Lian
Endlich war ich fertig mit der Wäsche, schaltete das Radio aus und warf mich aufs Bett, nur um dort den kleinen Zettel vor mir anzustarren. Noel hatte mir wirklich seine Nummer gegeben, damit ich mit ihm schreiben konnte. Ob ich ihn mal anrufen sollte? Ne, das wäre zu früh und es soll ja nicht so aussehen als ob ich eine Klette wäre. Und das wollte ich unter keinen Umständen sein. Schließlich packte ich den Zettel und legte ihn auf meinen Schreibtisch, ich würde die Nummer später noch einspeichern und ihm morgen Abend schreiben. Vielleicht könnten wir am Montag zusammen zur Schule gehen. Ich wusste nicht mal genau wo Noel wohnt, doch das würde ich noch herausfinden.
Ein leckerer Geruch lockte mich aus meinem Zimmer in die Küche, mir lief richtig das Wasser im Mund zusammen. Meine Nase schnupperte in der Luft und saugte alle Gerüche auf. „Mhh, das riecht aber lecker." „Danke." Ben stand hinterm Herd und bereitete ein leckeres Essen vor, mit einer unglaublich scharfen pinken Schürze. Ich hielt mir schnell die Hand vor dem Mund, um nicht laut loszulachen, doch ich konnte es einfach nicht unterdrücken und es brach aus mir heraus. „Ja ja lach mich ruhig aus, Isabelle hatte meine Schürze zusammen mit ihrem Pullover gewaschen, dabei kommt so etwa heraus. Ich lasse nie wieder eine Frau meine Wäsche waschen." Ich krümmte mich bereits vor lachen, Lachtränen schossen an meinen Wangen hinab und mein Bauch verkrampfte sich. Schließlich stimmte Ben mit ein und zusammen lachten wie und lachten wir, bis ich japsend nach Luft rang. Ich wischte mir die letzten Tränen weg und räusperte mich.
„Was genau kochst du da schönes?" „Lass dich überraschen." Ich holte aus den Schränken Teller und Tassen, aus der Schublade Besteck und deckte schon einmal den Tisch. Fast hätte ich die Untersetzter vergessen, schnell legte ich sie noch auf den Tisch, zum Glück im letzten Moment, da kam Ben schon mit den Töpfen. Wir setzten uns hin und ich öffnete den Deckel, zum Vorschein kamen Spaghetti. Ben war kein besonders guter Koch, also machte er immer nur einfach Dinge und selbst die gingen meistens schief. Vorsichtig inspizierte ich die Nudeln und auch die Soße, sie sahen normal aus, also probierte ich einen bissen und stellte fest das es sehr gut schmeckte. „Wow, das ist echt lecker." „Danke." Ben grinste mich breit an. „Das hast du nicht gekocht." Sofort erlosch das Grinsen von seinem Gesicht. „Doch das war ich, ob du es glaubst oder nicht. Ein wenig kann ich das auch." Ein wenig war gelogen, er konnte so gut wie nichts. „Ben ich erkenne die Soßen von deinem Küchenchef, wir arbeiten fast jeden Tag zusammen." Wir schauten uns über den Tisch hinweg an. Ich wusste ganz genau das die Soße nicht von ihm war, die Nudeln vielleicht, aber nicht die Soße. Sie schmeckte zu gut, das konnte Ben nicht gewesen sein, außer er hatte Unterricht genommen, doch das glaubte ich eher weniger. „Also?" Ben kniff die Augen zusammen und stopfte sich den Mund mit Nudeln voll, das war mir Antwort genug und ich lächelte triumphierend vor mich hin. Ich hatte wie immer recht behalten, manche Dinge änderten sich einfach nie. „Lächle nicht so blöde, das wird dir noch vergehen." Das hieß ich musste den Abwasch machen, aber das war ich bereits gewohnt und machte es wirklich gerne. „Ach Ben ich mache doch nur ein paar Scherze, hab dich doch nicht so, du weißt doch das ich dich ganz doll lieb habe." „Ja ja und jetzt wieder auf die Tour, das kannst du bei mir getrost vergessen. Für dich gibt es keinen Nachtisch." Frechheit und Gemein. „Das ist nicht fair, du bist doch derjenige der geschwindelt hat und nicht ich und dafür werde ich jetzt auch noch bestraft?" „Das hast du dir selber zu zu schreiben junge Dame." Er konnte nicht ewig ernst bleiben oder den Mund voller essen haben, das böse Grinsen schlich sich immer mehr auf sein Gesicht. Er konnte mir nie lange Böse sein, das war schon immer so gewesen, Luna und ich hatten einen besonderen Zauber über uns, sodass uns jeder einfach mochte. Schön das er heute noch immer funktionierte. „Ach weißt du so dringend brauche ich keinen Nachtisch." Ich winkte ab. „Bist du dir sicher? Es gibt meine selbstgemachte Creme Brulee und ich weiß das du ihr einfach nicht widerstehen kannst." Jetzt lächelte Ben triumphierend und mir entglitten die Gesichtszüge. Er hatte recht, ich liebte seine Creme Brulee. Das war definitiv nicht fair, er wusste wie man mich ärgern konnte. „Bitte Ben." Ich flehte ihn an, zur Not würde ich auch auf die Knie gehen, Hauptsache ich bekam auch etwas ab. „Du hast dich über mich lustig gemacht, also nein, du bekommst nichts."
Wir aßen schweigend auf, dann räumte ich den Tisch ab und wusch schnell die paar Teile ab, als Ben mit zwei Schüsseln wieder an den Tisch kam. Hätten meine Augen die Form verändern können, würden sie jetzt wie Herzen aussehen und wie ein Herz pochen. Kitschig ich weiß, aber besser konnte man das einfach nicht erklären oder beschreiben.
Ich hopste richtig zum Tisch und freute mich wie ein kleines Kind. Der Löffel brach durch die Karamellisierte Oberfläche, in die weiche Creme. Der Löffel wanderte in meinen Mund und ich schloss stöhnend die Augen, das hier war so gut das ich fast einen Geschmacksorgasmus hatte. Das war aber auch das Einzige das Ben wirklich spitzen mäßig hinbekam, warum? Ja das fragten sich wirklich alle, deswegen wunderten sich auch die meisten warum er ein Lokal eröffnet hatte. Meine Mutter war immer in der Küche beschäftigt und brachte uns zuhause auch eine Menge bei, Ben war mehr so der Büromensch und kümmerte sich um den Rest. Sie waren immer ein perfektes Team gewesen.
„Ben das ist wie immer super lecker." „Freut mich das er dir schmeckt." Danach genossen wir unseren Nachtisch, dabei konnte man einfach nicht viel reden, weil es einfach zu lecker war. Ein Gaumenschmaus.
Nachdem leckeren Nachtisch war ich absolut voll und rollte mehr oder weniger in mein Zimmer, dort legte ich mich aufs Bett und bewegte mich keinen Millimeter mehr, das hätte ich auch nicht mehr geschafft.
Ich putzte mir im Bad meine Zähne und legte mich dann ins Bett, hörte dort noch ein wenig Musik, bis ich schließlich einschlief.
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Verwunschene Liebe
FantasyWas ist wenn du dich in einen Menschen verliebst, obwohl du es gar nicht dürftest? Würdest du für deine große Liebe gegen eine der drei goldenen Regeln verstoßen? Ich habe es getan. Ob ich es bereue? Niemals! Noel ist ein Flaschengeist, oder wie ma...
