fensterbank vibes

481 14 1
                                    

gegen vier uhr nachts wache ich auf. ich ziehe mich näher an ihn und betrachte seinen körper.
dann stütze ich mich auf meine handflächen und entscheide mich dazu, mich auf ihn zu setzen. woher mein ganzer mut in diesem moment kommt, weiß ich selbst nicht genau. ich sehe, wie er langsam seine augen öffnet und mir ins gesicht schaut.
"vii, geh' wieder von mir runter." knurrt er mir zu, fasst mich an der taille und lupft mich von sich herunter. ich knurre zurück.
er sieht so scharf aus, vor allem, wenn er schläft. wie gerne ich ihn jetzt küssen würde. und, himmel, er kann bestimmt extrem gut küssen. ich ziehe die decke ein stück weiter zu mir und drehe mich dann mit ihr von carlo weg.

um 10:46 wache ich auf. ich taste auf die seite neben mir, aber ich spüre nichts. wo ist carlo? wo kann er bloß stecken? ich strecke mich kurz und tapse dann barfuß durch seine wohnung. in der küche entdecke ich ihn schließlich. er trägt bereits eine skinny jeans in grau und einen blauen sweater. etwas verpeilt trete ich ihm ein bisschen näher, bis er mich auch bemerkt.
"hey vi!"
ich bin verwundert, dass er nicht mehr sagt. nicht zu letzter nacht und nicht dazu, wie dumm ich doch war und mich an ihn rangemacht habe.
"morgen." gebe ich zurück.
"wieso schon so gestylet?"
ich blicke fragend einmal an ihm herunter.
"ich hab' noch 'n termin bei chimp in...ääähm.." sagt er und schaut auf seine uhr, die er unter dem pulli herkramt. "äh...ja, vor zehn minuten!" er lacht kurz, schnappt sich seine kaffee-tasse und läuft um dke kücheninsel herum, um jetzt neben mir zu stehen. er nippt kurz am kaffee und wendet seinen blick dann mir zu.
"erinnest du dich noch an gestern?" fragt er mich.
verduzt schlucke ich. "ähm, ne. irgendwie nicht, sorry."
"oh jeee, das lag bestimmt an dem alkohol...du warst meeegaaaa betrunken. najaa!" sagt er und grinst kurz.
natürlich erinnere ich mich noch an gestern. aber ich nutze die gelegenheit natürlich und tue so, als hätte ich das alles nur wegen des alkohols getun. das muss erstmal als entschuldigung reichen.
"ich muss jetzt jedenfalls los. soll ich dich heimbringen?" schaut er mich fragend an.
"ääähh, ja, das wäre neettt!" antworte ich ihm.
ich laufe schnell zurück zum schlafzimmer, hole meine tasche und gehe wieder zu ihm. auf der heimfahrt schweigen wir uns an. ich weise ihm lediglich den weg zu mir. als wir ankommen, steigt er auch aus und begleitet mich noch zur tür.
"ich hätte gerne noch viel mehr zeit mit dir verbracht, vi, aber ich hab' jetzt so ein scheiß meeting, das verdammt wichtig für's album ist. sorry! aber ich schreib' dir heute abend mal, ja?"
ich forme meine lippen zu einem lächeln und nicke ihm zu.
wir verabschieden uns und danach gehe ich in meine wohnung zurück.
ich lasse mich auf mein bett fallen und denke über gestern nacht nach. carlo geht mir nicht mehr aus dem kopf. aber wieso kann ich diesen braunhaarigen, dünnen, stylischen typen nicht vergessen?
den ganzen restlichen tag denke ich an ihn. wird es ein wiedersehen geben? mag er mich? oder wollte er mich einfach nur los werden?
ich springe unter die dusche und versuche einmal an etwas anderes zu denken, aber ed klappt nicht. den ganzen weiteren abend checke ich fast minütig mein handy.
wieder kommt gegen abend eine nachricht von carlo.
"hi vi, was machst du so? ich würde mich freuen, wenn wir uns wiedersehen würden. willst du heute was aus meinem album hören? du weißt ja jetzt, wo ich wohne. komm einfach spontan vorbei, wenn du magst! ;)"
wieder mache ich freudensprünge durch die wohnung.
eine halbe stunde später mache ich mich auf dem weg zu ihm. ich stehe an seiner haustüre, klingele und ein paar sekunden später steht carlo vor mir. er grinst mich an.
"hereinspaziert!" sagt er und deutet mit seiner hand, dass ich reinkommen soll.
ich ziehe meine jacke und meine schuhe aus und laufe ihm hinterher. immer wieder bemerke ich, wie er sich fast umdreht und mich anschauen will, aber es dann doch nicht tut.
irgendwann dreht er sich doch fast komplett um und reicht mir seine hand. mein herz beginnt zu pochen, immer schneller. er zieht mich hinter sich her, bis wir in einem großen zimmer landen, in dem gefühlt tausende musikinstrumente stehen und von dem man über stuttgart schauen kann. meine augen beginnen zu funkeln und sofort setze ich mich auf die fensterbank, um den tollen ausblick zu genießen. ich will gar nicht wissen, wie viel sein haus gekostet hat.
er wirft sich neben mich auf die fensterbank und wechselt seinen blick ständig zwischen mir und dem ausblick.
"gefällt es dir hier?" fragt er mich, während er mir direkt in die augen schaut. mein körper wird von einer welle überflutet.
"es ist wunderschön." antworte ich ihm.
er nuschelt noch irgendetwas hinterher, wad ich leider nicht verstehe. es klingt aber nach "genau so wie du." und, wenn er das echt gesagt hat, dann drehe ich durch. er umfasst sanft meine taille mit seinen riesen händen und zieht mich auf seinen schoß. sofort reagiert mein körper in form von einer gänsehaut auf seine berührungen. auch er spürt diese eindeutig und er schluckt einmal laut. er, und somit auch ich, lehnt sich zurück, bis wir gemütlich auf der riesigen fensterbank unf genießen den abend. im hintergrund läuft eine von ihm ausgewählte cd. ich brauche gar keinen wortwechsel mit ihm, nein, alles ist perfekt so wie es ist.
nach knapp drei stunden schlafe ich ein und ein paar stunden später bemerke ich noch im halbschlaf, dass er mich ins bett trägt, wie ein bräutigam seine braut trägt oder eine mutter ihr baby. ein wenig später merke ich auch, dass er zu mir ins bett kommt. es ist so gemütlich. wieder kuschele ich mich näher zu ihm, mit der hoffnung, dass es ihm auch dieses mal nichts macht - immerhin hat er mich auch in seinen schoß gezogen.
dann umfasst er meine taille wieder mit seinen händen, was mir ein gutes gefühl gibt.
ich spüre wieder dieses kribbeln in meinem bauch.
scheiße, ich glaube, ich bin verliebt.

cro fanfiction - randomWo Geschichten leben. Entdecke jetzt