie. was würde ich schon von einer frau wollen, die mich als ich gerade mal vier tage alt war, abgegeben hat. wieso sie das gemacht hat? ich weiß es selbst nicht. vielleicht war sie ja zu beschäftigt. oder vielleicht war der mann, mit dem sie mich gezeugt hatte, ja schon lange nicht mehr ihr mann. vielleicht war ich auch einfach kein wunschkind. oder vielleicht hatte sie einfach kein bock auf mich. würde ich verstehen. ich hätte auch kein bock auf mich.
naja, ich sollte meine wertvollen gedanken nicht mit ihr verschwenden - man hat schließlich nicht ewig zeit.
ich fahre also so schnell wie es nur geht zur arbeit, springe aus dem auto und laufe die treppen - statt sonst immer mit dem fahrstuhl -hoch zu meinem büro.
heute muss ich auch keine akten sortieren. ich darf endlich etwas anderes machen. ich habe die aufgabe mir ein video anzusehen und eine art analyse darüber zu schreiben, damit ich diese meinem chef geben kann. gesagt, getan. ich klicke auf die datei aus der e-mail, in der die aufgabe steht und schon öffnet sich ein neues fenster und die vieo-datei wird abgespielt. nach knapp sechs minuten ist das video zu ende und ich starre verwirrt auf den bildschirm meines computers. das video war so unendlich verwirrend. lauter kleine videos und bilder, die irgendwie eine geschichte erzählen. das video war so komisch, aber irgendwie auch total gut. und dazu noch die musik. vielleicht sollte ich meine cd mal gegen neue musik austauschen. ich hab' keine ahnung, wer da gesungen hat oder wer da die ganze zeit zu sehen war, aber die person scheint ein unglaublich gutes leben zu führen und ziemlich gut singen zu können. ich schreibe also eine beschreibung und eine analyse des videos und gebe sie meinem chef ab. als ich auf die uhr blicke, bemerke ich wie spät es schon ist: 18:43. ich düse zum büro, schnappe meine tasche und verlasse das gebäude. dann fahre ich nach hause und google die wörter, die ich von dem video noch in meinem kopf habe.
》ihre suche nach "deshalb wollt' ich mich beeil'n, dass ich zum essen wieder da bin, doch jetzt starr' ich auf 'ne eiche im geschott von meinem wagen." ergab leider keine treffer.《
fuck.
egal. ich frage einfach morgen meinen chef. ich mache mir noch eine heiße schokolade und setze mich dann in mein bett. nachdem ich sie ausgetrunken habe, schaue ich mir noch ein paar alte musikvideos an und gehe dann schlafen. der nächste morgen verläuft wieder wie der davor, doch dieses mal gehe ich gleich am anfang zu meinem chef und frage ihn nach dem musikvideo.
[i=ich; c=chef]
i: "guten morgen."
c: "morgen. was gibt's?"
i: "würden sie mir vielleicht den namen des künstlers und des liedes des musikvideos von gestern verraten?"
c: "würde ich gerne, aber ich möchte ihnen die spannung nicht nehmen. ich habe mir natürlich gestern gleich ihren bericht durchgelesen - sie klangen sehr begeistert. und deshalb - natürlich nur, wenn sie wollen - haben sie morgen die möglichkeit den künstler selbst zu treffen. na, was meinen sie?"
i: "jaa, natürlich! wann geht es los, wann muss ich hier sein? wie läuft es ab?"
c: "das freut mich. näheres schicke ich ihnen heute mittag per mail. sie dürfen sich heute einen tag freinehmen. bis morgen."
i: "dankeschön. ich freue mich auch. bis morgen."
ich laufe wieder zu meinem auto und mache im aufzug nach unten (ja, dieses mal fahre ich, da ich mich kaum auf den beinen halten konnte) tausende freudesprünge. mein ganzer bauch kribbelt. ich werde einen star treffen!

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