Die Sonne begann bereits unterzugehen und die Wohnung durchzog ein dunkler Schatten, der nur von ein paar kleinen, schwachen Lampen an der Decke unterbrochen wurde. Der Joker musste nochmal weg „Dinge erledigen" und ich sollte zuhause bleiben. Am liebsten wäre ich wieder draußen herumgelaufen, trotz der gekippten Fenster kam mir die Luft in den kleinen Räumen stickig und heiß vor. Ich setzte mich wieder auf, die letzte Stunde hatte ich damit verbracht auf dem Sofa zu liegen, die graue Zimmerdecke anzustarren und über alles Mögliche nachzudenken. Ich stand auf und begann mich in der Wohnung umzusehen. Auf der einen Seite hatte ich eigentlich etwas Luxuriöseres erwartet, er machte bestimmt viel Geld mit einen Überfällen, aber umso länger ich darüber nachdachte, umso mehr Sinn machte es, ein großes Haus wäre viel zu auffällig, außerdem war der Joker nie jemand gewesen, der sich viel aus Materiellem machte. Zumindest hatte ich diesen Eintrug, seine Aktionen hatten stets einen anderen Sinn. „Es geht um die Nachricht, die man verbreitet" hatte ich ihn einmal sagen hören. Und genau dafür bewunderte ich ihn. Er war nicht wie andere Kriminelle, er war nicht hinter Geld oder Luxus her, was er wollte war Gerechtigkeit, nur hatte er seine eigene Art und Weise dafür zu kämpfen. Ich war inzwischen alle Zimmer durch die ich bereits kannte, Wohnzimmer, Küche und Bad. Nun stand ich vor der Tür, die wahrscheinlich zum Schlafzimmer des Jokers führte. Langsam drückte ich die Tür auf. Der Raum war nicht viel größer als die anderen, in der Mitte stand ein Bett, das schon das meiste des Raumes ausfüllte. Gegenüber war ein riesiger Kleiderschrank. Ich konnte meine Neugier nicht zurückhalten und öffnete die Türen. Links hing ungefähr zehnmal das gleiche Outfit. Das lila-grüne, das er immer bei der Arbeit anhatte. Ein Lächeln schlich sich auf mein Gesicht, natürlich hatte er nicht immer dasselbe an, aber der Anblick war schon lustig. Auf der anderen Seite hing alles voll mit Alltagskleidung, die allesamt sehr schlicht waren. Ein dunkelgrünes Langarmshirt war das farbenfrohste das ich entdecken konnte. Im nächsten Moment hörte ich, wie Schritte das Treppenhaus hoch kamen. Schnell schloss ich wieder den Kleiderschrank und die Schlafzimmertür. In dem Moment stand der Joker auch schon in der Wohnung, weshalb ich vorgab gerade von der Toilette zu kommen. Ohne ein Wort zu sagen, öffnete er den Schrank im Wohnzimmer, den ich nicht durchsuchen konnte, da er abgeschlossen gewesen war. Jetzt konnte ich sehen, dass es ein Waffenschrank war. Der Joker nahm seine Pistole und drei Messer aus seiner Jacke und schloss sie zurück in den Schrank. „Wie ist es gelaufen?", fragte ich, während ich mich zurück auf das Sofa setzte. „Diese Idioten von der Mafia haben ein Kopfgeld auf mich gesetzt", grummelte er und zog seine Jacke wieder aus: „schon wieder." Er ließ sich neben mich fallen und stöhnte genervt, entspannte sich aber langsam wieder. „Du kannst dir übrigens aussuchen, ob du hier auf der Couch oder mit in meinem Bett schlafen willst", fügte er schließlich grinsend hinzu. Ich wurde ein bisschen rot, versuchte es aber mit einem Lächeln zu überspielen. Natürlich würde ich hier auf der Couch schlafen. Der Joker lehnte sich zurück, seinen Kopf legte er auf die Rückenlehne. Ich beobachtete ihn mal wieder. Seine Schminke saß noch mehr oder weniger, seine grünen Haare hingen ihm strähnig ins Gesicht. Er hatte seine Augen geschlossen, er sah so friedlich aus, wenn er so entspannt dort lag. Ich merke schon gar nicht mehr wie seltsam mein Starren wirken musste, bis er schließlich die Augen langsam wieder öffnete und seinen Kopf zu mir drehte. Ich spürte wie mir die Hitze in die Wangen schoss, doch auch jetzt konnte ich mich nicht von ihm abwenden, seine Augen waren so unglaublich schön. Die Fassade um ihn herum wurde durch seine unnatürlich wirkende Augenfarbe nur noch bekräftigt. Selbst in seinem Alltagsleben neben den kriminellen Aktionen stand diese Mauer aufrecht und ließ niemanden hindurch. Wie gerne wollte ich wissen wie es hinter ihr aussah. Er sagte nichts, blickte zurück, direkt in meine Augen. Wir saßen näher beieinander als ich gedacht hatte, sodass nur wenig Platz zwischen unseren Köpfen war, als ich mich auch nach hinten lehnte. Er machte nicht den Anschein nach hinten auszuweichen oder sich darüber lustig machen zu wollen. Wahrscheinlich war nicht viel Zeit vergangen, doch mir kam es vor wie eine kleine Ewigkeit, in denen ich mich in seinen Augen verlor. Ich sah die Mauer, seine Fassade, sie hatte ein kleines Loch und nun... begannen sich kleine Risse darauf zu bilden. Unsere Gesichter kamen sich ein wenig näher, ich konnte nicht sagen wer es gewesen war, er, ich, wahrscheinlich wir beide. Mein Herz begann schneller zu schlagen und wie aus einem mir unbekannten Reflex legte ich meine Hand ganz leicht auf seine Wange, als wäre sie aus dünnstem Glas. Er schaute mich noch immer mit demselben Blick an. Schließlich hob auch er seine Hand, legte sie an meine Wange, doch plötzlich, von einem Moment auf den anderen, durchliefen alle Emotionen seine Augen die ich mir vorstellen konnte. Als hätte alles gestoppt und würde nun ausbrechen, weil der Druck zu stark war. Er ließ meine Wange los und, schneller als ich gucken konnte, stand er auf. Ich konnte seine Stimmung nicht einschätzen. War es Wut? Holte ihn gerade irgendeine Erinnerung ein? Wahrscheinlich war er einfach Überfordert mit seinen Gefühlen... aber, auch wenn er gerade seine Hand an meiner Wange hatte... hatte er wirklich so viele Gefühle für mich, dass es ihn komplett aus der Fassung brachte? Erst als ich das laute Krachen der Badezimmertür durch die Wohnung schallen hörte, wurde ich aus meiner Schockstarre befreit. Schnell drehte ich mich um und schaute zum Bad. Es herrschte kurz Stille und ich beruhigte mich schon, als plötzlich ein lautes Klirren zu hören war, darauf ein lauter Schrei, eine Mischung aus Schmerz und Frustration. Ich erhob mich langsam, mein noch immer schmerzendes Bein ignorierend, und schlich zu der Tür, hinter der nur noch ein schweres Atmen und ab und zu das Klirren der Glassplitter zu hören war. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Eine Panikattacke oder einen Aggressionsanfall in dem Ausmaße hatte ich noch nie erlebt. Ich wusste man sollte ihn in solchen Situationen nicht ansprechen, aber er hätte sich bei dem Zerbrechen des Spiegels sicher wehtun können. „Ge- äh", ich stotterte ich leise, bis ich mir schließlich ein Herz fasste und, auch wenn mein Herz raste und ich es in meiner Brust spüren konnte, sagte ich nun lauter: „Geht es dir... a- also ist alles in Ordnung? W- Was ist... w- w-was ist los?" Meine Stimme klang gebrochen und unsicher und war mehr ein Stammeln, als ein verständlicher Satz, doch der Joker hatte mich scheinbar gehört und verstanden. Ein tiefes Brummen kam aus dem Bad, bevor der Joker hinausstürzte und mich an der Wand, gegenüber der Badezimmertür, festpinnte. Er atmete immer noch schwer, seine Hand, mit der er mich festhielt, blutete bedenklich stark. Er starrte mich mit glühenden Augen an. So viel Wut in seinen Augen auch blitzte, das einzige was ich sah, war eine gebrochene Seele. Ein Mann, der in seinem Leben so viel durchgemacht hatte, dass er jede Emotion abwehrte. Ich hatte keine Angst vor ihm in diesem Moment, auch wenn ich sah, dass er ein Messer bei sich trug, ich beobachtete nur, wie die Mauer schließlich zu bröckeln begann und sich gleichzeitig versuchte wieder selbst aufzubauen. Was auch immer ihm widerfahren war, es war keinem zweiten zu wünschen. Er schien zu wissen worüber ich nachdachte, er schien wie so oft meine Gedanken lesen zu können: „Willst du wissen wie ich meine Narben bekommen habe? Ja?", seine Augen versprühten Funken: „Ich hatte ein Frau, sie war schwanger und wir hatten nicht viel Geld. Ich hatte meinen Job aufgegeben um Komödiant zu werden, doch sie haben mich ausgebuht, keiner hat gelacht, aber dann kam meine Chance! Zwei Männer hatten einen Plan, sie wollten in eine Fabrik einbrechen, für die sie durch ACE Chemicals mussten, wo ich vorher gearbeitet hatte und ich sollte einen Anteil bekommen. Die Rettung für unser Kind, das nicht in einer kleinen Wohnung aufwachsen sollte. Aber dann wurde meine Frau überfahren! Von einem Auto und sie war sofort tot. Mit dem Kind in ihrem Bauch. Aus dem Deal mit den Männern kam ich nicht mehr raus und weil mir in dem Moment eh alles gleichgültig war, bin ich mitgekommen. Mit der Maske des Red Hood. Doch die Männer wurden erschossen und ich wurde von Batman erwischt. Er stand vor mir, ich trat zurück und fiel in die Chemikalien! Meine Augen glühten grün im Spiegelbild der Pfütze, meine Haare waren grün und mein Gehirn traf es wie einen Schlag. Ich konnte mich daran erinnern was geschehen war, doch der Rest verschwamm und zuhause lachte ich und weinte ich und rastete aus. Und ich zerschlug den Spiegel. Ich nahm eine Klinge aus dem Badezimmerschrank... und nun lächele ich! Für immer! Egal was passiert!", er brüllte und knurrte mir die Worte entgegen die wie heiße Lava aus seinem Mund kam. Er blitze mich ein letztes Mal an, ließ mich fallen und lief aus der Wohnung. Ich wusste, dass er soeben das erste Mal die wahre Geschichte erzählt hatte. Die Entstehung des Jokers.
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Driving into madness (Gotham ff - german)
Fiksi PenggemarKelsey wurde von ihren Eltern nach Gotham City, zu ihrem Onkel Bruce Wayne, geschickt, um dort eine bessere Schule zu besuchen. Sie ist zwar nicht begeistert dort sein zu müssen, doch ihre Situation soll sich schnell ändern und alles beginnt mit ein...
