Der Joker, ein paar seiner Männer und ich rannten die letzte Treppe herunter und wollten das Gebäude gerade verlassen, als wir Sirenen von draußen hörten. Kurze Zeit später war das komplette Gebäude umstellt mit Polizisten, die durch die Hintertür auf uns zu rannten. Der Joker zerrte mich hektisch aus einem Schaufenster, das er kurzerhand mit einem Stuhl eingeschlagen hatte. Meine Arme streiften die Glassplitter und Massen an Blut drang aus den Rissen. Den Schmerz unterdrückend, rannte ich dem Joker hinterher, der schon fast beim Wagen angekommen war. „Jester, komm!", schrie er mir entgegen, doch im nächsten Moment hörte ich einen Knall und kurz darauf spürte ich einen stechenden Schmerz in meinem rechten Bein. Ich fiel hin, wobei meine Maske wegflog und ich blieb auf dem Boden liegen. Erst versuchte ich alleine wieder auf die Beine zu kommen, dann kam schließlich der Joker zur Hilfe. Ich nahm alles nur noch verschwommen war, während der Joker mich hochzerrte. Ich hörte noch ein paar stumpfen Schreie hinter mir und weitere Schüsse, bevor schließlich alles um mich herum schwarz wurde.
Als ich wach wurde lag ich auf einer fremden Couch. Ich blinzelte und schaute mich um, in der Hoffnung irgendetwas Vertrautes zuentdecken, aber ich fand mich in einem kleinen Wohnzimmer wieder, das ich vorher noch nie gesehen hatte. Durch die Fenster strahlte noch etwas Licht, das hieß es war noch Tag. Das Zimmer sah nicht besonders, aber dennoch stilvoll aus. Ich setzte mich auf und drehte mich um. Hinter dem Sofa, auf der anderen Seite des Raumes war eine kleine Küche, rechts davon ein Gang, links davon eine Haustür. Ich stand auf und spürte sofort wieder den Schmerz in meinem Bein, der meine Erinnerungen zurück brachte. Ich setzte mich wieder hin und betrachtete mein Bein, das in Verbände mehr oder weniger professionell eingewickelt wurde.Automatisch schaute ich auf meine Arme, an denen ich ja auch verletzt war und auch dort zierten weiße Verbände die Wunden. „Hallo?", rief ich durch die Wohnung, ich konnte eigentlich nur beim Joker sein, er war derjenige, der mirgeholfen hatte. Aber wäre es nicht viel zu riskant für ihn gewesen mich mit in sein persönliches Zuhause zu bringen? Oder ich war bei einem seiner Männer, was ich allerdings nicht bevorzugt hätte, für die Arbeit waren sie hilfreich, aber vertrauen tat ich ihnen nur sporadisch. Bei Bruce konnte ich nicht sein, aber ich hätte auch keine Ahnung wie ich bei ihm hätte landen sollen, außerdem hätte ich ihm niemals die Schusswunde erklären können. Und in dem Fall wäre ich sicher in einem Krankenhaus. „Hallo!", rief ich nochmal etwas lauter, nachdem ich keine Antwort bekommen hatte. Endlich hörte ich Schritte hinter mir. Ich drehte mich um und tatsächlich kam der Joker auf mich zu. Irgendwie war ich beruhigt, das hieß nämlich, dass keiner von uns beiden im Gefängnis landen würde. Also vorerst zumindest. „Guten Morgen", begrüßte mich der Joker und stellte sich vor mich, „Wie geht's den Wunden?" „Gut, denke ich... danke."„Wofür?" „Du hast mich doch gerettet oder nicht? Du hättest mich auch einfach liegen lassen können. Und du hast mich hierhergebracht." Er lächelte kurz, „Ja,ich gebe zu, es lief nicht genau nach Plan." „Du bist ja eh kein Fan von Plänen", meinte ich nur lachend, der Joker war gerade auf dem Weg in die Küche.Er musste grinsen: „Das stimmt... willst du was trinken?" Ich folgte ihm mit meinen Augen und schaute mich in der Küche um: „Ja gerne, was hast du denn?" „Kaffee?"Ich stimmte dankbar zu und kurze Zeit später saßen wir beide nebeneinander auf der Couch und tranken unseren Kaffee. Es war schon ein lustiges Gefühl neben ihm, in seiner Wohnung, zu sitzen und ihn zu sehen wie er ganz alltäglich lebte und Kaffee trank. Am Ende des Tages war er auch ein Mensch mit einem Leben neben der Kriminalität. Er trug zwar noch einen Teil seines verwischten Make-ups, aber seinen lila Mantel hatte er ausgezogen, er hatte ein hellgraues T-Shirt und eine dunkelblaue Jeans an. „Wie lange war ich ohnmächtig?", fragte ich nach einer kurzen Stille. „20 Stunden ungefähr, ich dachte schon du wachst nicht mehr auf", seine Stimme klang nicht wirklich traurig, trotzdem glaubte ich so etwas wie Erleichterung herauszuhören. 20 Stunden. Meine Augen weiteten sich, mein erster Gedanke war Bruce. „Was? Aber... Bruce wird sicher schon nach mir suchen und in der Schule war ich auch nicht...", stotterte ich außer Atem.„Ich glaube er kann sich denken wo du bist", sagte der Joker nur und schaltete stumm den Fernseher an. Wie es der Zufall wollte liefen gerade die Nachrichten:„Der Joker und einer seiner Helfer wurden bis zu einem Fluchtwagen verfolgt,die Helferin wurde angeschossen, sie konnten allerdings zusammen fliehen." Im nächsten Moment wurde ein großes, relativ scharfes und vor allem ein sehr guterkennbares Bild von mir eingeblendet. Ich starrte auf das Bild und traute mich nicht auch nur einen Muskel zu bewegen. Schließlich schaltete der Joker denFernseher wieder aus: „Am besten du bleibst erstmal hier, es wird nach dir gefahndet", sagte er und stellte seine leere Tasse auf dem Wohnzimmertisch. Ich wusste nicht was ich denken sollte, was ich sagen sollte oder tun. „Dein Handy liegt übrigens hier auf der Küchenanrichte. Ich hab es so programmieren lassen,dass man dich nicht orten kann", sagte er, während er seine Tasse wieder abstellte: „Magst du Pizza? Du musst Hunger haben." Erst jetzt bemerkte ich wie mein Magen grummelte, auch wenn mir durch den Schock reichlich der Appetit vergangen war. „Ähm.. ja, ok", antwortete ich trotzdem ein wenig abwesend. „Ich hab übrigens noch Kleidung, die dir eventuell passen könnte da hinten. Also ich kann dir leider, bis ich was anderes hab, nur übergroße T-Shirts als Kleid von mir anbieten", meinte er, während er mit einem T-Shirt über dem Arm aus einem der Zimmer im Gang gelaufen kam. Er jetzt merkte ich, dass ich gar nicht mehrmein T-Shirt und meine Leggings trug, sondern eines seiner T-Shirts. Hatte er mich umgezogen? Mein Blick schien Bände zu sprechen: „Keine Sorge, ich hab dich nicht angefasst wo ich es nicht sollte, kannst duschen gehen, wenn du willst,ich hab noch Verbände", sagte er während mir das T-Shirt auf die Sofalehne warf. Mit einem Lächeln bedankte ich mich und humpelte zum Bad, das ich schon vorher bemerkt hatte und schloss die Tür hinter mir ab. Sonderlich groß war es nicht, aber es reichte vollkommen. Zuerst setzte ich mich auf den Klodeckel und fing an mir den Verband abzumachen. Es hatte schon aufgehört zu bluten, aber es tat höllisch weh, als ich es aus versehen berührte. Ich hielt mein Stöhnen zurück und machte mit den Verbänden an meinem Arm weiter. Auch hier hatte es aufgehört zu bluten, nur der Verband war von innen reichlich rot. Dann humpelte ich weiter in die Dusche, das Wasser spülte die letzten Reste des Blutes von meiner Haut und ich lehnte mich entspannt an die Duschwand. Ich würde nicht mehr zu Bruce und Alfred kommen können. Ich würde Madison und Janson nie wiedersehen und auch in die Schule konnte ich nicht mehr. Meine Eltern würden nie wieder etwas von mir hören, außer über die Nachrichten. Ab jetzt würde ich komplett zum Joker gehören und ich konnte wohl nicht für immer bei ihm in der Wohnung bleiben.Ich kannte ihn ja nicht mal wirklich. Nach dem duschen setzte ich mich wiederhin um mich anzuziehen. Mein Leben hatte sich durch einen Fehler komplett geändert. Aber... hätte ich damit nicht rechnen müssen? Zum Joker gehörte ich ehschon die ganze Zeit und ich wollte nicht aufhören. Als ich schließlich das Bad verlassen hatte, kam mir schon der Geruch von Pizza entgegen. Wir aßen auf der Couch, keiner von uns hatte etwas zu sagen. Nach dem Essen nahm ich mir mein Handy von der Anrichte und schaute meine Nachrichten an. „Vier verpasste Anrufe von Bruce; drei Nachrichten von Bruce; eine Nachricht von Madison". In dem Moment kam noch eine weitere Nachricht von Madison an. Ich drückte auf die Nachrichten von Bruce: 16:30 Uhr: „Hey Kelsey, wann kommst du heute nach Hause?"; 20:05 Uhr:„Kelsey? Wo bist du? Sag nicht, dass das gerade du warst in den Nachrichten...";08:20 Uhr: „Kelsey! Ich mache mir Sorgen um dich! Bitte antworte! Wir bekommen das wieder hin!" Er machte sich schon wieder Sorgen um mich, diesmal sogar zurecht. Ich drückte auf die Nachrichten von Madison, um den Kloß, der sich in meinem Hals gebildet hatte auszublenden: 13:40 Uhr: „Hey, wo warst du heute? Bist du krank?"; 14:20 Uhr: „Oha, da war gerade ein Mädchen in den Nachrichten, das genauso so aussah wie du, das musst du dir mal anschauen!" Ich musste ein bisschen lächeln, sie glaubte eher an ein Double, als daran, dass ich es wirklich war. Ich schaltete mein Handy wieder aus, ich wusste nicht was ich schreiben sollte. Diese Menschen kümmerten und sorgten sich wirklich um mich, aber ich konnte meine Entscheidung nicht mehr rückgängig machen und das wollte ich auch gar nicht. Beim Joker fühlte ich mich zum ersten Mal komplett dazugehörig. Zwar reagierten einige seiner Männer oft stirnrunzelnd auf mich, aber der Joker gab mir das Gefühl dazu zu gehören. „Und? Was schreiben sie?", fragte der Joker, der noch immer auf der Couch lag und sich nun über die Rücklehne stützte. „Die Nachrichten sprechen wohl für sich, Bruce will, dass ich zu ihm gehe und das kläre...", ich legte mein Handy wieder auf die Theke und lief in Richtung des Sofas. „Und? Wirst du gehen?" „Damit ich im Gefängnis oder womöglich in diesem Arkham Asylum lande?", fragte ich ironisch und schüttelte nur meinen Kopf: „Ich weiß nur nicht wo ich sonst hin soll..." „Du kannst hierbleiben...", schlug mein Gegenüber mir zu meinem Erstaunen sofort vor: „Es wäre zu gefährlich dich alleine draußen laufen zu lassen... dann würdest du wirklich in dieses... abgeranzte Loch von Irrenanstalt eingewiesen werden", angewidert drehte er sich wieder um, ich setzte mich neben ihn. Ich fragte mich wie es darin sein musste, was dort mit den Insassen gemacht wurde, dass sogar der Joker einen kleinen Funken Abscheu, der Angst schon sehr nahe kam, in seinen Augen blitzen ließ. Aber ich merkte, dass er nicht darüber sprechen wollte und so behielt ich meine Fragen für mich.„Danke...", meinte ich nur nach einer kleinen Pause der Stille. Wieder lächelte er darauf nur. Ich wohnte nun scheinbar beim Joker.
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Driving into madness (Gotham ff - german)
Fan-FictionKelsey wurde von ihren Eltern nach Gotham City, zu ihrem Onkel Bruce Wayne, geschickt, um dort eine bessere Schule zu besuchen. Sie ist zwar nicht begeistert dort sein zu müssen, doch ihre Situation soll sich schnell ändern und alles beginnt mit ein...
