Noel
Durch einen puren Zufall hat es mich in die Stadt verschlagen. Es war warm und ich hatte Lust ein wenig spazieren zu gehen, vielleicht noch ein Eis essen. Ich war so in Gedanken versunken, das ich gar nicht darauf achtete wo genau ich hinlief und krachte gleich in jemanden hin. Die Person verlor ihr Eis, drehte sich zu mir herum und landete dabei fast noch auf dem Hintern. Instinktiv griffen meine Hände nach der zarten Taille und drückte sie an mich. Große grüne Augen blickten mich überrascht an und wurden noch größer, als sie mich erkannte. „Also ich glaube langsam das dies hier zu unserem Ding wird, das Anrempeln und Sachen fallen lassen.", sagte sie mit einem lächeln auf den Lippen. Auch mir huschte ein grinsen über die Lippen, darauf zog ich Lian noch enger an mich heran. Ich mochte es wie sich ihre Rundungen an mich schmiegten. „Jetzt muss ich mich entschuldigen, dieses mal war ich völlig in Gedanken versunken, sodass ich nicht drauf geachtet habe wo genau ich hin laufe." Ich blickte auf den Boden und ah dort ihr Eis liegen. Jetzt musste ich ihr ein neues holen, das hieß wir konnten zu zweit Eis essen. „Warte einen Moment, ich hole dir schnell ein neues Eis." Ich ließ sie wieder los, ging zum Eiswagen und besorgte dort zwei neue Waffeln, eins drückte ich ihr in die Hand. „Hier." Sie nahm mir das Eis ab, dabei berührten sich unsere Finger. Es war ein ein Blitz, der mir durch meinen Körper fuhr und Lian fast wieder ihr Eis fallen ließ, also hatte sie es auch gespürt. „Hoppla." Kam von ihr und sie lief rot an, guckte gleich auf ihre Schuhe. Sie war schon süß. „Danke nochmal dafür." Sie hielt ihre Waffel hoch. Natürlich wusste ich was sie meinte, ich musste mir das lachen verkneifen. „Das wäre echt nicht nötig gewesen." Ich sah sie von der Seite an. Meinte sie das jetzt wirklich ernst? „Doch das war es, durch mein verschulden ist dein Eis heruntergefallen, also musste ich es ersetzten." „Danke."
Schweigend liefen wir dann ein Stück nebeneinander her und setzten uns dann auf die nächstgelegene Bank. Ich genoss das Gefühl sie so nah bei mir zu haben, obwohl ich sie gerne noch näher bei mir hätte. „Hast du heute mal frei?" „Ja Ben meinte ich sollte mal wieder etwas Unternehmen und Spaß haben, es ist schon viel zu lange her." „Ben?" Ich musste einfach nachfragen, vielleicht war das ja ihr Freund. Ich musste es wissen. Lian sah von ihrem Eis auf, ihre Augen suchten mein Gesicht ab und musterte mich genau. Was sah sie? „Ben ist der Besitzer von dem „Schlüssel 17" und Geschäftspartner meiner Mutter gewesen, er ist so etwas wie ein Onkel für mich. Zurzeit wohne ich bei ihm." Das konnte natürlich das Kisten schleppen, von gestern, erklären, da war sie vermutlich bei ihm eingezogen. Also war er nicht ihr Freund. Mein Magen zog sich vor lauter Erleichterung zusammen und ein lächeln trat auf meine Lippen, ich konnte es nicht unterdrücken. „Warum fragst du?" Schnell schaute ich in eine andere Richtung, sie sollte meine roten Wangen nicht sehen. Hoffentlich hatte sie nicht mitbekommen wie sehr mich das alles interessierte. „Nur so.", nuschelte ich mit einem noch breiteren Grinsen. Ich knabberte an meiner Waffel und beobachtete einfach die Leute um uns herum. Plötzlich berührten sich unsere Arme und wieder schossen Blitze durch meinen Körper, ich war wie elektrisiert. Mein Kopf drehte sich zu Lian und ich musste sie einfach anschauen, sie war so wunderschön. Die Zeit wurde wieder angehalten. Für mich fühlte es sich an, als ob wir beide alleine auf der Welt wären. Automatisch nährte ich mich hier mit meinem Kopf, sie legte ihren Kopf leicht schräg und schloss die Augen. Ich spürte ihren Atem auf meinem Gesicht und meine Lippen streiften die ihren.
Plötzlich wurden wir durch schreiende Kinder unterbrochen, wir zuckten auseinander. Wir blinzelten uns an und aßen dann unser Eis auf. Wir hätten uns fast geküsst, zum Glück ist nichts passiert. Was hatte ich mir nur dabei gedacht? Das durfte einfach nicht passieren. Umso mehr Zeit ich mit ihr verbrachte, umso mehr würde sie mir ans Herz wachsen. Was wenn ich mich in sie verliebte?
Bei dem Gedanken zog sich mein Herz schmerzhaft zusammen. Daran durfte ich einfach nicht denken. Doch ich konnte mich einfach nicht von ihr fernhalten, sie war wie ein großer Magnet.
„Kann ich dich mal etwas fragen Lian?" „Aber klar doch, immer." Sie schaute mich fragend an. „Was hast du jetzt noch so vor?" „Ich wollte mir ein wenig die Schaufenster anschauen und vielleicht noch ein oder zwei Sachen kaufen. Warum?" Ich kratzte mich am Kopf. Wie sie jetzt wohl gleich reagiert? „Na ja ich dachte das du mir vielleicht ein wenig die Stadt zeigen könntest, natürlich nur wenn du auch Lust dazu hast." Ich beobachtete ihr Gesicht genau, die Emotionen flogen nur so über ihr Gesicht. Ihre Augen fingen an zu Leuchten und zu strahlen, wie Sterne.
Lian quiekte auf und wurde wieder rot. „Aber gerne doch." Ich strich ihr sanft über die Wange. „Die Farbe steht dir viel besser, als das Blasse. So gefällst du mir viel besser." Sie schmiegte sich kurz an meine Hand. „Danke. Dann harkte sich Lian bei mir unter, zog mich von der Bank hoch und ich schaute auf sie hinab. Sie war so winzig und zerbrechlich. „Komm." Dann zog sie mich hinter sich her und ich folgte ihr bereitwillig.
Wir liefen an einem Geschäft vorbei, Lian blieb davor stehen und schaute sehnsüchtig die Kleider an, die dort hingen. Sie seufzte laut. „Möchtest du da rein?" Ich wartete gar nicht erst auf ihre Antwort, ich zog sie einfach in den Laden hinein. Wir standen nun in der Mitte und blickten in alle Richtungen.
Lian stand einfach nur herum wie ein verschrecktes Reh, als ob sie nicht so recht wusste wohin als erster. „Ist alles okay?" „Ja alles gut, ich weiß nur nicht so recht wo nach genau ich schauen wollte. Ich habe keine Ahnung was dir so gefällt." Sie strich über ein paar Kleidungsstücke und ging in einen Gang hinein.
Hatte ich gerade richtig gehört? Was mir gefiel? Meinte sie das wirklich ernst? Hoffnung keimte in mir auf.
Ich folgte ihr in den Gang, legte ihr meine Hand auf die Schulter und hob ihr Gesicht an, damit sie mich anschaute. Ich musste wissen ob sie das wirklich ernst meinte. „Was mir gefällt? Möchtest du mich etwa beeindrucken?" Ihre Augen wurden groß. Hatte sie vielleicht nicht mich gemeint? „Ach hab ich das echt gesagt? Ups! Das tut mir leid, ich wollte Er sagen. War meine schuld." Ich zuckte innerlich zusammen. Wut gegen den Unbekannten keimte in mir auf. Mein Druck auf ihre Schulter wurde stärker, ich kniff die Augen zusammen und schaute finster drein. „Ach na ja weißt du, da gibt es diesen Jungen..." Ich musste unbedingt in Erfahrung bringen wer dieser Kerl war, dann würde ich ihm ein paar Takte erzählen.
Lian strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr und biss sich leicht auf ihre volle Unterlippe, meine Augen wurden davon automatisch angezogen. Nervös fuhr ihre Zunge über die Lippe, das brachte mich völlig um den Verstand. Wusste sie denn nicht was das bei mir auslöste?
Meine Gedanken wurden dunkel. Ich wollte sie packen, an die Wand drücken und küssen. Lange würde ich mich nicht mehr beherrschen können.
Ganz langsam strichen ihre Finger über meine Wange und strichen die Falte zwischen meinen Augen glatt. Die Berührung ließ mich erschauern. Lian hatte eine unglaubliche Macht über mich. „Das steht dir nicht." „Findest du?" Sie nickte. Ihre Hand legte sich auf meine Brust. Ob sie spürte wie schnell mein Herz nur ihretwegen so schnell schlug? Ihr Kopf nährte sich meinem Ohr, ich dachte im ersten Moment sie wollte mir etwas zuflüstern, stattdessen knabberte sie sanft an meinem Ohrläppchen. Mein Innerstes brach und mir entwich ein knurren, ihr Körper bebte dadurch. Pure Lust packte mich bei der Berührung, meine Lenden zuckten bereits verdächtig. Ich wollte sie und ich musste sie haben.
Erwartungsvoll sah sie mich an, ihr Atem ging schneller und ich wusste das sie wollte das ich sie küsste, aber nicht hier. Das war nicht der richtige Ort und nicht der richtige Moment.
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Verwunschene Liebe
FantasyWas ist wenn du dich in einen Menschen verliebst, obwohl du es gar nicht dürftest? Würdest du für deine große Liebe gegen eine der drei goldenen Regeln verstoßen? Ich habe es getan. Ob ich es bereue? Niemals! Noel ist ein Flaschengeist, oder wie ma...